Sternwarte Solingen


Sternwarte Solingen

Die Sternwarte Solingen ist eine der ältesten Volkssternwarten Deutschlands. Sie befindet sich im Solinger Stadtteil Wald.

Geschichte

Im Jahre 1918 hielt der Solinger Lehrer Walter Horn erstmals Astronomie-Kurse an der neu gegründeten Volkshochschule ab. Aufgrund der großen Resonanz bildete sich 1921 aus den Hörern um den Studienrat Walter Horn ein astronomischer Verein, der die Errichtung einer Sternwarte plante. 1924, mitten in der Weltwirtschaftskrise, kaufte man ein entsprechendes Grundstück von der damals eigenständigen Stadt Ohligs zu einem symbolischen Kaufpreis. Die seinerzeit inflationsbedingte astronomisch hohe Grundsteuer von 1,18 Billionen Mark wurde dem Verein wegen Geringfügigkeit erlassen. Die Baukosten wurden durch Mitgliedsbeiträge und Spenden in Form von Zigarren, der seinerzeit einzig stabilen Währung, finanziert. Die Sternwarte wurde am 5. Oktober 1924 feierlich eröffnet.

Aufgrund der großen Nachfrage wurde die Sternwarte allerdings bald zu klein. Darüber hinaus wurde der Himmel durch die wachsenden Stadtteile Ohligs und Solingen-Wald und der damit verbundenen Lichtverschmutzung für die Beobachtung immer ungünstiger. So gab es Anfang der 60er-Jahre Pläne zum Neubau einer Sternwarte am Solinger Stadtrand. Nach dem Tod von Walter Horn im Jahre 1967 wurde dieses Vorhaben jedoch nicht weiter verfolgt.

1988 – der Verein hatte sich inzwischen in „Walter-Horn Gesellschaft e.V.“ umbenannt, nahm man einen Neubau wieder in Angriff. Aus Gründen der Kosten und der günstigen Verkehrsanbindung entschied man sich für einen Bau auf dem vorhandenen Grundstück. Allerdings wurde das Vorhaben vom städtischen Bauordnungsamt zunächst abschlägig beschieden. Erst nach langwierigen Verhandlungen wurde 1991 eine Baugenehmigung erteilt. Die neue Sternwarte entstand in zweijähriger Eigenarbeit durch die Vereinsmitglieder, ohne öffentliche Gelder. Die Eröffnung fand am 9. Dezember 1993 statt.

Neben öffentlichen Himmelsvorführungen wird ein Multimedia-Programm, ähnlich wie in einem Planetarium angeboten. Darüber hinaus finden astronomische Vorträge und Workshops statt.

In Zukunft soll außerdem in einem ehemaligen Kugelgasbehälter im Stadtteil Solingen-Ohligs das Galileum Solingen entstehen. Dies wäre wahrscheinlich weltweit das erste Planetarium in einem ehemaligen Gasbehälter und soll eines der modernsten in Europa werden. Im Winter 2010/2011 fand dazu ein europaweiter Architektenwettbewerb statt.

Zum Gedenken an Walter Horn wurde im Jahre 1992 ein Asteroid benannt. (2749) Walterhorn war bereits 1937 von Karl Wilhelm Reinmuth in Heidelberg entdeckt worden, war aber bis dahin noch ohne offiziellen Namen geblieben.

Instrumente

Das Hauptinstrument der Sternwarte ist ein Kutter-Schiefspiegler mit 30 cm Hauptspiegel und einer Brennweite von 6 m. Es handelt sich um ein von Anton Kutter in den 50er-Jahren entworfenes Gerät, das er gemeinsam mit einem Solinger Industriellen fertigte. Das Teleskop gelangte erst 1974 in den Besitz des Vereins. Im Laufe der Zeit wurde es mehrfach überarbeitet und mit einer modernen Montierung ausgestattet. Darüber hinaus werden ein 10“ (25 cm) und ein 8“(20 cm) Schmidt-Cassegrain-Teleskop sowie mehrere Refraktoren genutzt.

Die Aufstellung eines kleinen Radioteleskops von 1,75 m Durchmessern ermöglicht die radioastronomische Beobachtung der Sonne.

Weblinks

51.174457.0211

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