Bahnstrecke München–Mühldorf
Bahnstrecke München–Mühldorf
Kursbuchstrecke (DB): 940
Streckennummer: 5600 München Ost Pbf–Simbach (Inn)
Streckenlänge: 84,676 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem: 15 kV 16,7 Hz ~
Höchstgeschwindigkeit: 140 km/h
Zweigleisigkeit: München–Markt Schwaben
Ampfing–Mühldorf
Legende
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von München Hbf
            
Ende City-Tunnel S1 S2 S3 S4 S6 S7 S8
            
von Deisenhofen S3 S7
            
Verzweigung München Ost
            
0,0 München Ost Endstation S1 S6 U-Bahn
            
            
1,1 München Leuchtenbergring
            
Abzw. Flughafen-S-Bahn
            
            
            
2,4 München-Berg am Laim
            
2,7 S-Bahnbetriebswerk M-Steinhausen
            
zum Münchner Flughafen S8
            
nach Rosenheim
            
2,8 nach Salzburg (Abzw. M-Berg am Laim) S4
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Münchner Nordring
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4,3 Abzw. München-Riem West (Umfahrung Berg am Laim)
S-Bahnhof
6,2 München-Riem
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
nach München Riem Ubf
   
ehem. Verbindung zum Münchner Nordring
S-Bahnhof
10,2 Feldkirchen (b München)
S-Bahnhalt…
12,4 Heimstetten
S-Bahnhalt…
14,3 Grub (Oberbay)
S-Bahnhalt…
16,3 Poing
S-Bahnhof
21,1 Markt Schwaben 508 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
nach Erding S2
Bahnhof, Station
29,2 Hörlkofen 505 m
Haltepunkt, Haltestelle
32,2 Walpertskirchen
   
35,5 Walpertskirchner Spange zum Flughafen (geplant)
Bahnhof, Station
38,5 Thann-Matzbach 476 m
   
ehemals Bahnstrecke Thann-Matzbach–Haag
Brücke über Wasserlauf (groß)
Isen
Bahnhof, Station
47,1 Dorfen Bahnhof 448 m
   
ehemals Bahnstrecke Dorfen–Velden
   
51,2 Wasentegernbach
Bahnhof, Station
54,0 Schwindegg 432 m
Bahnhof, Station
61,7 Weidenbach
Bahnhof, Station
66,7 Ampfing 420 m
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
von Rosenheim
Brücke über Wasserlauf (mittel)
Innkanal
Bahnhof, Station
74,8 Mühldorf (Oberbay) 411 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
nach Neumarkt-St. Veit
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
nach Freilassing bzw. Burghausen
Strecke – geradeaus
nach Simbach (Inn)

Die Bahnstrecke München–Mühldorf ist eine am 1. Mai 1871 eröffnete, 74,8 km lange Hauptbahn und führt vom Münchner Ostbahnhof über Markt Schwaben und Dorfen nach Mühldorf am Inn. Die Fahrzeit zwischen München Ost und Mühldorf beträgt momentan etwa eine Stunde.

Die Strecke zählt zu den 18 Engpässen mit Kapazitätsproblemen in den Schienenwegen des Bundes. Besonders der Streckenabschnitt zwischen Markt Schwaben und Ampfing ist eine der am stärksten befahrenen eingleisigen Strecken Deutschlands. Schon jetzt werden mit etwa 3 Mio. Tonnen mehr als 1 Prozent (bis 2015 voraussichtlich sogar 2 Prozent) der deutschlandweit auf der Schiene transportierten Menge an Gütern über diese eingleisige, nicht elektrifizierte Strecke abgewickelt[1].

Inhaltsverzeichnis

Aktueller Betrieb

Zwischen München Ost und Markt Schwaben ist die Strecke auf 21,1 km zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert, wobei die S-Bahn München zwischen Riem-West und Markt Schwaben keine eigenen Gleise besitzt und die Strecke mitbenutzt. Die Streckenhöchstgeschwindigkeit liegt dort momentan bei 140 km/h, im weiteren Verlauf bei lediglich 120 km/h. In Markt Schwaben endet die Elektrifizierung. Zwischen Markt Schwaben und Ampfing ist die Strecke trotz eines erheblichen Personen- und Güterverkehrsaufkommens auf ca. 45 km zudem nur eingleisig. Ab Ampfing schließt ein zweigleisiger Ausbauabschnitt bis Altmühldorf an, der im Dezember 2010 fertiggestellt wurde und rund 50 Millionen Euro kostete.[2] Im Rahmen dieses Streckenausbaus wurde auch der Bahnhof Ampfing umgestaltet, der zwei neue Außenbahnsteige erhielt und barrierefrei erschlossen wurde. Außerdem wurden (teilweise schon Jahre vorher) im gesamten Ausbaubereich Überwerfungsbauwerke errichtet, so dass der Schienenverkehr zwischen Ampfing und Mühldorf nun höhenfrei abgewickelt werden kann. Der letzte Abschnitt zwischen Altmühldorf und Mühldorf ist wiederum nur eingleisig.

Betreiber der Infrastruktur ist die DB Netz AG, mit Ausnahme des Bahnhofs Mühldorf, der über die DB RegioNetz Infrastruktur GmbH der DB-Tochter Südostbayernbahn (SOB) zugeordnet ist. Die Südostbayernbahn betreibt den Personenverkehr mit Regionalbahnen und Regionalexpress-Zügen mit der Baureihe 218 (überwiegend mit Doppelstockwagen, teils mit modernisierten Silberlingen und ehemaligen Interregio-Wagen) und mit den Triebwagen der Baureihe 628. In den Hauptverkehrszeiten fahren die Züge teilweise im 20-Minutentakt, um die täglich etwa 15000 Berufspendler zu befördern, ansonsten besteht weitgehend Stundentakt. Die Bahnhöfe Weidenbach (vier mal pro Tag und Richtung), Walpertskirchen (ca. alle zwei Stunden), Thann-Matzbach (ca. zwölf mal pro Tag und Richtung) werden seltener bedient. Pro Tag verkehren zwei Züge ohne Zwischenhalt in etwa 45 Minuten zwischen Mühldorf und München Ost. Zwischen München Hbf und Markt Schwaben verkehrt die S-Bahn München mit der Linie S2 (Petershausen–Dachau–München–Markt Schwaben–Erding) mit Baureihe 423.

Den Güterverkehr betreibt neben zunehmend privaten Anbietern die DB-Tochter "DB Schenker Rail" mit Lokomotiven der Baureihen 217, 225, 232 und 233. Vor allem der Güterverkehr aus dem Bayerischen Chemiedreieck sorgt für ein erhebliches Güterverkehrsaufkommen. Insgesamt ist der Streckenabschnitt Markt Schwaben–Mühldorf (ausgenommen dem etwa 8 km langen Streckenabschnitt zwischen Ampfing und Altmühldorf) damit eine der am stärksten befahrenen eingleisigen Strecken Deutschlands: schon jetzt werden mit etwa 3 Mio. Tonnen mehr als 1 Prozent, bis 2015 voraussichtlich sogar 2 Prozent der deutschlandweit auf der Schiene transportierten Menge an Gütern über diese eingleisige, nicht elektrifizierte Strecke abgewickelt.[1]

Zwischen Markt Schwaben und Mühldorf sind die Bahnhöfe örtlich mit Fahrdienstleitern besetzt. Die Bahnhöfe Dorfen und Mühldorf besitzen Elektronische Stellwerke (ESTW) und sind mit Ks-Signalen ausgerüstet. Der Bahnhof Ampfing ist auch mit Ks-Signalen signalisiert und wird vom ESTW Dorfen gesteuert. Zwischen Markt Schwaben (einschließlich) und München sind H/V-Signale in Betrieb. Der Rest der Strecke besitzt über 100 Jahre alte Formsignaltechnik.

Ausbaupläne

Als Teil der Ausbaustrecke München–Mühldorf–Freilassing ist die Bahnstrecke München-Mühldorf bereits seit 1985 im Bundesverkehrswegeplan enthalten.[3] Die Strecke soll langfristig durchgehend zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert werden, wobei weitgehend die vorhandene Trassierung genutzt werden kann. Nur der Abschnitt zwischen Dorfen und Ampfing würde bei einer Entwurfsgeschwindigkeit von durchgehend 160 km/h eine teilweise Neutrassierung erfordern, da die derzeitigen Kurvenradien nur eine Geschwindigkeit von 120 km/h zulassen. Diese Neutrassierung wird ebenso wie der lange vorgesehene viergleisige Ausbau bis Markt Schwaben sowie der Anschluss des Münchner Messegeländes über einer S-Bahn-Spange seit dem Jahr 2010 offenbar nicht weiter verfolgt.[4][5] Es ist aber weiterhin geplant, die Strecke von Mühldorf in Richtung München über die sogenannte „Walpertskirchener Spange“ direkt an den Flughafen München anzuschließen, was die Verkehrsanbindung vor allem Ost- und Südostbayerns sowie Oberösterreichs und des Landes Salzburg an den Flughafen erheblich verbessern würde.

Bahnhof Ampfing im November 2008 - Blick Richtung Mühldorf

Anschließend an den im Dezember 2010 fertiggestellten zweigleisigen Ausbauabschnitt zwischen Ampfing und Altmühldorf soll der Abschnitt Altmühldorf–Mühldorf (2,2 km) im Zuge des Ausbaues der Strecke Mühldorf–Tüßling mit Geldern des Konjunkturpaketes II bis 2016 realisiert werden. Bisher stehen aber lediglich Geldmittel zur Planung des Ausbaus zur Verfügung,[6] bis 2013 soll Baurecht für diesen Abschnitt bestehen.[7] Daneben sollen vordringlich zwei weitere Begegnungsstellen zwischen Markt Schwaben und Hörlkofen (8 km) und zwischen Dorfen und Obergeislbach (11,6 km) ausgebaut werden. Hierfür ist jedoch noch keine Planung erfolgt, mittlerweile erscheint eine Realisierung vor 2020 oder gar 2025 unrealistisch.[8][9][10]

Über Mühldorf hinaus ist im weiteren Streckenverlauf nach Freilassing ebenfalls seit 1985 der zweigleisige Ausbau einschließlich Elektrifizierung vorgesehen. Auch die Anschlussstrecke von Tüßling nach Burghausen soll im Zuge dieser Arbeiten elektrifiziert werden. Die gesamte Strecke München-Mühldorf-Freilassing soll perspektivisch als Alternative zur längeren und kurvigeren Strecken München–Rosenheim und Rosenheim–Salzburg genutzt werden, besonders im Hinblick auf das zu erwartende Verkehrsaufkommen im Zuge der Fertigstellung des Brennerbasistunnels. Die Strecke ist Teil der Magistrale für Europa, die im Rahmen des Ausbaus der Transeuropäischen Netze die Eisenbahnachse ParisStraßburgStuttgartMünchenWienBratislava / Budapest (TEN-Projekt Nr. 17) bilden soll.[11][12] Während das TEN-Projekt Paris-Bratislava bis zum Jahr 2020 insgesamt weitgehend fertiggestellt sein wird, besteht allein auf dem Abschnitt München-Mühldorf-Freilassing erheblicher Planungsverzug.[1] Bei diesem Abschnitt handelt es sich um den längsten noch fehlenden Lückenschluss auf der über 1.300 Kilometer langen Strecke zwischen Paris und Bratislava.[13]

Die vorgesehenen Maßnahmen würden neben einer erheblichen Fahrzeitreduzierung im Nah- und Fernverkehr wesentliche Verbesserungen im Regionalverkehr Südostbayerns (Taktverdichtung) ermöglichen. Zudem fordern die Industriebetriebe des Bayerischen Chemiedreiecks seit geraumer Zeit einen Ausbau der veralteten und überlasteten Schienenverkehrswege[14]. Als verkehrliche Zielsetzung wird im Bundesverkehrswegeplan außerdem die Verbesserung der Verkehrsbeziehungen mit Österreich aufgeführt. Der Ausbau München–Mühldorf–Freilassing soll 1386 Millionen Euro kosten (Stand: November 2010). Die Strecke soll für eine Entwurfsgeschwindigkeit zwischen 120 und 160 km/h ausgebaut werden, was die Fahrzeit München Hbf–Mühldorf-Salzburg Hbf (147 km) von derzeit mindestens 150 min auf 74 min halbieren würde.[5] – Zum Vergleich: Die Verbindung München Hbf–Rosenheim–Salzburg Hbf ist 153 km lang; der ÖBB Railjet fährt diese Strecke ohne Zwischenhalt in 89 min.

Einzelnachweise

  1. a b c http://www.suedostbayernbahn.de/so_bayern/view/aktuell/newsletter.shtml "Konkret", Newsletter der Südostbayernbahn, Juni 2011.
  2. Der erste Schritt zum Ausbau. ovb-online.de (13.12). Abgerufen am 13.12.
  3. Rüdiger Block: ICE-Rennbahn: Die Neubaustrecken. In: Eisenbahn-Kurier Special: Hochgeschwindigkeitsverkehr. Nr. 21, 1991, ohne ISSN, S. 36–45.
  4. Dirk Walter (11. 16 2010): Trotz 2. Röhre: Ein Bahn-Nadelöhr bleibt. merkur-online.de. Abgerufen am 12. Oktober 2010.
  5. a b Verkehrsinvestitionsbericht 2010 für das Berichtsjahr 2009, S. 86–88 (pdf)
  6. http://www.deutschebahn.com/site/bahn/de/presse/presseinformationen/by/by20100419.html Pressemitteilung der DB vom 19. April 2010
  7. http://www.chiemgau-online.de/portal/lokales/trostberg-traunreut_Projekte-nicht-gefaehrdet-_arid,742244.html Interview mit Verkehrsminister Ramsauer vom 21. September 2010.
  8. http://www.focus.de/finanzen/news/bahn/bahn-kein-geld-mehr-fuer-das-schienennetz_aid_543273.html Bericht von Fokus Online vom 20. August 2010
  9. Bericht im Merkur Online vom 24. Februar 2010
  10. Bericht der Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung vom 24. August 2010
  11. Kartenmaterial der Europäischen Union (pdf, engl.)
  12. http://www.magistrale.org/ Webseite zur Magistrale
  13. http://www.magistrale.org/aktuell.php Rubrik "Aktuell" auf der Webseite zur Magistrale für Europe, gesichtet am 4. Juni 2011.
  14. Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern in ihrer Publikation Wirtschaft aktuell, 5/2009: "Engpässen geht's an den Kragen", abgerufen am 4. Juni 2011

Literatur

  • Reinhard Wanka, Wolfgang Wiesner: Die Hauptbahn München - Simbach und ihre Zweigbahnen. Bufe-Fachbuch-Verlag, Egglham 1996, ISBN 3-922138-59-4

Weblinks


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