Bahrendorf
Bahrendorf
Einheitsgemeinde Sülzetal
Wappen von Bahrendorf
Koordinaten: 52° 0′ N, 11° 33′ O52.001711.556485Koordinaten: 52° 0′ 6″ N, 11° 33′ 23″ O
Höhe: 85 m ü. NN
Fläche: 11,7 km²
Einwohner: 731 (1. Okt. 2006)
Eingemeindung: 1. Apr. 2001
Eingemeindet nach: Sülzetal
Postleitzahl: 39171
Vorwahl: 039205
Bahrendorf (Sachsen-Anhalt)
Bahrendorf
Bahrendorf
Lage von Bahrendorf in Sachsen-Anhalt

Bahrendorf ist ein Ortsteil der Einheitsgemeinde Sülzetal im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Bahrendorf befindet sich in der Magdeburger Börde und liegt etwa 16 Kilometer südlich der sachsen-anhaltischen Landeshauptstadt Magdeburg.

Klima

Der Jahresniederschlag beträgt 481 mm. Die Niederschläge sind extrem niedrig. Sie liegen im unteren Zwanzigstel der in Deutschland erfassten Werte. An 1% der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Juni. Im Juni fallen 2 mal mehr Niederschläge als im Februar. Die Niederschläge variieren kaum und sind sehr gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur 9% der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1145 in einer Urkunde, in der das Dorf als Besitz des Kloster Berge bestätigt wurde. Der Ortsname, ursprünglich Bardenthorp, soll auf einen freien Mann namens Bardo hinweisen, nachdem das Dorf benannt wurde. Um 1300 entstand die Sankt-Stephanus-Kirche.

Während des Dreißigjährigen Kriegs erlitt Bahrendorf schwere Zerstörungen. Zwischen 1636 und 1647 war das Dorf unbewohnt. Auch in der nachfolgenden Zeit wurde die Bevölkerung durch Seuchen, Unwetter und große Brände heimgesucht. Im 19. Jahrhundert erlebte der Ort durch die Ansiedlung einer Zuckerfabrik, einer Zichoriendarre und von Mühlen einen wirtschaftlichen Aufschwung. 1876 wurde die katholische Sankt-Marien-Kirche errichtet, da im Zuge der industriellen Ansiedlung viele Arbeiter aus dem katholischen Eichsfeld nach Bahrendorf gezogen waren. 1896 erfolgte der Anschluss an das Eisenbahnnetz. Zichoriendarre und Zuckerfabrik wurden 1918 wieder geschlossen. 1999 wurde die Bahnstrecke Blumenberg–Schönebeck (Elbe), an der Bahrendorf lag, wieder stillgelegt.

In den Jahren ab 1903 entstand nach Plänen des Architekten Paul Schultze-Naumburg für den Gutsbesitzer H. A. Schaeper das Schloss Bahrendorf, welches von 1945 bis 2002 das Kreiskrankenhaus des damaligen Landkreises Wanzleben beherbergte und dann zum Pflegezentrum umgebaut wurde.

1950 wurde das benachbarte Stemmern nach Bahrendorf eingemeindet. Seit 1994 gehörte Bahrendorf zur Verwaltungsgemeinschaft Sülzetal. Im Jahr 2001 wurde es Ortsteil der neu gebildeten Gemeinde Sülzetal.

Wappen

Unbestätigtes Wappen von Bahrendorf

Blasonierung: „In rotem Schild eine nach rechts geneigte, geflügelte Barte in Silber.“

Dieses Bild ist aus den Siegeln und Familienwappen der Magdeburger Bürgerfamilien Harkstroh und Griper hergeleitet. Beide Familien führten das durchaus gleiche Wappen im Siegel, von dem eine erste Fassung aus dem Jahre 1449 bekannt ist. Die in den historischen Familienwappen geführten Farben sind unbekannt. Jetzt wurde Rot-Silber gewählt, die Landesfarben des ehemaligen Erzstiftes Magdeburg, in dem Bahrendorf lag.

Die genannten Familien waren mindestens seit der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts in Bahrendorf, Haldingsdorf (wüst bei Bahrendorf), in Stemmern und anderen Orten mit erzbischöflichen und Kloster-Bergeschen Gütern belehnt und hatten so jahrhundertelang Beziehungen zu den genannten Orten.

Nach Johann Heinrich Hävecker (1720) soll die Gemeinde Bahrendorf die geflügelte Barte in seiner Zeit als "redendes Wappen" (Barte - Bahrendorf) im Gemeindesiegel geführt haben. Auf diese Angabe stützt sich das heutige Wappen.

Die Gemeinde Bahrendorf hat später ein anderes Gemeindesiegel geführt, das einen gedoppelten Kirchturm zeigt, in dessen Fuß in einer runden Kartusche der Brandenburg-Preußische Adler erschien. Dieses Siegel wurde noch einmal in den ersten Jahren nach 1945 verwendet.[1]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Geschichtsdenkmal

Schloss Bahrendorf 1958


Personen

In Bahrendorf geboren wurden:

Auf andere Weise mit Bahrendorf verbunden sind:

  • Heinrich Winkelmann (1885 - 1943), deutscher Theologe, war zwischen 1918 und 1921 Pfarrvikar in Bahrendorf.
  • Gustav Ernst Otto Münchmeyer (1897 - 1976), deutscher Pädagoge und Landschaftsgestalter. Münchmeyer verstarb 1976 in Bahrendorf.
  • Hans-Arthur Spieß (1910 - 1979), deutscher Maler und Graphiker, verstarb 1979 in Bahrendorf.
  • Walter Lämmerzahl (1911 - 1981), deutscher Arzt. Lämmerzahl schuf im Schloss Bahrendorf 1945 das Kreiskrankenhaus, welches er bis 1976 leitete. Er verstarb 1981 in Bahrendorf.

Einzelnachweise

  1. nach Nowak, Agrarmuseum Ummendorf, 1989

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Bahrendorf — 52° 00′ 06″ N 11° 33′ 23″ E / 52.0017, 11.5564 …   Wikipédia en Français

  • Bahrendorf (Begriffsklärung) — Bahrendorf ist der Name der folgenden Orte: Bahrendorf, Ortsteil der Gemeinde Sülzetal bei Magdeburg Bahrendorf (Hitzacker), Ortsteil der Stadt Hitzacker (Elbe) Bahrendorf, heute Niedzwiedz, Ort im Powiat Lipnowski der Woiwodschaft Kujawien… …   Deutsch Wikipedia

  • Château de Bahrendorf — Le château en 1958 Période ou style néobaroque Architecte Paul Schultze Naumburg Début construction …   Wikipédia en Français

  • Schloss Bahrendorf — Schloss Bahrendorf, 1958 …   Deutsch Wikipedia

  • Schimrock — Gunar Schimrock (* 19. März 1959 in Bahrendorf) ist ein ehemaliger deutscher Handballtorwart. Gunar „Gromek“ Schimrock spielte von der Saison 1977/78 bis zur Saison 1996/97[1] in der ersten Männermannschaft des SC Magdeburg. Er trug die… …   Deutsch Wikipedia

  • Stemmern (Sülzetal) — Stemmern Einheitsgemeinde Sülzetal Koordinaten …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Wappen im Landkreis Börde — Diese Liste zeigt die Wappen der Verbandsgemeinden, Verwaltungsgemeinschaften, Städte und Gemeinden sowie Wappen von ehemals selbstständigen Gemeinden und aufgelösten Landkreisen im Landkreis Börde in Sachsen Anhalt. Wappen des Landkreises Börde …   Deutsch Wikipedia

  • Bahnstrecke Blumenberg–Schönebeck (Elbe) — Schönebeck (Elbe)–Blumenberg Kursbuchstrecke (DB): 761 (DR) 316 (DBAG) Streckennummer: 6857 Streckenlänge: 25,5 km Spurweite: 1435 mm (Normalspur) Höchstgeschwindigkeit: 50 km/h Legende …   Deutsch Wikipedia

  • Bahnstrecke Schönebeck (Elbe)–Blumenberg — Schönebeck (Elbe)–Blumenberg Kursbuchstrecke (DB): 761 (DR) 316 (DBAG) Streckennummer: 6857 Streckenlänge: 25,5 km Spurweite: 1435 mm (Normalspur) Höchstgeschwindigkeit: 50 km/h Legende …   Deutsch Wikipedia

  • Friedrich Heine — (* 13. Juni 1863 in Bahrendorf bei Magdeburg; † 26. September 1929 in Halberstadt) war ein deutscher Unternehmer. Leben Der Sohn eines Kleinhändlers blieb bis zu seinem 16. Lebensjahr in seinem Heimatort und ging dann auf Wanderschaft. Nach… …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”