Bajau

Die Badjo (auch: "Bajo" oder "Bajau") sind ein Volk von Seenomaden, das in Südostasien zwischen dem Indischen und dem Pazifischen Ozean lebt. Formal haben sie die indonesische Staatsbürgerschaft, sie besitzen aber eine eigenständige Sprache und Kultur. Von den Festlandbewohnern werden die Badjo als „orang laut“ (Volk des Meeres) bezeichnet, sie selbst nennen sich „sama“, was etwa so viel wie „der Gleiche“ bedeutet.

Die kleinen überdachten Boote, auf denen die Badjo einen Großteil ihres Lebens verbringen, heißen „lepas“. Auf ihnen lebt auf etwa zehn Quadratmetern oft eine ganze Familie. Mehrere dieser Boote zusammen bilden ein Dorf. Die Badjo verlassen sie praktisch nur, wenn es absolut nötig ist, beispielsweise um Feuerholz oder Material für Werkzeug zu beschaffen. Selbst Stürme treiben sie nicht an Land, sondern veranlassen sie lediglich dazu, Schutz in der Nähe von Inseln, in Buchten oder Mangrovenwäldern zu suchen.

Das Hauptnahrungsmittel der Badjo ist Fisch in allen Variationen. Bei der Jagd machen sie sich eine spezielle Klappe im Boden ihrer Boote zu nutze, um den Bewegungen der Fischschwärme unter ihnen zu lauschen. Angeblich sind sie sogar in der Lage, die Aktivität der Meeresböden wahrzunehmen und sollen den Tsunami vom 26. Dezember 2004 nahen gehört haben.

Die Geschichte der Badjo ist weitgehend unerforscht. Bekannt ist nur, dass ihre Lebensweise bereits mehrere hundert Jahre alt ist und sie wahrscheinlich einst an den Ufern des indischen Ozeans lebten, bevor eine riesige Flutwelle – ein Tsunami – sie über die Meere verstreute. Innerhalb der Gemeinschaft der Badjo darf nur ein Schamane ihre Entstehungsgeschichte erzählen.

Obwohl die indonesische Regierung versucht sie an Land anzusiedeln, entscheiden sich viele Badjo dagegen, da dies einen weitgehenden Verzicht auf ihre Tradition bedeuten würde. Andere nehmen jedoch diese Möglichkeit wahr, um ihren Kindern eine Ausbildung zu ermöglichen.

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