Bahnstrecke Walsrode–Buchholz
Hannover Hbf–Buchholz (Nordheide)
Kursbuchstrecke (DB): 123, 109d (1941)
Streckennummer: 1711, 1712
Streckenlänge: 133,1 km
Maximale Neigung: 10,5 
Höchstgeschwindigkeit: 80 km/h
Legende
S-Bahnhof
0,0 Hannover Hbf KBS 110
S-Bahnhof
10,0 Langenhagen-Mitte
S-Bahnhof
11,4 Langenhagen-Pferdemarkt
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Hasenbahn nach Celle
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
zum Flughafen Hannover
S-Bahnhalt…
14,0 Langenhagen-Kaltenweide
S-Bahnhof
19,6 Bissendorf
S-Bahnhof
22,6 Mellendorf
S-Bahnhof
26,3 Bennemühlen
Haltepunkt, Haltestelle
30,6 Lindwedel
34,5 Hope seit 2002 kein Personenverkehr
zur abgebauten Allertalbahn
Bahnhof, Station
40,1 Schwarmstedt
zur abgebauten Allertalbahn
Brücke über Wasserlauf (groß)
Aller
Haltepunkt, Haltestelle
44,1 Hademstorf
Haltepunkt, Haltestelle
46,8 Eickeloh
Bahnhof, Station
51,0 Hodenhagen ex Riethagen
Bahnhof ohne Personenverkehr – Dienststation, Betriebs- oder Güterbahnhof
56,0 Düshorn
zur Verden-Walsroder Eisenbahn
Bahnhof, Station
62,0 Walsrode
zur Bahnstrecke Bremervörde–Walsrode
Strecke – geradeaus
zur Bahnstrecke Bomlitz–Walsrode
65,4 Honerdingen
ehemaliger Anschluss der Werksbahn EIBIA
Bahnhof, Station
70,3 Bad Fallingbostel
Bahnhof, Station
76,8 Dorfmark
Bahnhof ohne Personenverkehr – Dienststation, Betriebs- oder Güterbahnhof
80,7 Jettebruch
83,1 Mittelstendorf
OHE Soltau–Neuenkirchen
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
zur Bahnstrecke Uelzen–Langwedel
Bahnhof, Station
88,0 Soltau (Han)
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
zur OHE nach Lüneburg und Celle
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
zur Bahnstrecke Uelzen–Langwedel
Planfreie Kreuzung – oben
Bahnstrecke Uelzen–Langwedel
Haltepunkt, Haltestelle
92,3 Soltau Nord seit 1941
Haltepunkt, Haltestelle
95,4 Wolterdingen (Han)
99,1 Gröps
Haltepunkt, Haltestelle
101,6 Hemsen (b. Soltau)
Bahnhof, Station
105,4 Schneverdingen
Brücke (mittel)
Dumpetalbrücke
111,5 Barrl 1938–1989 Personenverkehr
Haltepunkt, Haltestelle
115,3 Wintermoor
Bahnhof, Station
121,8 Handeloh ex Handorf-Welle
Haltepunkt, Haltestelle
125,1 Büsenbachtal seit 2. Juni 1957
Haltepunkt, Haltestelle
127,0 Holm-Seppensen
Haltepunkt, Haltestelle
130,7 Suerhop
von Bremervörde
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
auf die Rollbahn
von Bremervörde
Bahnhof, Station
133,1 Buchholz (Nordheide)
Strecke – geradeaus
nach Hamburg Hauptbahnhof und Maschen

Die Heidebahn ist eine überwiegend nicht elektrifizierte und eingleisige Eisenbahnstrecke mit regionaler Bedeutung. Sie verbindet Buchholz in der Nordheide mit der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover. Die Nordsüdverbindung ist zusammen mit der in Ostwestrichtung verlaufenden Bahnstrecke Uelzen–Langwedel der wichtigste Schienenweg durch die Lüneburger Heide.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts kamen in Walsrode erste Bestrebungen auf, Anschluss an eine Eisenbahnlinie zu bekommen. Als 1866 die Überlegungen für den Bau der sogenannten Amerikalinie BremenUelzenBerlin begannen, setzte sich die Stadt Walsrode für einen Anschluss an diese Linie ein. Diese Bemühungen verliefen jedoch erfolglos. Erst am 27. Februar 1885 wurde in Berlin der Bau einer Eisenbahn Hannover–Walsrode–Visselhövede beschlossen. 1890 erfolgte die Inbetriebnahme der Strecke bis Walsrode. Am 16. Juni des Jahres wurde zunächst der Güterverkehr auf dem Bahnhof Walsrode eröffnet und am 25. August 1890 erfolgte unter großen Feierlichkeiten die Eröffnung der neuen Strecke Hannover-Visselhövede. Später wurde der Abschnitt von Walsrode nach Visselhövede über Rotenburg (Wümme), Zeven und Bremervörde nach Bremerhaven verlängert. Dieser Abschnitt Bremervörde–Walsrode war als Fernverbindung gedacht und war weitgehend geradlinig trassiert. Jedoch konnte er sich nie als Durchgangsstrecke etablieren.

Schon bei Baubeginn der Strecke Hannover-Visselhövede war auch in Fallingbostel und Soltau das Bestreben groß, Anschluss an diese Strecke zu erhalten und eine Zweiglinie Walsrode-Fallingbostel-Soltau zu bauen. Diese wurde am 1. Oktober 1896 in Betrieb genommen. Am 1. Juni 1896 erreichte der erste Personenzug Fallingbostel. Am 1. Oktober 1901 wurde Soltau–Buchholz in Betrieb genommen. Diese Abschnitte haben deutlichen Nebenbahncharakter. Damit war die heutige Heidebahn fertig, es wurden noch einige Nebenbahnen ergänzt.

  • In Soltau wurden die späteren OHE-Strecken nach Celle (23. April 1910), Lüneburg (13. Juni 1913) und Neuenkirchen (1. Januar 1917) angeschlossen.

Erst am 15. Mai 1938 folgte der bis heute wichtigste Abzweig, als die sogenannte „Hasenbahn“ von Langenhagen nach Celle den Betrieb aufnahm. Die so entstandene Verbindung Hannover–Langenhagen–Celle ist heute Teil der Fernstrecke Hannover–Hamburg.

Die Nebenstrecken in der Heide konnten sich nicht auf Dauer halten. Von 1961 bis 1975 wurden die OHE-Strecken um Soltau im Personenverkehr aufgegeben, 1964 die Verden–Walsroder Eisenbahn. 1980 wurde die Strecke nach Visselhövede auf den Werksverkehr nach Bomlitz verkürzt, der bis 1991 bedient wurde. Der Personenverkehr auf der Allertalbahn Verden–Schwarmstedt–Celle wurde 1966 eingestellt, die Strecke 1995 stillgelegt.

Die Heidebahn selber stand in den 1980er und frühen 1990er Jahren immer wieder zur Diskussion, besonders gefährdet war der Abschnitt Buchholz–Soltau.

Zur Expo 2000 hat Hannover eine S-Bahn erhalten. In dieses Netz wurde auch die Heidebahn eingebunden. Dabei wurde der Bahnhof in Bennemühlen als vorläufiger Endpunkt ausgewählt. An der Grenze der Region Hannover liegend hat diese Station nur ein geringes eigenes Verkehrsaufkommen.

Zwischen Buchholz und Hademstorf stehen noch Formsignale, die Strecke ist auf diesem Abschnitt noch mit mechanischen Stellwerken ausgerüstet.

Heutige Bedienung

Die Heidebahn hat Bedeutung für den Pendlerverkehr nach Hannover und Hamburg sowie für den Tagestourismus.

Auf ihrem südlichen Abschnitt zwischen Langenhagen und Bennemühlen ist die Heidebahn elektrifiziert und als Linie S 4 Teil der S-Bahn Hannover. Bis Bissendorf ist sie zweigleisig ausgebaut.

Das nördliche Ende zwischen Buchholz in der Nordheide und Handeloh ist als Regionalbahnstrecke R 41 Teil des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV). Auf der Strecke zwischen Handeloh und Soltau gilt der HVV-Tarif eingeschränkt nur für Zeitkarten. Die Strecke ist für eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h zugelassen.

Da die Verbindungen Hamburg–Uelzen–Hannover und Hamburg–Rotenburg (Wümme)–Verden (Aller)–Hannover deutlich schneller sind, hat die Heidebahn keine nennenswerte Bedeutung für den Durchgangsverkehr; die Fahrt Hamburg–Soltau–Hannover dauert mindestens 2:51 h (Sommerfahrplan 2008). Es werden keine durchgehenden Verbindungen angeboten, so dass in Buchholz (Nordheide), Soltau und/oder Bennemühlen umgestiegen werden muss. Die durchgehende Verbindung der Heidebahn von Soltau bis Harburg soll erst zum Fahrplanwechsel im Dezember 2010 umgesetzt werden[1].

Regelmäßige Güterzüge gibt es nur auf dem südlichen Teil der Strecke bis Walsrode.

Fahrzeugtypen

Die Strecke wird von DB Regio mit Triebwagen der Baureihe 628 befahren, beim morgendlichen Schülerverkehr in Doppel- oder auch Dreifachtraktion. Auf dem Abschnitt Hannover–Bennemühlen verkehren S-Bahn-Triebwagen der Typen 424 und 425.2.

Güterverkehr wird von der Deutschen Bahn mit Loks der Baureihe 294, 295 und 296, von der Mittelweserbahn mit Loks der Baureihe G 1700 und von den Osthannoverschen Eisenbahnen durchgeführt.

Bis zum 10. Dezember 2005 kamen mit der Baureihe 218 bespannte 5-Wagen-Züge und Triebwagen der Baureihe 634 zum Einsatz. Der letzte Schienenbus fuhr 1989.

Ausbau

Die Heidebahn soll für eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 120 km/h ausgebaut werden. Der Ausbau der Heidebahn ist in drei Abschnitten vorgesehen

  • Bennemühlen–Walsrode
  • Walsrode–Soltau
  • Soltau–Buchholz

Die Fertigstellung des ersten Bauabschnitts zwischen Bennemühlen und Walsrode war ursprünglich für 2007 vorgesehen. Im Dezember 2007 sind die für den Ausbau nötigen Verträge von der Bahn und dem Land Niedersachsen (vertreten durch die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG)) unterschrieben worden. Die Inbetriebnahme des ersten Bauabschnitts ist zum Fahrplanwechsel 2010 vorgesehen. Am 21. Oktober 2008 wurde ein aktualisierter Zeitplan bekannt gegeben. Danach erfolgt die Ausschreibung für den ersten Bauabschnitt in Kürze, im März 2009 soll der Zuschlag erteilt werden, im April die Ausführungsplanung vorliegen. Baubeginn für den ersten Abschnitt soll Mitte Juni 2009 erfolgen.[2]

Der dritte Bauabschnitt (Soltau–Buchholz) muss aufgrund von zeitlichen Restriktionen, da EU-Mittel genutzt werden sollen, vor dem zweiten Bauabschnitt (Walsrode–Soltau) erfolgen. Die Entwurfsplanung für den dritten Bauabschnitt wird noch im Jahr 2008 fertig gestellt, damit Ende 2009 mit dem Ausbau begonnen werden kann.

Der zweite Bauabschnitt wird im Anschluss daran umgesetzt. Sämtliche Baumaßnahmen könnten im Jahr 2013 abgeschlossen sein.

Fahrzeit Buchholz nach Hannover

  • vor Baubeginn (Sommerfahrplan 2008) mindestens 2:24 h
  • nach Fertigstellung (Winterfahrplan 2013) 1:50 h
  • Gesamtinvestitionen: 88,3 Millionen Euro[3]

Planungen, die Heidebahn südlich von Walsrode als Teil der Y-Trasse zur Schnellfahrstrecke auszubauen, sind nicht mehr aktuell. Stattdessen sind für Walsrode verschiedene Varianten eines Regionalbahnhofes auf oder an der geplanten Hochgeschwindigkeitsstrecke in Diskussion, die Umbauten der Heidebahn zur Folge hätten.

Der Verkehrsclub Deutschland lehnt die Y-Trasse ab und fordert als Alternative den Ausbau der Heidebahn zwischen Buchholz und Soltau als Güterstrecke, um zusammen mit der OHE-Strecke Soltau–Celle eine Entlastungsstrecke für Hamburg–Uelzen–Celle zu schaffen (der Nord-Süd-Güterverkehr wird in der Regel über Lehrte, nicht über Langenhagen geleitet).

Literatur

Dierk Lawrenz; Lothar Eichmann: Die Heidebahn. Von Buchholz über Schneverdingen nach Soltau. 2. Auflage. EK-Verlag, Freiburg 1997, ISBN 3-88255-419-3. 

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://www.abendblatt.de/daten/2008/10/24/958400.html
  2. http://www.wz-net.de/?&artikel=108892150&red=21&ausgabe=
  3. http://www.lnvg.niedersachsen.de/download/lnvginfo_010.pdf, LNVG.Info Ausgabe 10, Juni 2008, S. 4

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