Bahrenfeld
Wappen von Hamburg

Bahrenfeld
Stadtteil von Hamburg

Lage von Bahrenfeld in Hamburg
Koordinaten 53° 34′ 0″ N, 9° 54′ 0″ O53.5666666666679.97Koordinaten: 53° 34′ 0″ N, 9° 54′ 0″ O
Fläche 10,6 km²
Einwohner 26.756 (12. 31 2007)
Bevölkerungsdichte 2524 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Apr. 1938
Vorwahl 040
Stadtbezirk Bezirk Altona
Verkehrsanbindung
Autobahn
Bundesstraße
S-Bahn S1, S11, S2, S21, A1
Quelle: Gebietsreihe Statistikamt Nord

Bahrenfeld ist ein Stadtteil im westlichen Hamburg. Er gehört zum Bezirk Altona, 1938 eingemeindet hat der Stadtteil im Jahr 2007 über 26.000 Einwohner.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Ausdehnung des Stadtgebiets

Bahrenfeld hatte 2007 eine Fläche von 10,6 km².[1]

Benachbarte Stadtteile

Bahrenfeld grenzt im Westen an Osdorf, im Südwesten an Groß Flottbek, im Süden an Othmarschen und Ottensen, im Südosten an Altona-Nord, im Osten an Stellingen und im Norden an Eidelstedt und Lurup.

Geschichte

Bahrenfeld wurde im Jahr 1256 erstmalig erwähnt. 1890 wurde es Teil der Stadt Altona/Elbe und mit dessen Eingemeindung 1938 Teil Hamburgs. In den 1930er Jahren wurden die Grenzen der Hamburger Stadtteile angepasst. Bahrenfeld erhielt weite Teile der Ottenser Feldmark, auch Neu-Ottensen genannt, die bis dahin zu Ottensen gehörte.

1923 verlegte die Firma Reemtsma die Zigarettenproduktion von Erfurt ins damals preußische Altona-Bahrenfeld. Ab 1930 produzierte auch die British American Tobacco in Bahrenfeld. Nach Auszug von BAT wurde die Produktionsstätte zum Westend Village, einer komfortablen Wohnanlage, umgebaut.

Seit der Eröffnung der Bundesautobahn 7 Mitte der 1970er Jahre ist Bahrenfeld allerdings in zwei Teile zerschnitten, denen dadurch ihr Zentrum genommen wurde.

Politik

Für die Wahl zur Bürgerschaft und der Bezirksversammlung gehört Bahrenfeld zum Wahlkreis Altona.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Parks

Der Altonaer Volkspark schließt sich nördlich an die Bahrenfelder Trabrennbahn an. Er ist Hamburgs größter öffentlicher Park (205 Hektar) und reicht bis an Lurup, Eidelstedt und Stellingen heran.

Der Bonnepark ist eine große Verkehrsinsel zwischen A 7, B 431 und Bahrenfelder Chaussee, erfüllt aber gerade dadurch eine wichtige Funktion. Im Bonnepark stand das sog. Bonnehaus. Es wurde 1895 von Carl Friedrich Gajen erbaut und als Herrensitz genutzt. Es gab dort größere Säle, die oft für ausgelassene Feste genutzt wurden. Im Untergeschoss befand sich die mit weißen Marmorplatten ausgelegte Küche, daneben ein Raum für Geschirr und Tafelsilber. Am Ende des Gebäudes befand sich ein Raum für den Weinvorrat, der zugleich Weinstube war. Ans Haus grenzten Gartenanlagen und Wege, die zu Spaziergängen einluden. Der Zugang zum Grundstück muss früher von Süden her gewesen sein, also vom Bahrenfelder See her. Als das Haus noch stand, konnte man dies noch an der vorhandenen Baumallee erkennen. Gajen gehörte ein breiter Streifen vom Volkspark bis hinunter zur Elbe. Später (Jahr nicht bekannt) soll er durch eine Intrige enteignet worden sein; als Grund wird die Geldgier der Verwandtschaft vermutet. Später zog der IOGT (International Organisation of Good Templars) in das Haus ein. Nach der Machtübertragung an die Nazis wurden die Räumlichkeiten zu insgesamt sechs unterschiedlich großen Wohnungen umgebaut. Aus dem Untergeschoss (Küche usw.) wurde eine Hausmeisterwohnung. Das Bonnehaus (Silcherstraße 29) wurde im Zuge des Neubaus der A 7 abgerissen. Die beiden noch vorhandenen Blutbuchen geben eine Orientierung für den ehemaligen Platz des Hauses. Auf der Rückseite (zugl. Zufahrtshof) stand eine riesige Eiche.

In Bahrenfeld gibt es mehrere große Friedhöfe. Neben dem Altonaer Hauptfriedhof am Volkspark sind das der jüdische Begräbnisplatz am Bornkampsweg, der Mennonitenfriedhof am Holstenkamp und die evangelischen Friedhöfe am Holstenkamp, am Bornkamp und am Diebsteich. All diese sind erlebbare Überbleibsel der Glaubensfreiheit in Altonas Geschichte.

Das Gelände des Lise-Meitner-Parks am DESY (darum auch: Desy-Wiesen) wurde aus Boden gestaltet, der beim Bau des Hamburger Elbtunnels angefallen war.

Der Otto von Bahrenpark beinhaltet zwar auch eine Grünanlage, er bezeichnet jedoch ein Immobilienobjekt, welches ein denkmalgeschütztes Gebäudeensemble des ehemaligen Gaswerks beinhaltet.

Sehenswürdigkeiten

Der Dahliengarten ist eine der wenigen touristischen Attraktionen Bahrenfelds. Jedes Jahr finden mehr als einer Viertelmillion Besucher den Weg in diesen eintrittsfreien Garten. Er ist Teil des Altonaer Volksparks und befindet sich an der Ecke Luruper Chaussee/Stadionstrasse. Der Dahliengarten wurde 1920 eingeweiht. Er ist 1 1/2 Hektar groß und es handelt sich mit 14.227 Dahlien um Europas Dahliengarten mit den meisten Raritäten. Die Saison dauert normalerweise von Ende Juni bis Ende Oktober (bis zum ersten Frost).

Am Nordrand des Altonaer Volksparks liegen die Sportarenen Color Line Arena (u. a. Heimat des DEL-Clubs "Hamburg Freezers" und des Handball-Erstligisten HSV Hamburg) und HSH Nordbank Arena (Stadion des Fußballbundesligisten Hamburger SV).

Die Paul-Gerhardt-Kirche

Auch die evangelische Lutherkirche (Bahrenfelds erste Kirche, erbaut 1910), östlich von Autobahn und Volkspark gelegen, ist einen Abstecher wert. Neben der Lutherkirche besitzt Bahrenfeld mit der Paul-Gerhardt-Kirche im Osten des Stadtteils eine weitere evangelische Kirche.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Bahrenfeld ist als Stadtteil einer Großstadt hervorragend infrastrukturell erschlossen. Durch Bahrenfeld führt die Bundesautobahn 7, an ihrer Ausfahrt Nr. 28 schneidet sie die Bundesstraße 431, die Bahrenfeld von Ost nach West durchquert.

Die davon ausgehenden Emissionen, insbesondere der Lärm, haben dazu geführt, dass die in den Stadtteilen Bahrenfeld, Othmarschen und Groß Flottbek verankerte Bürgerinitiative "Ohne Dach ist Krach" seit Jahren eine Überdeckelung des Autobahngrabens fordert, an einem Finanzierungs- und Realisierungskonzept mitgearbeitet hat und dafür auch parteiübergreifende Unterstützung in der Kommunalpolitik findet.

Bahrenfeld ist mit den Bahnhöfen "Bahrenfeld" (Grenze zwischen Bahrenfeld und Ottensen) und "Diebsteich" (Grenze zwischen Bahrenfeld und Altona-Nord) an das Netz der Hamburger S-Bahn (Linien S 1, S 11, S 21, S 3) und der AKN (Linie A1) angeschlossen.

In Bahrenfeld befand sich der nördliche Teil des Schienennetzes der Ottensener Industriebahn, einer Anschlussbahn mit Rollbockverkehr. Reste davon sind im Straßenplanum noch zu erkennen.

Durch Bahrenfeld verkehren die Metrobuslinien 1 (S-Rissen - Bf. Altona), 2 (Schenefeld (Mitte) - Bf. Altona) und 3 (Schenefelder Platz - Rathausmarkt/HafenCity), die Schnellbuslinie 37 (Schenefelder Platz - Bramfeld, Dorfplatz) sowie die Stadtbuslinien 180 (S-Stellingen - S-Holstenstraße) und 288 (Pflegeheim Bahrenfeld - Bf. Altona) und sorgen dadurch für eine exzellente Anbindung in die Hamburger Innenstadt und ins Regionalzentrum Hamburg-Altona.

Ansässige Unternehmen

Aufgrund seiner günstigen Lage ist Bahrenfeld Sitz diverser Unternehmen, insbesondere im Dienstleistungs- und Verarbeitungsbereich. Ein großes Industrie- und Gewerbegebiet zieht sich durch den Nordosten des Stadtteils. Die Zahl der ansässigen Handwerksbetriebe gibt die Stadtteilstatistik mit 281 für das Jahr 2002 an.

Öffentliche Einrichtungen

  • Die Freiwillige Feuerwehr Ottensen-Bahrenfeld hat ihre Dienststelle im Friesenweg.
  • An der Notkestraße hat der THW-Ortsverband Hamburg-Altona ein Gelände für seine Zwecke.
  • In der Notkestraße 95 hat die Polizei Hamburg das Kommissariat 25 eingerichtet (ehemals in der Silcherstraße).

Bildung und Forschung

Das Deutsche Elektronen-Synchrotron DESY in der Helmholtz-Gemeinschaft, ein weltweit renommiertes Forschungsinstitut für Teilchenphysik, unterhält ein Forschungszentrum in Bahrenfeld; ausgehend vom Gelände untertunneln zwei ringförmige Teilchenbeschleuniger-Anlagen den nördlichen Teil Bahrenfelds. Das DESY gehört mit seinen rund 1.400 Mitarbeitern zu den größten Arbeitgebern im Stadtteil.
Innerhalb der Wohngebiete sind sechs Schulen angesiedelt, darunter im Kielkamp eine Sonderschule für behinderte Kinder. 2005 gab es im Stadtteil 2.282 Schüler.


Literatur

  • Martin Wendt, Wie Bahrenfeld wurde. Von der Steinzeit bis heute - die Chronik eines Hamburger Stadtteils., in: 750 Jahre Bahrenfeld, Hamburg 2006 (Festschrift, hg. v. Bürgerverein Bahrenfeld)
  • Johanna Wolff, Spaziergänge durch Bahrenfeld. Hamburg 1990 (ergebnisse)

Einzelnachweise

  1. Gebietsreihe Statistikamt Nord

Weblinks


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