Submykenische Keramik

Als Submykenische Keramik wird eine Stilrichtung der antiken griechischen Keramik bezeichnet. Der Stil verbindet die vorgriechischen mykenischen Keramikstile, besonders des spätmykenischen Stils, mit den nachfolgenden Stilen der Griechischen Vasenmalerei, besonders der Protogeometrischen Keramik. Die Vasen werden in den Zeitraum zwischen 1030 und 1000 v. Chr. datiert.

Die Submykenische Keramik ist noch recht schlecht dokumentiert, da aufgrund der zu dieser Zeit dünnen Besiedelung Griechenlands nur wenige Fundplätze bekannt sind. Der Stil wurde erstmals 1939 von Wilhelm Kraiker und Karl Kübler aufgrund von Funden im Kerameikos und dem Pompeion-Gräberfeld in Athen sowie auf Salamis erkannt. Eine Existenz des Stiles war unter Archäologen lange umstritten, bis es Funde in Mykene gab, wo man spätmykenische und submykenische Funde in verschiedenen stratigraphischen Schichten fand. Die Gefäße wurden vor allem bei Körperbestattungen und in Steinkistengräbern gefunden. Die Fundorte sind weit gestreut, was für Lebensformen in Kleinsiedlungen spricht. Neben den schon genannten Orten fand sich submykenische Keramik unter anderem in Korinth, Asine, Kalapodi, Lefkandi und Tiryns.

Die Qualität der Vasen ist sehr unterschiedlich. Es wurden nur wenige Formen hergestellt, vor allem Bügelkannen mit einem Luftloch in der Schulter, Bauch- und Halshenkelamphoren, Lekythen sowie Kannen, die zum Teil Kleeblattmündungen hatten. Gegen Ende der submykenischen Periode wurden die Bügelhenkelkannen von Lekythen verdrängt. Die Dekoration ist recht schlicht, die handgemalten Motive beschränken sich auf waagerechte und senkrechte Wellenlinien, einfache, doppelte, schraffierte und überlappende Dreiecke sowie einfache oder konzentrische Halbkreise. Die Schultern der Lekythen, Amphoren und Bügelhenkelkannen wurden ornamental verziert. Amphoren, Amphoriskoi und Kannen wurden meist mit einer mehr oder weniger dicken Wellenlinie bemalt.

Literatur


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