Bahnstrecke Pirna–Großcotta
Abzw Pirna Süd–Lohmgrund
Strecke der Bahnstrecke Pirna–Großcotta
Ausschnitt der Streckenkarte Sachsen von 1902
Kursbuchstrecke (DB): 165b (1960)
Streckennummer: 6604, sä. PGc
Streckenlänge: 7,217 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse: C3 (1999)[1]
Maximale Neigung: 29 
Minimaler Radius: 190 m
Legende
Strecke – geradeaus
von Děčín
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
von Arnsdorf
Bahnhof, Station
0,000 Pirna (Keilbahnhof) 118 m
   
nach Dresden
   
1,065 Pirna Solidarität ab 1950 119 m
   
1,704 Abzw Pirna Süd
   
nach Bad Gottleuba
   
1,867 Pirna Süd 122 m
   
2,784 Seidewitzbrücke (12,9 m)
   
3,481 Seidewitzbrücke (12 m)
   
3,76 Brücke Eulengrundbach
   
3,810 Pirna-Zehista (neu) 143 m
   
3,957 Pirna-Zehista (alt)
   
4,401 Seidewitzbrücke (16 m)
   
4,124 Brücke Mühlgraben
   
4,45 Brücke Bahrebach (14,6 m)
   
6,130 Brücke Ottendorfer Wasser
   
6,34 Dohma 185 m
   
6,506 Brücke Dohma (50,5 m)
   
8,23 Großcotta 226 m
   
8,565 Tunnel Cotta (256 m)
   
8,80 (Anschlußgleise)
   
8,921 Lohmgrund 213 m

Die Bahnstrecke Pirna–Großcotta war eine Nebenbahn in Sachsen. Sie verlief von Pirna nach Großcotta und hatte ihren Endpunkt im Lohmgrund, einem Zentrum der sächsischen Sandsteingewinnung.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Als 1880 die Gottleubatalbahn von Pirna nach Berggießhübel erbaut wurde, sollte ursprünglich auf Kosten der Steinbruchbesitzer im Lohmgrund eine schmalspurige Anschlussbahn zu den dortigen Steinbrüchen errichtet werden. Allerdings konnte man sich darüber nicht einig werden, so dass auch weiterhin der umständliche Straßentransport der gebrochenen Steine nötig war. Wenige Jahre später wurde das Projekt einer normalspurigen Anschlussbahn vorgestellt, welche in Pirna beginnend direkt in den oberen Lohmgrund führen sollte. Zwischenzeitlich nahm die Steinindustrie im Lohmgrund einen enormen Aufschwung, so dass nunmehr eine solche Bahn von der sächsischen Regierung als wirtschaftlich sinnvoll erachtet wurde.

Im April 1893 begannen die Bauarbeiten an der Trasse. Um den oberen Lohmgrund zu erreichen, musste kurz vor dem Endpunkt ein 256 m langer Tunnel ausgebrochen werden, ansonsten kam die neue Strecke ohne größere Kunstbauten aus. Am 21. März 1894 wurde die Strecke im Personen- und Güterverkehr eröffnet.

Der unbedeutende Reisezugverkehr wurde am 20. März 1935 eingestellt.[2].

Am Ende des Zweiten Weltkrieges diente der Tunnel im Lohmgrund als bombensicheres Versteck für die ausgelagerten Museumsbestände der Dresdner Kunstsammlungen. In klimatisierten Güterwagen sollten hier unter anderem die bedeutendsten Gemälde der Gemäldegalerie Alte Meister wie die Sixtinische Madonna den Krieg unversehrt überdauern. Erst als Ende April 1945 die Elektroenergieversorgung nach einem Bombenangriff der Alliierten auf Pirna zusammenbrach, kam es zu irreparablen Schäden an den eingelagerten Kunstwerken. Kurz nach Kriegsende wurden sämtliche dort eingelagerten Museumsbestände als Kriegsbeute in die Sowjetunion verbracht.

Am 22. Juni 1946 wurde auch der Reisezugverkehr wieder aufgenommen, da einsatzfähige Busse fehlten. Der Wiederaufbau der kriegszerstörten Städte forderte nach 1945 enorme Mengen an Baumaterial, was im Güterverkehr wieder steigende Transportmengen sicherte. Erst als Ende der 50er Jahre der industriemäßige Wohnungsbau in der DDR begann, sank das Transportaufkommen auf ein Minimum. 1958 wurde der Personenverkehr eingestellt, im März 1963 endete auch der Güterverkehr im Abschnitt Pirna-Zehista–Lohmgrund. In Pirna-Zehista wurden die dortigen Industrieanschlüsse noch bis zum 1. November 1998 bedient.

Am 28. Februar 1999 wurde die Strecke Pirna Süd–Pirna-Zehista stillgelegt. 2002 wurden die Gleise abgebaut.

Galerie

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. STREDA – Gesamtstreckenverzeichnis der DBAG; Stand: 1. Februar 2003
  2. Pirnaer Anzeiger vom 21. März 1935

Literatur

  • Rainer Fischer: Sekundärbahnen von Pirna nach Großcotta und Gottleuba. Verlag Kenning Nordhorn 1995, ISBN 3-927587-38-9 (Nebenbahndokumentation 12).
  • Erich Preuß, Rainer Preuß: Sächsische Staatseisenbahnen. transpress Verlagsgesellschaft mbH, Berlin 1991, ISBN 3-344-70700-0.
  • M. Ziesch: 100 Jahre Eisenbahn Pirna - Großcotta. In: Der Preßkurier. Heft 2, 1994, S. 12–13 Artikel als Digitalisat (pdf, 22 KB)

Weblinks

 Commons: Bahnstrecke Pirna–Großcotta – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

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