Balsamia
Syrah (Shiraz) Trauben

Syrah (auch Shiraz) ist eine nicht sehr ertragreiche, aber hochwertige rote Rebsorte, die ursprünglich vor allem im Rhônetal in Frankreich kultiviert wurde. In Südafrika, in Australien, in den USA und in Kanada heißt die Sorte Shiraz. Die Rebe hat so hohe Bedeutung erlangt und ist so begehrt, dass sie in die Nobilität der Weinwelt aufrückte und als Edelrebe bezeichnet wird.

Inhaltsverzeichnis

Charakteristik

Syrah-Weine haben meist ein kräftiges Johannisbeer-Aroma. Die Rebe liefert bei normaler Maischegärung einen dunkelfarbigen Wein mit hohem Tanningehalt, der zur Minderung der Adstringenz einer langen Flaschenreife bedarf.

Herkunft

Aufgrund von DNA-Analysen der University of California in Davis aus dem Jahr 1998 konnte eindeutig nachgewiesen werden, dass Syrah eine Kreuzung der alten französischen Sorten Dureza und Mondeuse Blanche ist und daher mit höchster Wahrscheinlichkeit aus dem Tal der Rhône stammt. [1]

Abstammung: Dureza x Mondeuse Blanche

Gemäß einer Untersuchung zweier Genetiker am Forschungszentrum IASMA in San Michele all´Adige in Italien ist die Syrah mit weiteren mitteleuropäischen Rebsorten verwandt, höchstwahrscheinlich sogar ein Urenkel des Pinot Noir. Zusätzliche Verwandtschaftsbeziehungen bestehen auf die andere Seite der Alpen, nämlich in die Region Südtirol/Trentino mit ihren Sorten Lagrein, Marzemino und Teroldego. Nach Meinung der beiden Forscher wird es allerdings kaum möglich sein, den Stammbaum der europäischen Rebsorten jemals vollständig zu rekonstruieren, da viele davon ausgestorben sind.

Die Herkunft der Traube steht weder in einem Zusammenhang mit der gleichnamigen persischen Stadt Schiraz, noch ist sie römischen Ursprungs.

Anbau

Da der Syrah spät austreibt, ist er recht unempfindlich gegen Spätfröste. Kalte, nasse Witterung in der Blütezeit führt jedoch zu empfindlichen Ertragseinbußen. Normalerweise führen seine kleinbeerigen, aber reichlich vorhandenen Trauben zu zufriedenstellenden Erträgen. Problematisch ist aber das Reifeverhalten. Bei ungünstiger Witterung (zu wenig Sonne) reift er nicht ganz aus; dies führt wegen des außerordentlich hohen Tanningehaltes zu einem wenig erfreulichen Geschmack, der oft mit grün, unreif oder uncharmant beschrieben wird. Bei voller Sonne zur Reifezeit kippt er sehr schnell von der Reife zur Überreife, verliert seine Säure und sein reichfruchtiges Aroma.

So erklärt es sich, dass der Syrah (bei perfekter Reife für Weinkenner einer der größten Weine der Welt) als so problematisch galt, dass seine Rebfläche in Frankreich auf zwischenzeitlich nur gut 3.000 ha zurückging. Die inzwischen erreichbaren Preise haben aber wieder zu einem Anstieg auf über 50.000 ha geführt. Weltweit sind ca. 145.000 ha Rebfläche mit der Sorte bestockt.

Anbaugebiete

Frankreich

Mit 69.891 ha (Stand 2007, [2] ) zählt Syrah zu den bedeutendsten roten Sorten Frankreichs. Die Rebsorte braucht heißes, trockenes Klima und wird vor allem im Rhônetal angebaut. Sie ist Bestandteil vieler Verschnittweine in ganz Südfrankreich. In den Appellationen des nördlichen Rhônetals (Côte-Rôtie, Saint-Joseph, Hermitage, Crozes-Hermitage und Cornas) ist sie sogar die einzige erlaubte rote Rebsorte. Im Languedoc, einem der größten zusammenhängenden Weinbaugebiete der Welt, fließt sie zusammen mit Carignan, Grenache und Mourvèdre in die Cuvées ein.

Ihr Anbaugebiet dehnt sich nach Westen bis nach Gaillac aus. Dort sind auch Cuvées zusammen mit den Bordeaux-Rebsorten möglich. Sie reift dort übrigens später als der Merlot, aber früher als der Cabernet Sauvignon.

Australien

Ein ebenso wichtiges Anbaugebiet - mit gut 43.418 ha (Stand 2007) [3] heute gleichauf mit Frankreich - ist Australien, wo die Traube Shiraz genannt wird. Dort wurde sie bereits um 1830 eingeführt und war lange Zeit verbreiteter als im französischen Mutterland (wo zeitweise nur noch 3.000 ha bestockt waren). Heute bringt sie höchste Qualitäten. Traditionell wird der Shiraz dort mit Cabernet Sauvignon verschnitten, es gibt aber auch sortenreine Weine aus Spitzenlagen mit gut 15 % Alkohol. Berühmte Vertreter sind der "Grange" von Penfolds, sowie der "Amon Ra" von Ben Glaetzer.

Siehe auch den Artikel Weinbau in Australien.

Sonstige

Weitere Gebiete sind Kalifornien (ca. 7.306 ha, Stand 2007) [4], Mexiko (ca. 1.700 ha), Südafrika (9.856 ha, Stand 2007) [5], Chile (3.370 Hektar, Stand 2006 [6] und Argentinien (ca. 11.670 ha; Stand 2005), in Italien wird sie auf Sizilien und in winzigen Mengen in der Toskana angebaut. In der Schweiz sind im Wallis ca. 70 ha mit Syrah bestockt. Im Jahr 2007 lag die bestockte Rebfläche in Neuseeland bei leicht steigender Tendenz bei 257 Hektar. [7]

Abgrenzung

Die Rebsorte Petite Sirah, die in Kalifornien angebaut wird, ist keine Syrah, sondern eine Kreuzung aus Syrah und Peloursin und damit identisch mit der Sorte Durif.

Synonyme

Aufgrund der weiten Verbreitung ist die Liste der Synonyme umfangreich. Syrah ist auch unter den Namen Antournerein, Antournerein noir, Anzher Muskatnyi, Biaune, Blauer Syrah, Bragiola, Candive, Candive noir, Costigliola, Costiola, Damas noir du Puy de Dôme, Damaszener blau, Di Santi, Entourneirein, Entournerein, Entournerin, Ermitage, Fresa grossa, Hermitage, Hignin noir, Marsanne noir, Marzane noir, Neiret di Saluzzo, Neiretta Cunese, Neirettta del Cuneese-Fassanese, neiretta del Monregalese, Neiretta del rosso, Neiretta dell’Albese, Neiretta di Saluzzo, Neiretto del Cuneese, Neiretto di Bene, Neiretto di Carrú, Neiretto di Costigliole, Neiretto di Farigliano, Neiretto di Saluzzo, Nereta piccola di monre Galese, Neretta Cuneese, Neretta del Cuneese-Fassanese, Neretta del Monregalese, Neretta di Costigliole, Neretta di Saluzzo, Neretta piccola, Neretta piccola di Dogliani, Neretto del Beinale, Neretto di Dogliani, Neretto di Saluzzo, Petite Sirah (irrtümlich), Petite Sirrah, Petite Syrah, Petite Syras, Plan de la Biaune, Plant de Biaune, Plant de la Bianne, Plant de la Biaune, Schiras, Schiraz, Seraene, Sereine, Serene, Serenne, Serine, Serine noir, Serinne, Sevene, Shiras, Shiraz, Shyrac, Sirac, Sirah, Sirah marsanne noir, Syra, Syrac, Syrac de l’Ermitage und Zizak bekannt.

Einzelnachweise

  1. http://ecaaser3.ecaa.ntu.edu.tw/weifang/ishs/pap1.files%5Csample.pdf A SINGLE PAIR OF PARENTS PROPOSED FOR A GROUP OF GRAPEVINE VARIETIES IN NORTHEASTERN FRANCE, von J.E. Bowers, R. Siret und C.P. Meredith sowie von P. This und J.-M. Boursiquot
  2. Les cépages noirs dans le vignoble (PDF) Veröffentlichung des OFFICE NATIONAL INTERPROFESSIONNEL DES FRUITS, DES LEGUMES, DES VINS ET DE L’HORTICULTURE – kurz ONIVINS
  3. https://www.awbc.com.au/winefacts/data/free.asp?subcatid=102 Statistik des Australian Government
  4. http://www.nass.usda.gov/Statistics_by_State/California/Publications/Fruits_and_Nuts/200704gabtb00.pdf California Grape acreage 2007 Crop, vom California Department of Food and Agriculture, Sacramento, Veröffentlicht im April 2008
  5. http://www.suedafrika-wein.de/Book_2008_web.pdf Southafrican Wine Industry Statistics, Veröffentlicht im Juni 2008
  6. [http://www.sag.gob.cl/pls/portal/docs/PAGE/PG_SAG_BIBLIOTECA/BIBL_INSYPROD/BIBLIO_INS_VINOS/BIBLIO_INS_VINOS_INFORMES/CATASTRO2006.PDF CATASTRO VITICOLA NACIONAL 2006 (PDF)], vom SAG Chile, Veröffentlicht 2007, in spanischer Sprache
  7. http://www.nzwine.com/assets/NZW_Stats_Annual_2007_Final_for_web.pdf (PDF) New Zealand Winegrowers Statistical annual 2007

Weblinks

Literatur

  • Pierre Galet: Dictionnaire encyclopédique des cépages. Hachette Livre, 1. Auflage 2000 ISBN 2-0123633-18

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