Bahnstrecke Rimini–San Marino
San Marino–Rimini
Strecke der Bahnstrecke Rimini–San Marino
Streckenlänge: 31,5 km
Spurweite: Schmalspur, ? mm
Stromsystem: 3000 V =
Legende
   
31,50 Rimini FS m s.l.m.
   
30,20 Rimini Marina m s.l.m.
   
21,70 Coriano-Cerasolo 50 m s.l.m.
   
   
17,90 Dogana 67 m s.l.m.
   
   
   
15,00 Serravalle 134 m s.l.m.
   
   
   
   
   
9,50 Domagnano-Montelupo 314 m s.l.m.
   
   
   
7,00 Valdragone 392 m s.l.m.
   
   
   
   
   
3,80 Borgo Maggiore 493 m s.l.m.
   
   
   
   
   
0,00 San Marino 643 m s.l.m.

Die Eisenbahnstrecke Rimini–San Marino war eine elektrifizierte Schmalspurbahn. Sie wurde nach vierjähriger Bauzeit 1932 eingeweiht und ist Ende des Zweiten Weltkrieges von Bomben fast vollständig zerstört worden. Seit diesem Zeitpunkt besitzt die Stadt San Marino keinen Bahnhof mehr.

Inhaltsverzeichnis

Vorgeschichte

Seit 1901 arbeitete man in San Marino an Entwürfen für eine mögliche Eisenbahnverbindung mit Italien. In der G.U. (Offizielle Mitteilungsgazette der italienischen Regierung) vom 10. März 1913 wird die Konzession der Eisenbahnstrecke Rimini–Mercatino–Marecchia an die Gesellschaft der Ferrotranvie padane vergeben. Nur eine Verbindung mit Rimini war noch nicht vorhanden. Diese Aufgabe wurde dem Ingenieur Quartara, dem Leiter der Tranvia Padana übertragen. Den letzten Anstoß zum Bau der Eisenbahnstrecke gab ein Staatsbesuch von Benito Mussolini in San Marino.

Am 3. Dezember 1928 wurde mit dem Bau der Bahnstrecke begonnen. Vier Jahre später, am 10. Mai 1932, verkündete der Großrat San Marinos zusammen mit den Capitani Reggenti die Einweihung der Eisenbahn, die mit großer Freude von den Bewohnern der Region begrüßt wurde. Die offizielle Eröffnung fand daraufhin am 12. Juni 1932 statt.[1]

Streckenführung

Die vollständig elektrifizierte Eisenbahn hatte eine Gesamtlänge von 31,50 km und war in zwei Streckenabschnitte unterteilt:

  • 1. Strecke: Von San Marino bis nach Dogana, in der Gemeinde Serravalle an der Grenze zu Italien.
  • 2. Strecke: Von Dogana bis nach Rimini.

Trennungspunkt der beiden Abschnitte war die Brücke Mellini. Dort begann der Übergang vom flachen italienischen Land zum gebirgigen Gelände von San Marino.

Die Strecke begann an einem kleinen Platz in Rimini und lief bis zur Haltestelle Rimini Marina, unweit des Meeres, einen Kilometer lang längs der Eisenbahnlinie Bologna-Ancona.

Die Eisenbahn fuhr anschließend in Richtung Süd-West über die Via Flaminia, wo sich der einzige Bahnübergang mit Schranken befand: Die übrigen neunzig Bahnübergänge waren entweder unbeschrankt oder mit einem Schloss versehen, dessen Schlüssel nur der jeweilige Grundstückseigner besaß, zu dem der Weg führte.

Von der Via Flaminia aus, durch lange gerade Strecken und weite Kurven in Richtung Süd-West, fuhr der Zug zum Monte Titano. Hier lag die Haltestelle Rimini-Cerasolo, bis man den Bahnhof Dogana erreichte.

Nach Dogana wurde der Streckenverlauf in engen Radien weitergeführt. Hinter der Brücke über den Fluss Ausa und einem Tunnelabschnitt erreichte man Serravalle. Anschließend unterquerte die Eisenbahn in einen kurzen Tunnel die Landstraße San Marino-Dogana. Der Zug hielt noch an den Haltestellen Domagnano und Valdragone, ehe er drei Kurven später den Bahnhof von Borgo Maggiore erreichte, unterhalb der steilen Felswand des Monte Titano.

Von hier aus konnte der Reisende den schönen Ausblick auf den Montefeltro, San Leo und Verucchio genießen, bis er den Bahnhof San Marino erreichte.

Zerstörung

Die Eisenbahnstrecke wurde durch eine Bombardierung der Alliierten am 26. Juni 1944 stark getroffen, besonders im Abschnitt zwischen Domagnano und Valdragone waren viele Schäden entstanden. Daraufhin wurde der Betrieb eingestellt und nicht wieder aufgenommen.

Die Eisenbahntunnel wurden zur Zuflucht für Flüchtlinge aus Italien. Im Herbst brach eine Typhusseuche aus, so dass einige Wagen der Bahn zur Unterbringung der Kranken genutzt wurden.

Verbleib

Von der Eisenbahnstrecke sind heute nur noch die Tunnel vollständig erhalten. Manche wurden von den Behörden San Marinos wegen Einsturzgefahr gesperrt, andere wurden asphaltiert und in Fuß- und Radwege umgewandelt. Die Gleise wurden in den 1950er Jahren abgetragen. Der Fahrzeugpark ist zum Teil noch erhalten und ist in einem Tunnel kurz vor der ehemaligen Endhaltestelle in San Marino untergebracht. Die in dem Tunnel befindlichen Fahrzeuge wurden im Juni 2011 heraus gezogen und sollen restauriert werden.

Quellen

  1. http://ifef.free.fr/provo/if2005-6.pdf

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