Balthasar Batthyány
Balthasar III. Freiherr von Batthyány

Balthasar Batthyány (* 1543; † 1590) war ein österreich-ungarischer General im Kampf gegen die Türken.

Balthasar Freiherr von Batthyány stammte aus einer alten und weit verzweigten ungarischen Adelsfamilie, die als Magnaten, Grafen und Fürsten später zu den bedeutendsten Geschlechtern Österreichs und Ungarns gehörten. Man ernannte ihn für seine Verdienste zum Bannerherren und Obertruchsess, er wurde auch Stellvertreter des Palatins. Er war ein sehr gebildeter Humanist seiner Zeit. Er genoss eine protestantische Erziehung und trat 1570 zum Calvinismus über. In seinem Herrschaftsgebiet wurde der Protestantismus gefördert. Das Augustinereremiten-Kloster in Güssing wurde geschlossen und ein Gymnasium eingerichtet. Im Jahre 1576 berief er Stephan Beythe als Hofprediger und Mittelschullehrer nach Güssing. Er liebte Bücher und legte den Grundstock mit tausenden Büchern für die wertvolle Klosterbibliothek in Güssing. Am Wiener Hof war der holländische Botaniker Carolus Clusius tätig. Als jedoch Rudolf II., der Sohn Maximilians II., im Jahre 1576 alle Angestellten mit protestantischem Glauben entließ, berief Balthasar Batthyány Clusius nach Güssing, wo dieser die von den türkischen Gefangenen erworbenen Pflanzen aus Kleinasien erforschte, die hier noch unbekannt waren (Tulpen und Kastanien als Beispiele). Clusius schrieb in Güssing sein bedeutendes Werk Stirpium Nomenclator Pannonicus, die erste österreichische Pflanzenkunde, welche der ebenfalls in Güssing tätige protestantische Wanderbuchdrucker Hans Manlius 1585 hier druckte. Manlius’ Bücher trugen wesentlich dazu bei, dass der Protestantismus im Herrschaftsgebiet der Batthyánis Ausbreitung fand.

Gerade die Toleranz der Batthyánis war förderlich, dass sich der Protestantismus im Burgenland 20 % gegenüber dem sehr dominant katholischen Österreich bis in die jüngste Zeit behaupten konnte, beispielsweise in Gols, Lutzmannsburg und Oberwart. Auch das Judentum wurde gefördert, zum Beispiel in der jüdischen Gemeinde in Stadtschlaining, deren Synagoge heute als Bibliothek benutzt wird. Kroaten wurden angesiedelt, zum Beispiel in Kroatisch Minihof, die später Burgenland-Kroaten genannt wurden und eine eigene Variante des Kroatischen, das Burgenlandkroatische, entwickelten. Zigeuner wurden toleriert.

Literatur

  • István Monok, Péter Ötvös, Edina Zvara: Balthasar Batthyány und seine Bibliothek. Amt der Burgenländischen Landesregierung, Abt. 7 – Kultur, Wissenschaft und Archiv, Hauptreferat Landesarchiv und Landesbibliothek, Eisenstadt 2004

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