Stiftung Artenschutz

Die Stiftung Artenschutz wurde am 25. März 2001 in Münster gegründet. Ihr Ziel ist es, existenziell gefährdete Tierarten und ihren angestammten Lebensraum zu erhalten. Dabei werden ausschließlich Tierarten gefördert, für deren Schutz es bislang keine ausreichende Finanzierung gibt, obwohl sie laut der „Roten Liste“ der Weltnaturschutzorganisation (IUCN) in ihrem Fortbestand hoch bedroht sind. Die Stiftung Artenschutz ist eine rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts.

Inhaltsverzeichnis

Aufgabenbereiche laut Satzung

Zweck der Stiftung ist die Förderung des Natur- und Umweltschutzes, der Wissenschaft und Forschung, der Bildung, sowie der Völkerverständigung und Entwicklungshilfe.

Oberste Priorität hat dabei die Erhaltung der Artenvielfalt. Im Mittelpunkt der Stiftungsarbeit stehen Erhaltungsmaßnahmen für kritisch bedrohte Tierarten, die unmittelbar vor der Ausrottung stehen, wenig bekannt sind und für deren Schutz noch nicht die benötigte finanzielle Unterstützung besteht. Maßnahmen werden, soweit möglich, im Heimatland der Art durchgeführt (sog. '„in situ-Schutz). Allerdings werden auch ex situ Schutzprojekte in Angriff genommen, wenn es zur Erreichung der Ziele erforderlich sein sollte.

Die Arbeit der Stiftung erfolgt im Geiste des internationalen „Übereinkommens über die biologische Vielfalt“ von Rio 1992.

Vorgehensweise und Finanzierung

Die Stiftung Artenschutz arbeitet mit inzwischen über 45 nationalen und internationalen Zoologischen Gärten, Tierparks und Umweltschutzorganisationen zusammen. Diese Zusammenarbeit garantiert den Zugang zu einer breiten Öffentlichkeit sowie den Austausch von Erfahrungen im Bereich des Natur- und Artenschutzes. In allen Partnerzoos sind an ausgewählten Stellen die sogenannten Stiftungstafeln installiert. Sie informieren über bedrohte Tierarten, Projekte zu deren Schutz und über die beteiligten Sponsoren.

Finanziert werden die Artenschutzprojekte vor allem durch die Kooperation mit Wirtschaftsunternehmen und private Spender, die zumeist exklusiv die Erhaltungsmaßnahmen für eine bestimmte Tierart mehrjährig unterstützen.

Projekte und Erfolge

Derzeit fördert die Stiftung Artenschutz fünf Projekte: Goldkopflangur (Trachypithecus poliocephalus) und Tonkin-Goldaffe (Rhinopithecus avunculus) in Vietnam, Prinz-Alfred-Hirsch (Cervus alfredi) und Hornvögel (Aceros waldeni, Penelopides panini) auf den Philippinen. Die bislang umfangreichste Unterstützung erfährt das Projekt Angkor Centre for Conservation of Biodiversity (ACCB). Dieses Naturschutzzentrum, das erste dieser Art in Kambodscha, hat sich neben der gezielten Erhaltungszucht stark bedrohter kambodschanischer Tierarten insbesondere die Ausbildung der lokalen Bevölkerung und die Schulung zur nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen zum Ziel gesetzt. Außerdem werden finanzielle Mittel u.a. für Projekte zur Rettung gefährdeter asiatischer Schildkrötenarten und zum Schutz bedrohter Affenarten in Westafrika sowie weiterer Arten (s. Artenliste) aufgewandt.

Struktur

Die Stiftung setzt sich aus dem Vorstand, dem Beirat und der Geschäftsstelle in Münster zusammen. Mehrere Mitglieder des Vorstandes und des Beirates stammen dabei aus den Reihen der kooperierenden Zoologischen Gärten und Naturschutzverbände.

Vorstandsvorsitzender ist Jürgen Wolters, Geschäftsführender Vorstand von ARA, Bielefeld. Außerdem wirken u.a. Jörg Adler, Direktor des Allwetterzoo Münster, Roland Wirth, Vorsitzender der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP), Peter Dollinger, Direktor des Weltverbands der Zoos und Aquarien (WAZA), Roland Melisch, Artenschutzexperte von TRAFFIC / WWF Deutschland und Dr. Russell Mittermeier, Chairman von Conservation International, in den Gremien der Stiftung mit.

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