Bahnstrecke Verviers–Spa-Géronstère
Verviers–Spa-Géronstère
Kursbuchstrecke: L 44
Streckenlänge: 17 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Legende
Strecke – geradeaus
Wesertalstrecke von Aachen
Bahnhof, Station
0 Verviers Central (Reiterbahnhof)
Tunnel
Tunnel
   
Ensival
Brücke über Wasserlauf (groß)
Vesdre
Brücke über Wasserlauf (groß)
Vesdre
Bahnhof, Station
4 Pepinster (Keilbahnhof)
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Wesertalstrecke nach Lüttich
Haltepunkt, Haltestelle
5 Pepinster-Cité
   
Chinheid
Haltepunkt, Haltestelle
7 Juslenville
   
Theux Marie Louise
Bahnhof, Station
8 Theux
   
Theux Centre
Haltepunkt, Haltestelle
10 Franchimont
   
La Reid
   
Marteau
Bahnhof, Station
16 Spa
Brücke (mittel)
Viadukt
   
17 Spa-Géronstère
   
ehem. nach Stavelot

Die Bahnstrecke Verviers–Spa-Géronstère (L 44) ist eine 17 Kilometer lange mit 3kV Gleichstrom elektrifizierte Nebenbahn in Belgien. Die Strecke verbindet Verviers über Pepinster und Theux mit der Wasserstadt Spa. Früher führte sie noch weiter von Spa über Stavelot nach Trois-Ponts, um von dort aus Luxemburg zu erreichen.

Inhaltsverzeichnis

Strecke

Verviers Central
Keilbahnhof Pepinster

Die Strecke hat ihren Ausgangspunkt im Hauptbahnhof von Verviers, Verviers Central an der Wesertalstrecke. Als Besonderheit ist dieser fünfgleisige Bahnhof als Sattelbahnhof ausgeführt, was bedeutet, dass das Empfangsgebäude, welches quer zu den Gleisen gebaut wurde, auf jenen sattelt.

Über die Wesertalstrecke führt die Ligne 44 dann weiter mit zweimaligem Queren der Vesdre zum Keilbahnhof Pepinster. Dort verzweigt sich die Strecke nach Spa und Lüttich. Zwischen den Bahnsteigen der jeweiligen Richtungen (Lüttich, Aachen, Spa) befindet sich eine interessante und aufwändig restaurierte Bahnhofshalle, welche ein Umsteigen zwischen den Zügen auf trockenem Fuße gewährleistet.

Nach mehrmaligem Queren des Flüsschens Hogne - mittels einiger kleiner Brückenkonstruktionen und kleineren Durchlässen - und Halten in Pepinster-Cité, Juslenville und Theux wird der Haltepunkt der Ruine Franchimont erreicht, von wo aus sich die Strecke dem immer enger werdendem Tal des Wayai-Baches folgend dem Bahnhof von Spa nähert. Zwischen dieser Station und dem Endpunkt Géronstère weist die Bahnstrecke eine starke Steigung auf und führt zum Teil über ein gemauertes Viadukt.

Am Haltepunkt Géronstère endet die Strecke an einem Prellbock; der weitere Streckenverlauf der gleislosen Trasse, die im Verlauf via Nivezée, Sart lez Spa, Hockai und Francorchamps noch weiter ansteigt und in einem großen Bogen einen Höhenzug der Ardennen umkurvt, lässt sich nur noch erahnen. Im Bahnhof Stavelot ging die Strecke ehemals über auf die bis 2006 im Güterverkehr betriebene Vennbahn, welche von dort aus schon nach 5 Kilometern den Bahnhof von Trois-Ponts an der noch im internationalen Fernverkehr befahrenen Strecke nach Luxemburg und Lüttich erreicht.

Betrieb und Geschichte

Die am 17. Februar 1867 durch den Prince Henri de Luxembourg und seiner Gattin Prinzessin Amélie eröffnete Strecke (die zur Verfügung gestellten Kapitalmittel kamen von einer Luxemburgischen Gesellschaft) bot schon recht früh einen Anschluss des Vervierser Industrieraums über Spa hinaus via Stavelot und Trois-Ponts nach Luxemburg. Später - im Jahre 1872 - wurde die Strecke von Belgien gekauft und im Abschnitt Pepinster - Spa - Gouvy auch durch die Belgische Staatsbahn betrieben.

Bahnhof Spa
Haltepunkt Géronstère

Allerdings erlitt die Strecke von Spa aus ebenfalls schon recht früh um 1890 mit dem Bau der Strecke Lüttich - Rivage - Trois-Ponts einen erheblichen Bedeutungsverlust im Verkehr Ostbelgien ↔ Luxemburg, sodass der Streckenabschnitt Spa - Stavelot (- Trois-Ponts) für den Eisenbahnverkehr immer uninteressanter wurde.

Hinzu kam eine durch die Ardennen bedingte denkbar ungünstige Topographie (starke Steigungen und im Vergleich zur Luftlinie eine lange und kurvenreiche Streckenführung) des südlichen Streckenabschnitts, sodass bereits kurz nach dem 2. Weltkrieg in den 1950er Jahren der Verkehr zwischen Spa und Stavelot eingestellt wurde.

Seit diesem Zeitpunkt bildet der Haltepunkt Spa-Géronstère, welcher im südlichen Teil der Kurstadt liegt den Endpunkt der Strecke. Im Rahmen einer Modernisierungsoffensive der SNCB erhielt die Strecke in den 1970er Jahren eine Oberleitung, sodass seit diesem Zeitpunkt eine elektrische Traktion auf der Strecke möglich ist.

Gegenwärtig verkehren auf der Strecke im Nahverkehr vertaktete L-Züge der Relation Spa-Géronstère - Theux - Pepinster - Verviers - Dolhain - Welkenraedt mit älteren Elektrotriebwagen der SNCB. Zusätzlich wird das Angebot werktags durch P-Züge der Relation Spa-Géronstère - Theux - Pepinster - Verviers - Dolhain - Welkenraedt - Eupen verstärkt. Als Triebfahrzeug kommen Elektrotriebwagen der NMBS/SNCB-Reihe AM 62-79 zum Einsatz.

Trivia

  • Endgültig wurde die Strecke zwischen Géronstère und Stavelot erst 1969 stillgelegt, da sie vorher noch durch Sonderzüge zum Formel1-Rennen von Spa-Francorchamps und durch sporadischen Güterverkehr genutzt wurde.
  • Nach der Stilllegung des Abschnitts zwischen Géronstère und Stavelot verwilderten die Gleise relativ schnell - kurioserweise verbreitete sich hier der Japanische Staudenknöterich, eine Pflanzenart, die vermutlich erst durch den Eisenbahnbau eingeführt wurde.

Weblinks


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