Ballu

Théodore Ballu (* 8. Juni 1817 in Paris; † 22. Mai 1885 in Paris) war ein französischer Architekt und Gewinner des Prix de Rome in der Kategorie Architektur.

Das Werk des Grand von Théodore Ballu scheint nur allzu oft auf die Realisierung der Dreifaltikkeitskirche Église de la Sainte-Trinité und der Umgestaltung des Hôtel de Ville, des Pariser Rathauses reduziert zu werden. Auch wenn dieses beiden Werke einen Großteil seiner Karriere ausmachten, so verdecken sie doch sein breites Schaffen, dass sich in einer Vielzahl öffentlicher Gebäude, meist religiöser Natur, und privater Gebäude manifestiert.

Inhaltsverzeichnis

Der große Preis von Rom

Von der École des Beaux-Arts im Jahre 1835 zugelassen, wurde Ballu ein Schüler von Louis-Hippolyte Lebas, dem Architekten der Notre-Dame-de-Lorette. Im Alter von nur 24 Jahren erhielt 1840 den Grand Prix de Rome. Der junge Preisträger verließ also Paris in Richtung Rom, um Internatsschüler der „Académie française a Rome“ zu werden. Er wohnte von Januar 1841 bis Dezember 1845 in der Villa Medici. Dieser Aufenthalt im Herzen der „Ewigen Stadt“ hielt ihn nicht davon ab, die berühmten Ruinen der griechischen Antike zu besuchen.

Der Pariser Architekt

Nach seiner Rückkehr nach Paris wurde Théodore Ballu Assistent des Architekten François-Christian Gau bei den Arbeiten an der Basilika Sainte-Clotilde, nach dem Tode von Gau wurde er der hauptverantwortlicher Architekt der Arbeiten. Im Jahre 1860 wurde er schließlich zum hauptverantwortlichen Architekten der Stadt Paris für religiöse Gebäude. Seitdem realisierte er die Église de la Trinité (1861-1867), den temple de la rue d'Astorg und die Kirchen Saint-Ambroise (1863-1869) und Saint-Joseph (1866-1875). Ihm wurde die Verantwortung sowohl für die Arbeiten bei der Restauration des Turmes Saint-Jacques (1854-1858) als auch für den Bau der Kirche Saint-Denis in Argenteuil (1866) übertragen.

Die Église de la Trinité blieb ein Inbegriff seiner begnadeten Kenntnis der verschiedenen architektonischen Stile, seines ausgeprägter Geschmacks für den modernen Eklektizismus und für die Fülle der skulptierten oder gemalten Dekors, ohne den Kostenrahmen der Arbeiten zu sprengen. Das Viertel um die Kirche Trinité im 9. Arrondissement von Paris, in dem er einige Grundstücke und Gebäude besaß, ist immer eine Vorliebe des Architekten geblieben. Er wohnte und starb dort in 78 rue blanche, nicht weit entfernt von der Église de la Trinité.

Im Jahre 1873 gewann er die Ausschreibung für den Wiederaufbau des Pariser Rathauses Hôtel de Ville, das während der Pariser Kommune größtenteils einem Großbrand zum Opfer gefallen war. Er führte die Arbeiten zusammen mit Pierre Deperthes. Ballu wurde zwischenzeitlich in das Institut und den „Rat für zivile Gebäude“ (conseil des bâtiments civils) berufen. 1874 übernahm er den Posten des Generalinspekteurs für Gebäude der Diözese von seinem Vörganger Eugène Viollet-le-Duc Als Generalinspekteur der Arbeiten der Stadt Paris (Inspecteur général des travaux de la Ville de Paris) zwischen 1871 und 1876, hatte er narürlicherweise das Amt für kultische Gebäude inne.

Der Meister der Arbeiten des Belfried von Saint-Germain-l’Auxerrois

Zwischen 1858 und 1863 konzipierte und realisierte Théodore den Belfried von Saint-Germain-l'Auxerrois.

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