Bakócz

Tamás Bakócz (* 1442; † 15. Juni 1521 in Esztergom) war ein ungarischer Kardinal und Politiker.

Leben

Bakócz wurde auf dem Gut Erdőd im Komitat Szatmár geboren. Er wurde von seinem Onkel adoptiert, der ihm eine Ausbildung zum Priester ermöglichte. Bakócz entstammte einer Familie des Ungarischen Kleinadels. Er studierte Rechtswissenschaften in Breslau und an der Universität Padua. Später wurde er einer der Sekretäre von Matthias Corvinus, der ihn 1486 zum Bischof von Győr ernannte. 1490 wurde er Mitglied des Kronrates und Kanzler.

Unter Vladislav II. erhielt er als Bischof von Eger eines der reichsten Bistümer Ungarns. 1497 wurde er Erzbischof von Esztergom und damit der Primas von Ungarn. Von 1490 bis zu seinem Tod 1521 war er Kanzler des Königreichs Ungarn und verantwortlich für die Außenpolitik des Landes.

1500 berief ihn Alexander VI. zum Kardinal, seit 1507 war er auch Titular-Patriarch von Konstantinopel. Nach dem Tod von Julius II. war er Mitglied des Konklaves zur Wahl des neuen Papstes. Er setzte seinen großen politischen Einfluss, auch seinen Reichtum ein, um die Wahl zu gewinnen, verlor aber.

Er kehrte als päpstlicher Legat nach Ungarn zurück, mit einer Bulle von Leo X. für einen Kreuzzug gegen die Türken. Mit den Vorbereitungen für den Kreuzzug beauftragte er den Szekler György Dózsa. Diese Entscheidung mündete in einen verheerenden Bauernaufstand.

Nach dem Tod von Vladislav II. (1516) verlor er an politischem Einfluss. Die letzten Jahre seines Lebens war er so krank, dass er sein Haus nicht mehr verlassen konnte. Als er am 15. Juni 1521 starb, hinterließ er seinen Verwandten (die sich nach seinem Geburtsort Grafen Erdődy nannten) ein Millionenvermögen.

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