Bahnstrecke Sinzing–Alling
Bahnstrecke Sinzing–Alling
Kursbuchstrecke (DB): zuletzt 411g
Streckennummer: 5852
Streckenlänge: 4,1 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Legende
Strecke – geradeaus
von Regensburg Hbf
Bahnhof, Station
0,0 Sinzing
   
nach Neuoffingen
   
1,6 Bruckdorf
   
4,1 Alling

Die Bahnstrecke Sinzing–Alling im oberpfälzischen Landkreis Regensburg war eine der kürzesten Lokalbahnstrecken Bayerns.

Geschichte

Nur wenig mehr als ein Jahr nach der Eröffnung der Donautalstrecke Regensburg–Ingolstadt eröffnete die Bayerische Staatsbahn am 20. Dezember 1875 eine vier Kilometer lange Vizinalbahn, die von der Station Sinzing in das Tal der Schwarzen Laber hineinführte. Sie endete in dem Dorf Alling, das selbst 35 Jahre später – vor Beginn des Ersten Weltkrieges – erst 116 Einwohner zählte. Es gehörte zur Landgemeinde Viehhausen mit rund 800 Einwohnern, die etwa drei Kilometer vom Bahnhof entfernt lag und zum Bezirksamt Stadtamhof gehörte.

Entsprechend gering war das Aufkommen im Personenverkehr, für das drei Zugpaare ausreichten, die alle von und bis Regensburg Hauptbahnhof verkehrten. Aber schon 1914 gab es an Sonn- und Feiertagen zusätzliche Züge für den Touristenverkehr in den Oberpfälzer Jura. Im Laufe der Jahre – unterbrochen von Rückschlägen – steigerte sich die Zahl der Zugpaare nach Alling im Jahre 1950 auf neun, einige davon nur ab Sinzing. Danach nahm sie wieder ab, weil nun Omnibusse direkt bis Viehhausen eingesetzt wurden. Am 1. März 1967 endete der Personenverkehr auf der Schiene.

Viel bedeutender war der Güterverkehr für die kleine Strecke. Immerhin besaß Alling schon vor 1914 eine Filterstoff- und eine Papierfabrik sowie ein Sägewerk. Außerdem transportierte bis 1959 eine Grubenbahn in 600-mm-Spur Braunkohle heran, die bei Viehhausen gefördert wurde. Der Güterverkehr wurde bis zum Jahresende 1985 betrieben. Die Strecke ist inzwischen stillgelegt und wurde Anfang der 1990er Jahre zu einem Rad- und Fußweg umgebaut.

Literatur

  • Gerald Hoch, Andreas Kuhfahl: Nebenbahnen in der Oberpfalz. 1. Auflage. Eisenbahn-Fachbuch-Verlag Resch, Neustadt bei Coburg 2000, ISBN 3-9805967-7-X.
  • Peter Heigl: Das Allinger Bockerl. Mittelbayerische Dr.- u. Verl.-Ges., Regensburg 1997, ISBN 3-931904-01-6

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