Balthasar Kaltner
Fürsterzbischof Balthasar Kaltner
Grabstätte der Erzbischöfe Katschthaler und Kaltner

Balthasar Kaltner (* 12. April 1844 in Goldegg; † 6. Juli 1918 in Salzburg) war Bischof von Gurk und Erzbischof von Salzburg.

Leben

Balthasar Kaltner wurde in Goldegg im Pongau als jüngster Sohn des Rohrmoosbauern geboren. Er ging zunächst in Salzburg zur Schule und setzte dann das Gymnasium in Meran fort. Danach studierte er Theologie und wurde 1868 vom Erzbischof von Tarnoczy zum Priester geweiht. 1869 wurde er Priester in Mittersill, 1872 in Grödig, 1874 in Gnigl, ab 1895 auch Religionslehrer an der Oberrealschule in Salzburg. Kaltner promovierte 1877 zum Dr. theol. und wurde 1886 ordentlicher Professor für Kirchengeschichte und kanonisches Recht an der theologischen Fakultät zu Salzburg. 1900 wurde er Kapitelvikar und ein Jahr darauf Weihbischof mit der Titularkirche von Agathopolis. 1904 wurde er Dompropst und 1909 Generalvikar. Im Jahr 1910 war er kurzzeitig auch Gemeinderat der Stadt Salzburg.

Nach seiner Konfirmierung zum Bischof von Gurk wurde er 1910 im Klagenfurter Dom inthronisiert. Auf teilweise Ablehnung stieß der Bischof bei den Kärntner Slowenen, da der gebürtige Nichtkärntner die zweite Landessprache nicht beherrschte. Kaltner war der letzte Gurker Bischof, der als Virilist im Kärntner Landtag noch gesprochen hat.

Am 2. April 1914 wählte das Salzburger Metropolitankapitel Kaltner zum Erzbischof von Salzburg. Am 15. Mai wurde er in Rom präkonisiert, am 5. Juli 1914 im Salzburger Dom installiert. Er war nach der Übernahme seiner Aufgabe als Erzbischof von Salzburg auch ein geschätzter und besonders fähiger Sachverständiger im Baufach. Er hatte dabei maßgeblichen Anteil an den Plänen für die Andräkirche von Salzburg Neustadt, die Kirche zu Itzling zu Oberndorf und für das Borromäum in Parsch. In der kargen Kriegszeit, in der er seine Aufgabe als Erzbischof zu erfüllen hatte, konnte Kaltner keine weitreichenden Ziele verwirklichen. Er verfasste aber ein Lehrbuch für Kirchengeschichte und zahlreiche kirchenrechtliche Abhandlungen. Kaltner verstarb am 6. Juli 1918 nach kurzer Krankheit. Sein Grab befindet sich in der Krypta des Salzburger Doms.

Literatur

  • Christian Greinz: Die bischöfliche Kurie und das Stadtdekanat zu Salzburg. Verlag d. fürsterzbischöflichen Konsistoriums, Salzburg 1929
  • Jakob Obersteiner: Die Bischöfe von Gurk 1824–1979. Klagenfurt 1980.
  • Kaltner Balthasar. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 3, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1965, S. 206.


Vorgänger Amt Nachfolger
Josef Kahn Bischof von Gurk
19101914
Adam Hefter
Johannes Baptist Kardinal Katschthaler Erzbischof von Salzburg
19141918
Ignatius Rieder

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Kaltner — Balthasar Kaltner (* 12. April 1844 in Goldegg; † 6. Juli 1918 in Salzburg) war Bischof von Gurk und Erzbischof von Salzburg. Leben Balthasar Kaltner wurde in Goldegg im Pongau als jüngster Sohn des Rohrmoosbauern geboren. Er ging zunächst in… …   Deutsch Wikipedia

  • Roman Catholic Archdiocese of Salzburg — Archdiocese of Salzburg Archidioecesis Salisburgensis Salzburger Dom Location …   Wikipedia

  • Bischof von Gurk — Die folgenden Personen waren Bischöfe der Diözese Gurk: Günther von Krappfeld (1072–1090) Berthold von Zeltschach (1090–1106) Hiltebold (1106–1131) Roman I. (1131–1167) Heinrich I. (1167–1174) Roman II. von Leibnitz (1174–1179) Dietrich I. von… …   Deutsch Wikipedia

  • Bischof von Salzburg — Die folgenden Personen hatten das Amt des Erzbischofs von Salzburg als Oberhaupt der Erzdiözese Salzburg inne. (Nur die erstgenannten, nämlich Rupert, Vitalis, Flobrigis, Johannes I. und Virgil waren Bischöfe in oder von Salzburg) Erläuterung der …   Deutsch Wikipedia

  • Erzbischof von Salzburg — Die folgenden Personen hatten das Amt des Erzbischofs von Salzburg als Oberhaupt der Erzdiözese Salzburg inne. (Nur die erstgenannten, nämlich Rupert, Vitalis, Flobrigis, Johannes I. und Virgil waren Bischöfe in oder von Salzburg) Erläuterung der …   Deutsch Wikipedia

  • Erzbischöfe von Salzburg — Die folgenden Personen hatten das Amt des Erzbischofs von Salzburg als Oberhaupt der Erzdiözese Salzburg inne. (Nur die erstgenannten, nämlich Rupert, Vitalis, Flobrigis, Johannes I. und Virgil waren Bischöfe in oder von Salzburg) Erläuterung der …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Biografien/Kal–Kam — Biografien: A B C D E F G H I J K L M N O P Q …   Deutsch Wikipedia

  • Johannes Baptist Katschthaler — Fürsterzbischof Kardinal Johann Baptist Katschthaler,Salzburg, Porträt aus der Festschrift zum XXIII. Internationalen Eucharistischen Kongress, Wien 1912, an dem er teilnahm …   Deutsch Wikipedia

  • Bishop of Gurk — The Bishop of Gurk is the head of the Diocese of Gurk, which was established in 1072, as the first suffragan bishop of the Archdiocese of Salzburg. The following men have held this office:* Günther von Krappfeld (1072 1090) * Berthold von… …   Wikipedia

  • Roman Catholic Diocese of Gurk — Diocese of Gurk Klagenfurt Dioecesis Gurcensis Dom Sankt Peter und Paul Location …   Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”