Bahnstrecke Uslar-Schönhagen (Han)
Uslar–Schönhagen (Han)
Der Bahnhof Uslar im Mai 2008.
Der Bahnhof Uslar im Mai 2008.
Streckennummer: 1802
Streckenlänge: 10,057 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Legende
Strecke – geradeaus
von Northeim
Bahnhof, Station
0,0 Uslar
nach Bodenfelde/Ottbergen
nach Bodenfelde/Ottbergen
Alleestraße
3,28 Uslar Stadt
B 241
5,32 Sohlingen
7,62 Kammerborn
Ahle
9,62 Schönhagen (Han)
10,06

Die Bahnstrecke Uslar-Schönhagen (Han) war von 1921 bis 1990 eine eingleisige nichtelektrifizierte und circa zehn Kilometer lange Bahnstrecke in Normalspur im Altkreis Uslar bzw. heutigen Landkreis Northeim in Südniedersachsen in Deutschland. Sie hatte die Streckennummer 1802 (bis 1972 Kursbuchstrecke (KBS) 200c) und war eine Nebenbahn der Sollingbahn.

Der (offizielle) Zusatz (Han) zu Schönhagen als Erwähnung für die hier zuständige Bezirksdirektion Hannover rührt daher, sich vom Bahnhof Schönhagen des heutigen thüringischen Uder zu unterscheiden, welches interessanterweise bei fast gleich klingendem Namen ebenso wie Uslar auch noch einen Ortsteil mit Namen Fürstenhagen hat.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Bahn war zuerst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Weiterführung der heutigen Bahnstrecke Göttingen–Bodenfelde gedacht. Der Bau dieser Bahnstrecke erfolgte dann jedoch nicht so wie ursprünglich geplant. Die Bahnstrecke Uslar-Schönhagen (Han) wurde daraufhin zur Förderung der landwirtschaftlich orientierten Orte im Nordwesten von Uslar gebaut. Baubeginn war per Gesetz noch im Jahre 1914 vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Aufgrund der dadurch bedingten Verzögerungen konnte erst am 1. Oktober 1921 das 3,28 Kilometer lange erste Teilstück UslarUslar Stadt von der Deutschen Reichsbahn in der Bezirksdirektion (BD) Hannover eröffnet werden. Die weiteren Bauarbeiten wurde dann erst im Frühjahr 1926 auf Drängen der jeweiligen Orte wieder aufgenommen. Die Weiterführung über die Bahnhöfe Sohlingen (Kilometer 5,32; im Südosten von Sohlingen) und Kammerborn (Kilometer 7,62; im Nordwesten) bis zum Endbahnhof in Schönhagen (Kilometer 9,62; im Nordwesten) wurde dann am 1. Oktober 1927 in Betrieb genommen (bereits 1921 waren in Schönhagen und Sohlingen Stationsgebäude in Errichtung). Eine Weiterführung durch das Ahle- und Dölmetal bis Neuhaus im Solling und dann weiter bis Holzminden war geplant, wurde aber trotz einfachem Gelände nicht umgesetzt.

Die Strecke wurde hauptsächlich nur zwischen Uslar und Uslar Stadt frequentiert, weshalb der Personenverkehr unter anderem deshalb und auch durch die schon damals große Verbreitung des PKWs bereits am 1. Juni 1958 mit Beginn des damaligen Sommerfahrplans aus Wirtschaftlichkeitsgründen wieder eingestellt und durch Busverkehr ersetzt wurde. Der Güterverkehr ging seit dem 1. Januar 1974 nur noch bis Sohlingen, da er auf der Gesamtstrecke auch stetig zurückging und sich auch der Gleiszustand stetig verschlechterte. Nach einer letzten Abschlußfahrt 1976 wurden die Gleise zwischen Sohlingen und Schönhagen wieder entfernt. Der später nur noch seltene Güterverkehr nach Sohlingen wurde dann schließlich nach Ankündigung im Frühjahr 1988 auch am 23. September 1989 mit Beginn des Winterfahrplans endgültig offiziell eingestellt, da er mittlerweile auch auf diesem Stück bedeutungslos geworden war. Kurz danach wurden die Gleise bis Uslar Stadt noch 1989 entfernt und der Rest bis 1990. Mittlerweile ist ein großer Teil der Strecke gut ausgebauter Rad- und Wanderweg.

Nutzung

Die Strecke war im Personenverkehr eine der kürzesten Nebenstrecken Deutschlands. Transportierte Güter waren geschlagenes Holz aus dem Solling sowie Dünger für die Weiden und Wiesen im Ahletal. Auch die Mitte des 20. Jahrhunderts blühende Uslarer Möbelindustrie wickelte hierüber ihren Lieferverkehr ab. Bis zur Schließung der Sohlinger Flachsröste 1953 wurde in der Saison auch Flachs angeliefert.

Verlauf

Die Strecke begann bei Kilometer -0,617 als Abzweig der Sollingbahn (Streckennummer 2975, Kursbuchstrecke 356 Nord) an Weiche 23 östlich vom Bahnhof Uslar auf Höhe des Stellwerks Uo (der Bahnhof selbst lag somit bei Streckenkilometer 0,00). Am Bahnhof Uslar war dann die Abfahrt auf einem dritten, südlichen und heute nicht mehr vorhandenem Gleis über den Bahnsteig C möglich. Hierbei verlief die Strecke zuerst parallel zur Sollingbahn auf einem hohen Bahndamm ehe sie die Hauptstrecke auf einer Brücke in Richtung Westen überquerte. Nach einem Einschnitt nördlich des Wäldchens Eichholz, überquerte sie auf einer steinernen Brücke (größtes Bauwerk der Strecke abgesehen vom Damm) die Alleestraße (Kreisstraße 449 Uslar-Bodenfelde) in Uslar und verlief südlich parallel zur Uslarer Wiesenstraße. Der Bahnhof Uslar Stadt entspricht dabei nicht dem heutigen Bahnhof Uslar in dessen Ortsteil Allershausen sondern lag in dieser Straße in dem Gebäude gegenüber der Einmündung der Mühlenstraße, die seinerzeit wegen des Bahnhofs Neue Bahnhofstraße hieß. Nach einer kleinen Brücke über den Hüttengraben gab es am Ortsausgang Richtung Sohlingen einen Bahnübergang über die Bundesstraße 241. Zu dieser verläuft die Bahn nun bis kurz vor Schönhagen mehr oder weniger parallel im Norden in Richtung Nordwesten, wobei sie teilweise auf kleineren Dämmen verlief und zwischen Kammerborn und Schönhagen den Bach Ahle überquerte, zu welchem sie bis dahin parallel südlich in dessen Bachtal verlief. Das Streckenende lag dann bei Kilometer 10,057 im nordwestlichen Teil von Schönhagen.

Streckenbilder

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