Balancierhebelkupplung
elektrische Lokomotive der Furka-Oberalp-Bahn (heute MGB) mit Balancierhebelkupplung
Balancierhebel vor dem Pufferträger
Balancierhebel hinter dem Pufferträger

Die Balancierhebelkupplung ist eine Bauart der Mittelpufferkupplung, welche vor allem bei Schmalspurbahnen Verbreitung gefunden hat. In der Schweiz wird diese Kupplungsbauart als Mittelpuffer mit zwei Schraubenkupplungen, abgekürzt Zp2[1] bezeichnet.

Beschreibung

Bei der Balancierhebelkupplung ist quer hinter dem Puffer ein beweglicher Balancierhebel montiert, auf dem auf der einen Seite ein Haken, auf der anderen Seite die Kuppelkette mit Spannschloss angebracht wurde. Stehen sich zwei Fahrzeuge mit dieser Kupplung gegenüber, wird beim Kuppelvorgang die Kette am Balancierhebel in den Haken der anderen Kupplung eingehängt. Dieser Balancierhebel kann vor oder hinter dem Pufferträger befestigt sein, im letzteren Fall werden Haken und Öse durch Aussparungen im Pufferträger hindurchgeführt. Bei der Befestigung vor den Träger werden die Zugkräfte über die Kegelfeder des Puffers mit abgefedert, bei der Befestigung hinter dem Träger ist der Balancierhebel über eine zweite Feder am Träger befestigt.

Bei einfachen Bauarten ist zum Teil auch das Spannschloss durch ein dreiecksförmiges gleichschenkliges Kettenglied ersetzt. Dieses Kettenglied hat unterschiedlich lange Seitenlängen, so kann durch einfaches Drehen des Kettengliedes die Länge der Kuppelkette zum Trennen oder Spannen des Zuges variiert werden.

Mit der Einführung des Rollfahrzeugverkehrs wurde bei den meisten der schmalspurigen Bahnen die Balancierhebelkupplung mit der Trichterkupplung kombiniert, um die Rollwagen mittels Kuppelbaum kuppeln zu können. Bei den polnischen Schmalspurbahnen ist eine zusätzliche Hilfskupplung zum Kuppeln der Rollwagen üblich. Bei der Rhätischen Bahn sind die Rollschemel (Rollwagen) mit normaler Kupplung ausgerüstet, bei Bedarf werden Flachwagen als Schutzwagen dazwischen gereiht.

Einsatz

Beispiele für den heutigen Einsatz der Balancierhebelkupplung sind:

Einzelnachweise

  1. Verzeichnis des Rollmaterials der Schweizerischen Privatbahnen, Herausgeber: VRS Verein Rollmaterialverzeichnis Schweiz, 8401 Winterthur.

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