Bahnstrecke Wiesau–Cheb
Wiesau–Waldsassen–Eger
Kursbuchstrecke (DB): ex 855
Streckennummer: 5040
Streckenlänge: 26,5 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Legende
Strecke – geradeaus
von Regensburg
von Bärnau
Bahnhof, Station
0,0 Wiesau (Oberpf)
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
nach Hof
3,6 GRB Mitterteich
5,9 Mitterteich
10,3 Steinmühle
14,3 Waldsassen
Staatsgrenze DeutschlandTschechien
20,3 Slapany früher Schloppenhof
von Plzeň
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
von Nürnberg
Bahnhof, Station
26,5 Cheb früher Eger
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
nach Chomutov
Strecke – geradeaus
nach Plauen

Die Bahnstrecke Wiesau–Eger war eine Hauptbahn in Bayern und Tschechien, welche ursprünglich als Teil der Hauptbahn RegensburgWeidenEger (heute: Cheb) von der einstigen AG der Bayerischen Ostbahnen errichtet und betrieben wurde. 1945 wurde die Strecke an der Staatsgrenze unterbrochen, seit 2000 ist sie mit Ausnahme eines 3,6 km langen Abschnitts komplett stillgelegt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die AG der Bayerischen Ostbahnen eröffnete als Teil ihrer Nord-Südstrecke am 15. August 1864 den Abschnitt von Weiden über Wiesau bis Mitterteich und am 15. Oktober 1865 dessen Fortsetzung zum Knotenpunkt Eger im damals zu Österreich gehörenden Böhmen.

Zwar verlor diese – stets eingleisige – Strecke teilweise ihre Bedeutung, nach dem die Bayerische Staatsbahn am 1. Juni 1882 die Verbindung Marktredwitz–Wiesau in Betrieb genommen hatte, doch verkehrten auf ihr noch bis zum Ersten Weltkrieg Schnellzüge.

Erst die Gründung der Tschechoslowakei führte seit 1919/20 zu einer stärkeren Betonung der Grenze, die östlich von Waldsassen kurz vor Schloppenhof verlief. Von dieser Station durfte nur noch der Personenverkehr nach und von Eger bedient werden. Die Strecke verblieb auch weiterhin im Eigentum der nunmehrigen Deutschen Reichsbahn; die Güterabfertigung besorgte allerdings jede Verwaltung für sich.

Nach der Angliederung des Sudetenlandes an Deutschland im Jahre 1938 wurde die Strecke von einer Schnellzugverbindung München–Karlsbad befahren.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kam es im Mai 1945 zu einer dauernden Unterbrechung des Zugverkehrs. Der Zugverkehr Cheb–Slapany wurde noch bis 1967 aufrecht erhalten. Die Strecke auf bayerischem Gebiet wurde noch vierzig Jahre – seit 1977 als Nebenbahn – betrieben.

Die Deutsche Bundesbahn stellte am 30. Mai 1986 den – zeitweise mit mehr als zehn Zugpaaren beachtlich starken – Personenverkehr ein. Der Güterverkehr nach Waldsassen endete am 10. Oktober 1994, nach Mitterteich offiziell mit dem 1. Januar 2000. Das Eisenbahn-Bundesamt genehmigte am 1. August 1995 die Stilllegung des Streckenabschnitts Mitterteich–Waldsassen, die zum 5. November 1995 erfolgte.[1] Zum 31. Januar 2000 folgte die Genehmigung zur Stilllegung der Teilstrecke Wiesau–Mitterteich, die von Streckenkilometer 3,6 bis Mitterteich am 19. März 2000 vollzogen wurde.[2]

Der verbleibende Abschnitt von Wiesau bis zum Gleisanschluss der GRB Mitterteich (km 3,6) wurde zum 31. Dezember 2000 in ein Nebengleis des Bahnhofs Wiesau umgewandelt und wird weiterhin nach Bedarf durch Railion Deutschland im Güterverkehr genutzt.

Steinbruchbahn

Von der Station Steinmühle betrieb die Bayerische Basalt AG eine Feldbahn in der Spurweite von 700 mm zu einem Steinbruch. Nach Aufgabe der Basaltproduktion beförderte die Bahn Kaolin, bis sie am 31. Oktober 1984 stillgelegt wurde.

Einzelnachweise

  1. Stillgelegte Strecken Übersicht des Eisenbahn-Bundesamtes
  2. Drucksache 15/285 des deutschen Bundestags vom 9. Januar 2003 zum Thema „Stilllegung von regionalen Schienenstrecken“

Literatur

  • Gerald Hoch, Andreas Kuhfahl: Nebenbahnen in der Oberpfalz. Verlag Resch, Neustadt bei Coburg 2000, ISBN 978-3980596770. 

Weblinks


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