Bahnstrecke Zell im Wiesental–Todtnau
Zell im Wiesental–Todtnau
Eröffnungszug am 7. Juli 1889 in Todtnau
Eröffnungszug am 7. Juli 1889 in Todtnau
Kursbuchstrecke: zuletzt 304b
Streckenlänge: 18,74 km
Spurweite: 1000 mm (Meterspur)
Maximale Neigung: 28,6 
Minimaler Radius: 70 m
Legende
Strecke – geradeaus
Wiesentalbahn von Lörrach
Bahnhof ohne Personenverkehr
0,00 Zell (Wiesental) Umladebahnhof 427,5 m
BSicon eBS2+l.svgBSicon BS2+r.svg
BSicon exBHF.svgBSicon KHSTe.svg
0,62 Zell (Wiesental) 427,5 m
BSicon exBS2l.svgBSicon exBS2c3.svg
   
2,52 Atzenbach 443,5 m
   
4,53 Mambach 461,8 m
   
5,20 Pfaffenbach
   
6,40 Silbersau
   
7,00 Bändelbach
   
7,15 Hepschingen 488,6 m
   
7,50 Hepschinger Bach
   
7,93 Hepschinger Tunnel (80 m)
   
8,94 Kasteler Brücke 505,0 m
   
10,00 Böllenbach
   
10,28 Wembach 514,5 m
   
11,14 Anschluss Brand
   
11,25 Anschluss Brand
   
12,01 Schönau 529,7 m
   
Anschluss Riegeler Bierablage
   
13,08 Schönenbuchen 538,7 m
   
Anschluss Bundweberei Hipp
   
13,50 Aiternbach
   
13,80 Wiedenbach
   
14,55 Utzenfeld 553,6 m
   
Anschluss Finstergrund
   
16,36 Geschwend 591,6 m
   
17,36 Schlechtnau 614,9 m
   
18,74 Todtnau 642,0 m

Die Bahnstrecke Zell im Wiesental–Todtnau war eine 18,74 Kilometer lange privat betriebene meterspurige Schmalspurbahn von Zell im Wiesental nach Todtnau. Sie wurde als Fortsetzung der normalspurigen Wiesentalbahn von Basel über Lörrach nach Zell auch als Obere Wiesentalbahn bezeichnet. Im Volksmund hieß sie Todtnauerli.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Badische Eisenbahn-Konsortium unter Beteiligung der Firma Herrmann Bachstein und einiger Banken eröffnete den Betrieb dieser zweiten Schmalspurbahn im gesamten Großherzogtum Baden am 7. Juli 1889. Sie ging am 1. April 1897 auf die von Bachstein gegründete Süddeutsche Eisenbahn-Gesellschaft (SEG) über.

vereinfachtes Höhenprofil der Strecke

War Anfang der Verkehr mit Rollböcken nur bis zur Spinnerei Atzenbach zugelassen, so wurde in den Jahren 1922 bis 1924 die Strecke für die höheren Achslasten von Rollwagen umgebaut und das Lichtraumprofil für aufgeschemelte Normalspurwagen erweitert. In Zell wurde eine dreigleisige Anlage für das Be- und Entladen von Rollwagen gebaut. Damit war der Transport normalspurigen Wagen auf Rollwagen auf der ganzen Strecke möglich.

Nach Ablauf der Konzession übernahm das Land Baden-Württemberg die Strecke am 1. Januar 1953 und brachte sie in die Mittelbadische Eisenbahnen AG ein. Der Rückgang des Verkehrsaufkommens führte zur Stilllegung des Personenverkehrs am 25. September 1966 und des Güterverkehrs am 24. September 1967. Die Gleisanlagen sind restlos abgebaut worden. Heute befindet sich auf der Trasse ein Bahntrassenradweg.

Mit einer Steigung von 1:35 an einer Stelle besaß die Strecke die größte Steigung einer badischen Privatbahn. Sie musste sich diesen Titel jedoch mit der Oberrheinischen Eisenbahn und der Albtalbahn teilen.[1] Zudem war die Strecke die einzige Privatbahn im südlichen Schwarzwald, die einen Tunnel besaß.[2]

Fahrzeuge

Die zur Erstausstattung gehörende Lok 74 (Krauss 1889) blieb bei der DGEG im Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen erhalten. Die beiden Mallet-Dampflokomotiven SEG 104 und 105 sowie der Personenwagen C4 Nr. 171 befinden sich heute bei der Museumsbahn Blonay-Chamby in der Schweiz. Zwei weitere Personenwagen mit Neuaufbauten von 1954, ex SEG C4 Nr. 174 (Herbrand 1891, heute DEV Nr. 25) und ex SEG C4 Nr. 124 (MAN 1886, heute DEV Nr. 26), besitzt der Deutsche Eisenbahn-Verein in Bruchhausen-Vilsen. Der 1955 bei der Waggonfabrik Fuchs beschaffte Triebwagen MEG T 15 blieb bis zur Stilllegung 1967 auf der Strecke und befindet sich inzwischen als Nr. 187 012-0 bei den Harzer Schmalspurbahnen.

Literatur

  • Ludger Kenning; Michael Kopfmann: Schmalspurbahn Zell–Todtnau. Verlag Kenning, Nordhorn 2003. (Nebenbahndokumentationen 74), ISBN 3-933613-49-3
  • Peter-Michael Mihailescu, Matthias Michalke: Vergessene Bahnen in Baden-Württemberg. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1985, ISBN 3-8062-0413-6, S. 122–127. 

Einzelnachweise

  1. Albert Kuntzemüller: Die badischen Eisenbahnen 1840−1940, Selbstverlag der Geographischen Institute der Universitäten Freiburg i. Br. und Heidelberg, Freiburg im Breisgau 1940, S. 191
  2. Johann Hansing: Die Eisenbahnen in Baden. Ein Beitrag zur Verkehrs- und Wirtschaftsgeschichte, Fleischhauer & Spohn, Stuttgart 1929, S. 58

Weblinks


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