Bajan II (1905)

Der russische Panzerkreuzer Bajan (II)
Schiffsdaten
Schiffstyp Panzerkreuzer
Schiffsklasse Bajan-Klasse
Schwesterschiffe Bajan I; Admiral Makarow; Pallada
Baudaten
Bauwerft Neue Admiralitätswerft,
St. Petersburg
Kiellegung 22. August 1905
Stapellauf 2. August 1907
Fertigstellung 30. November 1911
Verbleib 1922 in Stettin abgewrackt
Technische Daten
Wasserverdrängung Konstruktion: 7.835 ts
Maximal: 8.343 ts
Länge 137 m
Breite 17,5 m
Tiefgang 6,7 m
Bewaffnung
  • 2 x 203 mm L/45-Geschütze
  • 8 x 152 mm L/45-Geschütze
  • 20 x 75 mm L/50-Geschütze
  • 4 x 47-mm-Geschütze
  • 2 Torpedorohre \varnothing 38,1 cm
  • 150 Minen
Panzerung
  • Gürtelpanzer: 50 bis 203 mm
  • Kommandostand: 137 mm
  • Kasematten: 51-120 mm
  • Hauptdeck: 50 mm
    (Böschungen: 63 mm)
Antriebsanlage
Maschinenleistung ca. 19.320 PSi
Brennstoffvorrat 1.020 t Kohle
Geschwindigkeit 22,5 Knoten
Fahrbereich 2.100 sm bei 12 kn
Besatzung 570 Mann

Die Bajan (II) war der dritte von vier Panzerkreuzern der Bajan-Klasse der Kaiserlich-Russischen Marine. Da das Typschiff Bajan (I) im Dezember 1904, d. h. schon vor der Kiellegung ihrer Schwesterschiffe, in Port Arthur versenkt worden war, wurde das dritte Schiff der Serie ihr zu Ehren wiederum Bajan benannt.

Die Bajan-Klasse

Die Bajan-Klasse war die vierte Klasse von Panzerkreuzern der russischen Marine und stellte eine erhebliche Weiterentwicklung gegenüber den Vorgängerklassen dar. Die Schiffe waren nicht mehr als Handelsstörer, sondern als Flottenaufklärer konzipiert. Der Entwurf wich daher radikal von denen der früheren Panzerkreuzer ab und stammte vom russischen MTK (Morskoi Technitscheskij Komitet = Marine Technik Komitee), das aus Vertretern der russischen Schiffbau-, Waffen- und Ingenieursindustrie bestand. Die Klasse hatte nur etwa die halbe Wasserverdrängung ihrer Vorgänger, aber fast die gleiche Bewaffnung und erheblich höhere Geschwindigkeit. Der Bauvertrag für die beiden ersten Schiffe – Bajan (I) und Admiral Makarow – ging an die französische Compagnie des Forges et Chantiers de la Méditerranée à la Seine in Toulon. Die beiden letzten Schiffe, Bajan (II) und Pallada (II), wurden bei der Neuen Admiralitätswerft in Sankt Petersburg gebaut.

Nachdem das Typschiff Bajan (I) im Russisch-Japanischen Krieg in Port Arthur versenkt und von den Japanern gehoben worden war, baute man den Schiffsentwurf nur leicht modifiziert weiter. Die schon 1899-1900 gebaute Bajan (I) war noch mit Harvey-Nickelstahl gepanzert, während die ab 1905 gebauten Schwesterschiffe mit dem moderneren Krupp-Zement-Stahl gepanzert waren, wodurch sich die Panzerstärken aufgrund der höheren Widerstandsstärke um ca. 20 % verringerten.

Schicksal

Die Bajan (II) diente in der Baltischen Flotte. Sie nahm, wie auch ihr Schwesterschiff Admiral Makarow, am 2. Juli 1914 am sog. Gotland-Raid teil und war später an der Schlacht im Moon-Sund am 17. Oktober 1917 und am Eismarsch der Baltischen Flotte im April 1918 beteiligt. Sie wurde 1922 in Stettin abgewrackt.

Quellen

  • Conway's Maritime Press: All the World's Fighting Ships 1860–1905, London 1979
  • Stephen McLaughlin, „From Ruirik to Ruirik: Russia's Armoured Cruisers“, in Warship 1999-2000. Conway's Maritime Press

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