Ballbusting

Unter Cock and Ball Torture (engl. für Penis- und Hodenfolter) oder abgekürzt CBT versteht man die sexuelle Stimulation durch lustvoll-schmerzliche Folter von Penis und Hodensack. Es handelt sich nicht um eine Folter im ethischen Sinn, sondern um eine verbreitete einvernehmliche sexuelle Spielart des BDSM. Ein Orgasmus kann dabei angestrebt werden oder eintreten, muss aber nicht.

Inhaltsverzeichnis

Verbreitung

Cock and Ball Torture ist innerhalb der weiblichen Dominanz eine verbreitete Spielart der erotischen Stimulation, in Umfragen gaben 81 % aller befragten submissiven, masochistischen oder devoten Männer an, über praktische Erfahrungen mit CBT zu verfügen.[1] Über die Verwendung im homosexuellen Bereich der BDSM-Szene ließen sich keine Nachweise finden, allerdings ist nach Beschreibungen in der erotischen und fachbezogenen Literatur ein ähnliches Ergebnis zu erwarten.[2][3]

Praktiken

Das Spektrum der im CBT-Rahmen ausgeübten Praktiken dient, je nach Vorliebe des Bottom (passiven Partners) dazu, leichten bis starken Schmerz oder auch nur leichtes Unbehagen zu verursachen. Grundsätzlich sollte der Top (aktive Partner) über grundlegende anatomische Kenntnisse verfügen und sich der Sensibilität der männlichen Geschlechtsorgane bewusst sein. Unterschieden werden kann grob in Balltorture, bei dem die Hoden bzw. der Hodensack im Mittelpunkt stehen und Cocktorture, bei dem sich der Top vor allem mit dem Penis und den ableitenden Harnwegen befasst. Einige Praktiken lassen sich in beiden Bereichen anwenden.

Ausführungsvariationen

Im ganzen Bereich können Zwicken, Kratzen, Kerzenwachs, Brennnesseln, Eiswürfel, durchblutungsfördernde Cremes, der Saft von Chilis oder Ingwer (siehe auch Figging) angewandt werden. Erotische Elektrostimulation sowie Abbinden und Mumifikation können ebenfalls die gesamten Genitalien umfassen.

Für den Hoden sind Praktiken beispielsweise das Quetschen, leichtes Schlagen mit der Hand oder Schlagwerkzeugen wie beispielsweise einer Gerte bis hin zum Treten (Ballbusting), das Befestigen von Klammern und/oder Gewichten oder die Anwendung spezieller Gerätschaften (vgl. Humbler, Hodenparachute). Zu den besonders risikoreichen Praktiken in diesem Bereich gehören Nadelungen und Hodensackinfusionen, auch kombiniert mit weiteren Praktiken aus der Klinikerotik und teilweise auch unter Einbeziehung der Harnröhre. Insbesondere erweiternde Methoden mittels Dilatatoren, Kathetern, Prince’s Wand etc. dienen der Harnröhrenstimulation.

Tamakeri

Tamakeri (wörtl. „Eier-Treten“) ist ein sexueller Fetisch und ein Genre der Pornografie in Japan.

In der Tamakeri-Pornografie tritt eine weibliche Darstellerin einem Mann in den Hodensack. Kernzielgruppe für Tamakeri-Videos sind masochistische Männer, die die Idee, in die Hoden getreten zu werden – zumindest in der Fantasie – sexuell stimulierend finden. In angelsächsischen Ländern beziehungsweise innerhalb der europäischen BDSM-Szene nennt man diese Spielart Ballbusting.

Risiken

Einige Praktiken bergen Risiken wie beispielsweise Verbrennungen durch die unsachgemäße Anwendung von heißem Wachs. Infektionen mit sexuell übertragbaren Krankheiten und allgemeine Infektionen sind grundsätzlich möglich. Verschiedene CBT-Praktiken können darüber hinaus zu bleibenden Gesundheitsschäden führen. Mögliche Folgen sind unter anderem eine Dauererektion oder die Desensibilisierung bzw. der Gefühlsverlust der Genitalien. Weiterhin kann eine bleibende erektile Dysfunktion (Impotenz) durch Verletzung der Schwellkörper auftreten. Beim Verbiegen des steifen Penis kann es zum Penisbruch kommen. Schockzustände nach erheblichen Verletzungen und Unfruchtbarkeit sind weitere potenzielle Folgen. Sofortige medizinische Hilfe ist in diesem Fall unerlässlich.

Einzelnachweise

  1. J. Peggy, Charles Kleinplatz, M.D. Moser: Sadomasochism. Powerful Pleasures. Harrington Park Press, New York 2006, S. 91. ISBN 1-56023-639-6
  2. vgl. Don Bastian: Chainmale. 3SM – A Unique View of Leather Culture. Daedalus Publishing Company, Los Angeles 2002. ISBN 1-881943-15-1 (engl.)
  3. vgl. Larry Townsend: Das Lederhandbuch II. Querverlag, Berlin 2001. ISBN 3-89656-068-9

Literatur

  • Hardy Haberman: Family Jewels. A Guide to Male Genital Play and Torment. Greenery Press, Emeryville Ca 2001. ISBN 1-890159-34-4
  • Tempest: The Toybag Guide to Medical Play (Toybag). Greenery Press, San Francisco 2006. ISBN 1-890159-69-7
  • Matthias T. J. Grimme: Das SM-Handbuch Spezial 1. Charon Grimme KG, Hamburg 2005. ISBN 3-931406-44-X

Weblinks

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