Bahnstrecke Rostock–Tribsees/Tessin
Rostock–Tribsees/Tessin
Kursbuchstrecke (DB): 185
Streckennummer: 6322
Streckenlänge: 55,0 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Höchstgeschwindigkeit: 80 km/h
Legende
Strecke – geradeaus
von Warnemünde und Wismar
Bahnhof, Station
0,0 Rostock Hbf
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links und rechts
nach Schwaan und Stralsund
Planfreie Kreuzung – oben
Umgehung Stralsund–Schwaan
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
von Stralsund
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Abzw Dalwitzhof nach Neustrelitz
Brücke über Wasserlauf (groß)
Warnow
Planfreie Kreuzung – unten
Kavelstorf–Rostock Seehafen
6,6 Roggentin
Haltepunkt, Haltestelle
7,4 Roggentin
Haltepunkt, Haltestelle
10,7 Broderstorf
12,7 Teschendorf
Haltepunkt, Haltestelle
15,8 Groß Lüsewitz
Bahnhof, Station
18,2
0,0
Sanitz
4,6 Horst
7,4 Tessin West
8,9 Tessin ehem Bf
23,6 Reppelin
26,0 Dammerstorf
29,3 Dettmannsdorf-Kölzow
37,6 Bad Sülze
Recknitz
43,5 Langsdorf (Meckl)
ehem Landesgrenze Mecklenburg-Preußen
Trebel
46,1 Tribsees
nach Velgast, Stralsund, Grimmen

Die Bahnstrecke Rostock–Tribsees mit einem Abzweig in Sanitz nach Tessin ist eine eingleisige, nicht elektrifizierte Nebenbahn in Mecklenburg-Vorpommern. Der Abschnitt von Sanitz nach Tribsees ist abgebaut.

Geschichte

Zu den vielen Projekten, die nach der zweiten Verstaatlichung der Friedrich-Franz-Eisenbahn 1890 diskutiert wurden, zählte auch eine Strecke, die das östliche Umland von Rostock erschließen sollte. Am 16. November 1895 wurde die Strecke von Rostock über Sanitz nach Sülze und weiter über die preußische Grenze nach Tribsees eröffnet, am selben Tag ging auch der Abzweig von Sanitz nach Tessin in Betrieb. Tribsees wurde zu einem kleinen Eisenbahnknoten, einige Monate vorher (Mai 1895) war bereits die Strecke der Franzburger Südbahn nach Velgast in Betrieb gegangen. Es folgte die Eisenbahn-Gesellschaft Greifswald-Grimmen mit einer Strecke nach Grimmen und Greifswald und 1901 die Eisenbahn-Gesellschaft Stralsund-Tribsees Richtung Stralsund. Es gab einen gemeinsamen Bahnhof aller vier Bahngesellschaften.

Weitere Projekte, wie etwa eine Verbindung von Tessin nach Gnoien oder von Dettmannsdorf-Kölzow in das nahegelegene Marlow, wurden nicht verwicklicht. Marlow blieb damit (abgesehen vom erst 1938 zur Stadt erhobenen Rerik) die einzige Stadt Mecklenburgs ohne Eisenbahnanschluss.

Die Strecke Rostock–Tribsees hatte immer nur lokale Bedeutung, obwohl über sie der kürzeste Weg von Rostock nach Grimmen und Greifswald führte. 1905 verkehrten täglich vier Zugpaare von Rostock nach Tribsees, die in Sanitz unmittelbaren Anschluss nach Tessin hatten. In Tribsees bestand meistens Anschluss Richtung Grimmen. Auch in den 1930er Jahren blieb es bei diesem Angebot.

Nach 1945 wurde der Abschnitt von Sanitz nach Tribsees (wie auch die Strecken von dort nach Stralsund und Greifswald) als Reparationsleistung an die Sowjetunion demontiert. Lediglich die ersten zwei Kilometer bis Reppelin blieben als Anschlussgleis zu einem Militärobjekt bis in die 1990er Jahre in Betrieb. Es verblieben Personenzüge zwischen Rostock, Sanitz und Tessin. Das Angebot beschränkte sich bis in die 1990er Jahre auf fünf bis sechs Zugpaare am Tag und wurde dann etwas aufgestockt. Von 1997 bis 1999 wurde die Strecke umfassend saniert und im Rahmen eines Modellprojektes auf eine Streckengeschwindigkeit von 80 km/h ausgebaut. Die Haltepunkte in Teschendorf und Horst wurden geschlossen, ein neuer Haltepunkt entstand in Tessin West in einem Gewerbegebiet. Die Station in Roggentin wurde in die Nähe eines Wohngebietes verlegt. Die Züge verkehren seitdem im Stundentakt, die Fahrgastnachfrage übertraf in der ersten Zeit alle Erwartungen.

Heutige Situation

Zwischen Rostock und Tessin verkehren RegionalExpress-Züge der Linie RE8 (nach Wismar durchgebunden) im Stundentakt. Zum Einsatz kommen moderne Triebwagen der Baureihe 642 (Desiro). Güterverkehr gibt es nicht mehr, bis auf Sanitz gibt es auch keinerlei Kreuzungsmöglichkeiten mehr auf der Strecke.

Spuren des 1945 abgebauten Abschnittes Sanitz-Tribsees finden sich einige. Es sind mehrere Bahnhofsgebäude noch erhalten, das in Tribsees wurde bis 1995 von den Zügen nach Velgast noch genutzt. Im Waldgebiet um den Bahnhof Dammerstorf gibt es einen Wanderweg auf dem Bahndamm.

Literatur

  • Lothar Schultz: Eisenbahnen in Mecklenburg. 3. Auflage, Transpress, Berlin 1992, ISBN 3-344-70732-9
  • Lothar Schultz: Die Rostock-Tribseer Eisenbahn. Blätter zur Verkehrsgeschichte Mecklenburgs, Heft 2, DMV AG 8/9 Rostock, ca. 1988

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