Balthasar Rantzau

Balthasar Rantzau (* um 1497; † Mai 1547 auf Schloss Wartenfels in der Lausitz) war Bischof des Bistums Lübeck.

Balthasar Rantzau entstammte einer holsteinischen Adelsfamilie und war Sohn des Hans Rantzau (1477–1522) auf Gut Neuhaus im heutigen Kreis Plön und Bruder des dänischen Statthalters in Holstein-Gottorf Melchior Rantzau (1496–1539).

Nach dem Studium an der Universität Rostock war er zunächst Rat (1515) des dänischen Königs Christian III. sowie Dompropst in Schleswig bevor er im Jahr 1536 Bischof von Lübeck wurde. Bekannt wurde er durch sein tragisches Schicksal und Ende. Der mecklenburgische Adlige Morten von Waldenfels entführte ihn im August 1545 von seinem bischöflichen Gut Kaltenhof an der Trave im Bereich von Alt-Lübeck unweit des heutigen Bad Schwartau, um eine Schuld von König Christian III. von Dänemark mit dem gehörigen Nachdruck einzuziehen. Das geforderte Lösegeld belief sich auf 20.000 Goldgulden und wurde nicht sogleich gezahlt. Die Verhandlungen zogen sich auf höchster Ebene unter Einschaltung des Heiligen Römischen Reiches hin, und Bischof Balthasar wurde von einer Burg zur anderen verschleppt. Er verstarb vor dem Abschluss der Verhandlungen.

Literatur

  • Wilhelm Mantel: Balthasar (Rantzau). In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 2, Duncker & Humblot, Leipzig 1875, S. 27.
  • Behrmann in Michelsen/Asmussen: Archiv für Staats- und Kirchengeschichte der Herzogthümer Schleswig, Holstein, Lauenburg. Band II., S. 301 ff.

Weblinks


Vorgänger Amt Nachfolger
Detlev von Reventlow Bischof von Lübeck
15361547
Jodokus Hodfilter

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