Bahnstrecke Nonnweiler–Neunkirchen (Saar)
Primstalbahn
Nonnweiler – Neunkirchen (Saar)
Geografische Daten
Kontinent Europa
Land Deutschland
Bundesland Saarland
Streckenbezogene Daten
Kursbuchstrecke (DB): 681; 645 (bis 1992); 267
(bis 1970);
236b (1936);
265k (1944)
Streckennummer: 3274
Streckenlänge: 52,9 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Minimaler Radius: 190 m
Höchstgeschwindigkeit: 75 km/h
Stationen und Hochbauten
Legende
0,0 Wemmetsweiler
v/n Saarbrücken
Ill
2,3 Gennweiler seit 2004
3,1 Illingen
6,2 Wustweiler
8,8 Dirmingen
A 1
B 10
12,6 Eppelborn
14,1 Lebach-Bubach
v/n Völklingen
17,4 Lebach
18,8 Lebach-Jabach
18,8 vollständiger Rückbau
Saarstrecke von Merzig/Trier
0,0 Dillingen (Saar)
Saarstrecke nach Völklingen/Saarbrücken
4,5 Nalbach
9,0 Körprich
Abzw. Primsweiler
23,3
12,8
Primsweiler
25,8 Schmelz
23,6 Michelbach (Saar)
31,6 Limbach (Kr. Saarlouis)
31,6 vollständiger Rückbau
1920–1935 Grenze Saargebiet
nach Merzig, Merzig-Büschfelder Eisenbahn
Datei:BSicon exBHF.svg 34,8 Büschfeld
Prims
Datei:BSicon exBHF.svg 38,9 Wadern
Lösterbach
Datei:BSicon exBHF.svg 42,2 Krettnich
Datei:BSicon exBHF.svg 45,6 Primstal
Datei:BSicon exBHF.svg 49,9 Mariahütte
51,3 Mariahütte Werk 1951 -
nach Türkismühle, Hochwaldbahn
A 1
52,9 Nonnweiler (Museumszugbetrieb)
von Trier und Hermeskeil (Hochwaldbahn)

Die Primstalbahn ist eine ehemalige Eisenbahnstrecke, die zwischen Nonnweiler (Schwarzwälder Hochwald) und Primsweiler in Nord-Süd-Richtung entlang des Oberlaufes der Prims lief, von dort nach Osten abbog und über Lebach nach Neunkirchen (Saar) führte. Dieser Abschnitt Lebach-Neunkirchen (Saar) wird heute noch bedient.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Bau vollzog sich in drei Phasen. Die allererste ca. acht Kilometer lange Strecke ging von Neunkirchen (Saar) bis Wemmetsweiler (und von dort weiter nach Süden in Richtung Saarbrücken). Eröffnung war am 15. Oktober 1879.

Am 10. Mai 1890 wurde durch ein preußisches Gesetz der Bau der Strecke Hermeskeil - Wemmetsweiler beschlossen. Aber erst 4 Jahre später, am 15. April 1894 begannen in Hermeskeil die Bauarbeiten. Durch den gleichzeitigen Bau der gesamten Strecke war der einheimische Arbeitsmarkt bald erschöpft, so das ausländische Arbeitskräfte aus Italien und dem Balkan eingesetzt werden mussten. Am 15. Mai 1897 wurde der Streckenabschnitt von Wemmetsweiler nach Lebach in Betrieb genommen. Noch im selben Jahr wurde dann am 10. Dezember der Verkehr für die restlichen 35,6 km bis Nonnweiler freigegeben.

Die Strecke diente von Anfang an dazu, Arbeitskräfte aus den dünn besiedelten nördlichen Gebieten des Saarlandes in die Saarregion zu führen. In Primsweiler zweigt eine Stichstrecke nach Dillingen (Saar) nach Westen, in Lebach nach Völklingen und in Wemmetsweiler nach Süden in Richtung Saarbrücken ab. Heute verkehren die Züge von Lebach-Jabach über die 2006 neu gebaute Wemmetsweiler Kurve und die Fischbachtalbahn nach Saarbrücken. Am neuen Eisenbahnknotenpunkt Illingen besteht Anschluss nach Homburg.

Der Abschnitt Wadern–Nonnweiler wurde im Personenverkehr am 03. Oktober 1959, im Güterverkehr am 30. April 1968 stillgelegt. Der Personenverkehr zwischen Wadern und Lebach, sowie zwischen Dillingen und Wadern wurde am 30. Mai 1980 eingestellt. Danach gab es noch regelmäßigen Güterverkehr nach Wadern bis zum 30. Mai 1992. Nach diesem Zeitpunkt wurden die Basaltwerke in Michelbach und die Fa. Meiser in Limbach über den Anschluss Dillingen angefahren. Zum 1. Januar 2005 wurde das Anschlussgleis an die Fa. Meiser verkauft. Die Bedienung hat die Bahngesellschaft der Dillinger Hütte übernommen.

Von Nonnweiler aus wurde Mariahütte bis 1999 im Güterverkehr bedient.

Der Streckenabbau zwischen Mariahütte und Wadern erfolgte im November 1968. Mit abgebaut wurde die Verbindungskurve von Mariahütte nach Türkismühle. Auf einem Teil der ehemaligen Trasse zwischen Primstal und Mariahütte verläuft heute die Bundesautobahn 1. Die Bahnhofsgebäude von Mariahütte, Primstal und Krettnich wurden abgerissen. Die Streckengleise zwischen Wadern und Büschfeld wurden nach dem 30. November 1993 abgebaut.

Streckenbeschreibung

Im eigentlichen Sprachgebrauch beschreibt die Primstalbahn immer nur die Strecke zwischen Nonnweiler und Dillingen, die schließlich immer entlang der Prims führt, "streckentechnisch" führt die Eisenbahnlinie aber wie oben beschrieben von Nonnweiler nach Neunkirchen (Saar). So hat es über die Jahrzehnte diverse "Direktverbindungen" gegeben, so zum Beispiel von Saarbrücken über die linke Saarseite (Fürstenhausen) – Völklingen bis Primsweiler und zurück.

Die Fahrzeit für die Gesamtverbindung mit der Länge von 61 Kilometern lag vor dem 2. Weltkrieg bei etwas über 120 Minuten. Dies ist durch die lange Aufenthaltsdauer in den Bahnhöfen zu erklären und natürlich damit, dass Züge auf dieser eingleisigen Strecke an entsprechenden Bahnhöfen auf Gegenzüge warten musste. Die Verbindung Dillingen – Primsweiler hatte im Kursbuch 1944 die Nummer 265g. In ihrer gesamten Geschichte verkehrten auf allen hier beschriebenen Teilen immer nur Personenzüge der 2. und 3. Klasse sowie Güterzüge.

In Nonnweiler bestand Anschluss an die Hochwaldbahn nach Trier und Türkismühle sowie mit der Hunsrückquerbahn nach Langenlonsheim (Nahe).

Heute ist Lebach-Jabach der Endpunkt der Bahnlinie. Die Verbindung nach Nonnweiler ist unterbrochen und die Gleise beginnen erst wieder hinter dem Ort Kastel.

Der Streckenabschnitt zwischen Wemmetsweiler und Illingen wurde im Jahr 2004 teilweise zweigleisig ausgebaut, wobei ein Streckengleis elektrifiziert wurde.

s. auch Kursbuchübersicht von 1944

Verkehr

Nach dem Bau der Wemmetsweiler Kurve 2004 wird der Personenverkehr zwischen Saarbrücken und Lebach-Jabach mit Triebwagen der BR 628 durchgeführt. Der Bahnhof Wemmetsweiler wurde aufgegeben und der Eisenbahnknotenpunkt nach Illingen verlagert. Zwischen Homburg und Illingen verkehren Triebwagen der BR 425.

Bahnhöfe

Vorlage der Nordsaarländischen Bahnhöfe: S-Bahn-Haltepunkt Frechen-Königsdorf

Die Bahnhofsgebäude von Illingen, Dirmingen, Eppelborn, Lebach, Primsweiler, Schmelz, Wadern-Büschfeld und Wadern-Dagstuhl – selbst die Bahnhofsgebäude der Hochwaldbahn Nonnweiler-Bierfeld und Nonnweiler-Sötern – wurden alle erst im Jahre 1900 erbaut und wiesen große Ähnlichkeit zueinander auf. Es gilt als sicher, dass die Gebäude zusammen geplant und errichtet wurden. Bei allen Gebäuden handelt es sich um unverputzte Ziegelrohbauten. Einzige Ausnahme ist der Bau in Primsweiler, der verputzt wurde. Alle Gebäude besitzen zwei Geschosse, einfach eingeschnittene Segmentbogenfenster und an den Ecken getreppte, kapitellartige Rücksprünge. Vorlage dieses Bautypus dürften die im Rheinischen gelegenen Bahnhöfe von Großkönigsdorf und der 1877 eingeweihte Bahnhof Schiefbahn gewesen sein.

Das Empfangsgebäude in Wadern-Dagstuhl – zugleich Haltepunkt für die Stadt Wadern – wurde 1896 bis 97 erbaut. Die Waderner Bürger wehrten sich gegen die Errichtung eines Bahnhofes in ihrer Stadt, sodass dieser nicht in Wadern, sondern auf der Gemarkung Dagstuhl erbaut wurde. Die Eigentümer der nah Dagstuhl gelegenen Mariahütte setzten sich für einen Bau in ihrer Nähe ein.

Das eigentliche Empfangsgebäude des heute unter Denkmalschutz stehenden Ensembles ist ein zweigeschossiger, vierachsiger Backsteinbau. Auf einem Bild, das vermutlich Anfang des 20. Jahrhunderts aufgenommen wurde, ist der Bahnhof noch als Ziegelrohbau zu sehen; heute ist er verputzt wie die übrigen Gebäude auch. [1]

Quellen

  1. http://bahnhoefe-im-saarland.2bnew.de/ Barbara Neu: Saarländische Bahnhöfe des 19. Jahrhunderts. Magisterarbeit im Fach Kunstgeschichte an der Universität des Saarlandes 1994

Literatur

Theo Schäfer, Eisenbahnen im Hochwald, Verein für Heimatkunde Nonnweiler e.V., ISBN: 3-9806866-4-7


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