Sternwarte Peterberg


Sternwarte Peterberg
Sternwarte Peterberg
Sternwarte Peterberg, April 2010
Eröffnet: 6. September 1997
Koordinaten: 49° 34′ N, 7° 0′ O49.5713733333336.9990691666667575.6Koordinaten: 49° 34′ 16,94″ N, 6° 59′ 56,65″ O
Höhe: 575,6 Meter
Besucher: 25.233 (1997 bis 2010)
Verein der Amateurastronomen
des Saarlandes e. V.
Gegründet: 1977
Mitglieder: 166 (2010)
Anschrift: Postfach 100090
66652 Merzig

Die Sternwarte Peterberg ist eine Vereinssternwarte nahe Braunshausen (Nonnweiler) im nördlichen Saarland. Betrieben wird sie von Ihrem Eigentümer, dem Verein der Amateurastronomen des Saarlandes e. V., und seinen aktiven Mitgliedern. Die Sternwarte dient als Treffpunkt der Vereinsmitglieder und als technisch gut ausgerüsteter Beobachtungsort fernab von störender Lichtverschmutzung. Daneben bieten die ehrenamtlich tätigen Mitglieder öffentliche Fachvorträge, Kindervorträge, Gruppentermine und weitere Sonderveranstaltungen für interessierte Laien an.

Inhaltsverzeichnis

Bau der Sternwarte

Bereits 1977 zur Gründung des Vereins wurde in der Satzung ein ganz besonderes Ziel verankert, der Bau einer Sternwarte. Nach vielen Jahren des Ansparens und der Erkundung von astronomisch geeigneten Bauplätzen fiel die Wahl auf den Gipfel des Peterbergs im nördlichen Saarland, nahe den Gemeinden Braunshausen, Primstal und Eiweiler. Damit liegt der Standort fernab von größeren Städten und hat nur mit einer geringen Lichtverschmutzung zu kämpfen.

Der erste Spatenstich erfolgte am 5. Mai 1993. Vier Jahre später, im Sommer 1997, war die Sternwarte bezugsfertig und wurde am 6. September 1997 feierlich eröffnet. Aus Platzmangel wurde schon schnell über eine Erweiterung nachgedacht. Am 29. April 2003 begannen die Arbeiten an dem südöstlich gelegenen Anbau, der seit seiner Fertigstellung im Jahr 2005 einen Vereinsraum und eine zweite Kuppel beherbergt.

Gebäude

Das Gebäude wurde in zwei Bauabschnitten errichtet: Dem ursprünglichen ringförmigen Bau und dem südöstlichen Anbau.

Der ursprüngliche Bau besteht aus einem zentralen, zweistöckigen Turm, daran angegliedert sind zwei kreissegmentförmige Gebäudeteile in nördlicher und südlicher Richtung. Im nördlichen Segment ist ein Vortragsraum mit moderner Multimediatechnik eingerichtet, im südlichen ein Ausstellungs- und Kassenraum. Auf dem zentralen Turm ist eine drehbare Kuppel mit 5,5 Meter Durchmesser montiert.

Der südöstliche Anbau beherbergt einen Vereinsraum mit Lagermöglichkeiten und eine zweite Kuppel mit 3 Meter Durchmesser.

Optische Instrumente

In der nördlichen Kuppel ist seit dem 17. April 2010 das Peterberger Halbmeter-Teleskop (PHT), ein Planewave-CDK20 Spiegelteleskop korrigiert nach Dall-Kirkham, montiert. Mit einem Primärspiegeldurchmesser von 508 mm (20 Zoll) und einer Brennweite von 3454 mm beträgt das Öffnungsverhältnis f6,8. Ein Astrophysics Starfire Refraktor mit 152 mm Öffnung (6 Zoll) und 1300 mm Brennweite (f8,5) dient u.a. als Leitrohr für Langzeitbelichtungen. Eine Knopf K100 Montierung (Gewicht 250 kg, maximale Last 150 kg) sorgt in Kombination mit einer FS2-Steuerung für die präzise Nachführung der Instrumente.

In der südlichen Kuppel kann - teilweise abwechselnd - mit mehreren Linsenteleskopen beobachtet werden. Hauptgerät ist ein Lichtenknecker-Refraktor (127 mm = 5 Zoll Öffnung, 900 mm Brennweite, f7). Je nach Bedarf kann ein Coronado Solarmax Sonnentelskop mit 60 mm Öffnung angesetzt werden. Montiert sind diese Geräte auf einer Gemini 40.

Astronomische Projekte

Die Sternwarte Peterberg und ihre Ausrüstung steht allen Mitgliedern des VAS e. V. für astronomische Projekte zur Verfügung. Neben der visuellen Astronomie ist das v.a. die Astrophotographie von Deep-Sky-Objekten und Objekten des Sonnensystems (Mond, Planeten, etc). Einzelne Mitglieder betreiben Astrometrie und Spektroskopie. In diesem Zusammenhang sollen auch zwei besondere Ereignisse der letzten Jahre erwähnt werden:

Die nördliche Totalitätsgrenze verlief ca. 1,5 km nördlich vom Standort der Sternwarte entfernt, so dass eine Totalität von 41 Sekunden beobachtet werden konnte. Leider war der Himmel an diesem Tag fast vollständig bewölkt. Da sich aufgrund der ungünstigen Wetterverhältnisse die Vereinsmitglieder über eine große Fläche verteilt hatten, kamen trotzdem zahlreiche schöne Beobachtungen und Photographien zustande.
Nach ausführlicher Vorbereitung und einigen Testläufen konnten das Team der Sternwarte Peterberg den Venustransit bei strahlendem Sonnenschein mit drei Kameras bestens dokumentieren. Da jede Aufnahme mit einem funkgesteuerten Zeitstempel versehen wurde, konnte eine sekundengenaue Auswertung erfolgen. Die Ergebnisse wurden dem ESO Projekt „VT2004“ beigesteuert.

Öffentliche Veranstaltungen

An jedem ersten Samstag des Monats findet ein öffentlicher Fachvortrag oder Kindervortrag statt. Im Anschluss folgen eine Führung durch die Sternwarte sowie – bei Dunkelheit und wolkenlosem Himmel – eine gemeinsame astronomische Beobachtung. Gruppen können die Sternwarte Peterberg nach besonderer Vereinbarung besuchen.

Des Weiteren werden Sonderveranstaltungen (z. B. Sternwartenfest oder bei einem besonderen astronomischen Ereignis) organisiert. Seit 2003 beteiligt sich die Sternwarte Peterberg zudem am bundesweiten Tag der Astronomie.

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