Balthasar von Campenhausen
Balthasar von Campenhausen
Balthasar von Campenhausen im vollen Ornat

Balthasar von Campenhausen (russ. Балтазар Балтазарович Кампенгаузен; * 5. Januarjul./ 16. Januar 1772greg.[1] auf Gut Lenzenhof (lettisch: Lenču) bei Wenden, Livland; † 11. Septemberjul./ 23. September 1823greg. in St. Petersburg) war ein russischer Staatsmann baltendeutscher Abkunft und der Enkel des russischen Generalleutnants Balthasar Freiherr von Campenhausen (1689–1758).[2]

Inhaltsverzeichnis

Leben

Balthasar von Campenhausen stammte aus einer deutschbaltischen Adelsfamilie, die in Livland ansässig war. Seine Vorfahren hatten schon in schwedischen und russischen Diensten gestanden. Er studierte am den Universitäten Leipzig, Wittenberg und Göttingen und schloss das Studium mit der Dissertation über das Thema Entwürfe zu physikalischen Völker-, Religions- und Kulturkarten des russischen Reiches ab. Er trat dann in den russischen Staatsdienst ein und war im diplomatischem Dienst in Polen und Schweden tätig. Von Campenhausen leitete außerdem die Reorganisation der Handelsschule und der Chirurgischen Klinik in St. Petersburg. Zar Alexander I. ernannte ihn zum Direktor des 3. Departments (Medizinisches Departement) im russischen Innenministerium. Im Jahr 1802 wurde er durch den Zaren in die russischen Provinzen am Schwarzen Meer gesandt um dort Maßnahmen zur Verbesserung des Handels und außerdem Quarantänemaßnahmen zur Verhinderung des Ausbreitung der Pestepidemie aus der Türkei und Persien zu treffen.

1805 wurde Balthasar von Campenhausen zum Gouverneur von Taganrog ernannt. Dort entwickelte er eine rege Tätigkeit: der Ausbau des Hafens, die Anlage neuer Warenspeicher, die Intensivierung der Küstenschifffahrt, die Gründung einer Seefahrtsschule, einer Handelskammer, einer Apotheke, sowie die Verbesserung der ärztlichen Versorgung sind ihm zuzuschreiben. Die Stadt wurde systematisch geplant ausgebaut, mit künstlicher Beleuchtung durch Öllampen, Anlage des Stadtparks (heute Gorki Park) und neuen Straßen. Mehrere Straßen in der heutigen Stadt tragen seinen Namen.

1809 wurde Campenhausen nach St. Petersburg zurückberufen und zum Finanzminister ernannt, 1810 wurde er Kammerherr, Geheimrat und Mitglied des Staatsrats und 1811 Senator. 1823 wurde er zum Innenminister ernannt, er starb jedoch schon kurz nach Amtsantritt.

Werke

Das Wappen der von Campenhausen
  • Versuch einer geographisch-statistischen Beschreibung der Statthalterschaften des russischen Reichs. I. Statthalterschaft Olouez. Göttingen, 1792
  • Elemente des russischen Staatsrechts, oder Hauptzüge der Grundverfassung des russischen Kaiserthums. Göttingen, 1792
  • Auswahl topographischer Merkwürdigkeiten des St. Peterburgischen Gouvernements. Riga, 1797
  • Liefländisches Magazin, oder Sammlung publicistisch-statistischer Materialien zur Kenntniss der Verfassung und Statistik von Liefland. Gotha, 1803
  • Genealogisch-chronologische Geschichte des allerdurchlauchtigsten Hauses Romanow und seines vorälterlichen Stammhauses. Leipzig, 1805

Verweise

Einzelnachweise

  1. Eintrag im Taufregister der Gemeinde Wenden (lettisch: Cēsis)
  2. Balthasar Freiherr von Campenhausen und Saaremaa

Literatur

Weblinks

Siehe auch


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