Balachonowa

Anschela Balachonowa (ukrainisch Анжела Балахонова, engl. Transkription Anzhela Balakhonova; * 18. Dezember 1972) ist eine ehemalige ukrainische Stabhochspringerin, die 1998 erste Europameisterin ihrer Sportart wurde.

Nachdem Balachonowa als Jugendliche mit Rhythmischer Sportgymnastik begonnen hatte, wandte sie sich der Leichtathletik zu. Erst 1996 begann sie mit dem Stabhochsprung, steigerte sich wegen ihrer gymnastischen Ausbildung aber rasch in die Weltspitze. 1996 wurde der Stabhochsprung erstmals bei einer großen Meisterschaft ausgetragen, und zwar bei der Halleneuropameisterschaft in Stockholm. Balachonowa belegte mit 3,85 Meter den siebten Platz, die Siegeshöhe der Isländerin Vala Flosadóttir betrug 4,16 Meter.

Ein Jahr später hatte der Stabhochsprung der Frauen seine Premiere bei der Hallenweltmeisterschaft in Paris. Es gewann die US-Amerikanerin Stacy Dragila mit 4,40 Meter, Balachonowa wurde mit 4,00 Meter Neunte. Bei der Universiade 1997 in Catania siegte die Australierin Emma George mit 4,40 Meter, Balachonowa wurde hinter der Österreicherin Doris Auer Vierte. 1997 verbesserte Balachonowa dreimal den Europarekord, zuletzt in Weissach im Tal auf 4,36 Meter.

Bei der Halleneuropameisterschaft 1998 in Valencia gewann sie mit Hallenweltrkord von 4,45 Meter vor der Tschechin Daniela Bártová und Vala Flosadóttir, die beide 4,40 Meter überquerten. Eine Woche später steigerte Bártová den Hallenrekord auf 4,48 Meter. Bártová und Balachonowa lieferten sich auch im Freien einen Zweikampf um den Europarekord. Bartovás 4,51 Meter vom 9. Juni blieben bis zum Jahresende stehen. Bei der Leichtathletik-Europameisterschaft 1998 in Budapest schied Bártová bereits in der Qualifikation aus. Im Finale sprangen drei Springerinnen über 4,31 Meter. Wegen der Fehlversuchsregel gewann Balachonowa vor den beiden Deutschen Nicole Rieger-Humbert und Yvonne Buschbaum.

1999 steigerte Balachonowa den Europarekord über 4,54 Meter in Uniondale auf 4,55 Meter in Saint-Denis. Bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft 1999 in Sevilla sprang Balachonowa bis 4,55 Meter alle Höhen im ersten Versuch, scheiterte aber im Gegensatz zu Stacy Dragila an der Weltrekordhöhe von 4,60 Meter, mit der Dragila den Rekord von Emma George einstellte.

Bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney scheiterte Balachonowa mit drei Fehlversuchen im Finale. Balachonowa wurde ukrainische Meisterin in den Jahren 1996, 1997, 1999, 2000, 2001, 2004 und 2005. Sie steigerte ihre persönliche Bestleistung 2004 auf 4,57 Meter und wurde bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen Sechste mit 4,40 Meter.

Anschela Balachonowa ist 1,62 m groß und wog im Wettkampf 55 kg.

Literatur

  • Peter Matthews (Hrsg.): Athletics 2005. Cheltenham 2005, ISBN 1899807-27-6

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