Bambergen


Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Überlingen
Überlingen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Überlingen hervorgehoben
47.7666666666679.1583333333333403Koordinaten: 47° 46′ N, 9° 9′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Bodenseekreis
Höhe: 403 m ü. NN
Fläche: 58,67 km²
Einwohner: 21.608 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 368 Einwohner je km²
Postleitzahl: 88662
Vorwahl: 07551
Kfz-Kennzeichen: FN (altes Kennzeichen: ÜB)
Gemeindeschlüssel: 08 4 35 059
Stadtgliederung: Kernstadt und 7 Ortsteile
Adresse der Stadtverwaltung: Münsterstraße 15-17
88662 Überlingen
Webpräsenz:
Oberbürgermeisterin: Sabine Becker (ab 2009) (CDU)
Lage der Stadt Überlingen im Bodenseekreis
Karte

Überlingen ist eine Stadt am nördlichen Bodenseeufer. Sie ist nach der Kreisstadt Friedrichshafen die zweitgrößte Stadt im Bodenseekreis und ein Mittelzentrum für die umliegenden Gemeinden. Seit dem 1. Januar 1993 ist Überlingen Große Kreisstadt.

Überlingen, Blick vom Bodensee
Die Seepromenade von Überlingen

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Überlingen liegt am Überlinger See genannten Teil des Bodensees. Das Hinterland ist eine hügelige Moränelandschaft, die in der letzten Eiszeit geprägt wurde.

Klima

Monatsmittelwerte für Überlingen am Bodensee, 1961 bis 1990
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Temperatur (°C) -0,4 0,8 4,3 8,3 12,6 15,9 18,0 17,2 14,3 9,3 3,9 0,6 Ø 8,7
Niederschlag (mm) 55,9 51,2 50,8 69,8 93,2 110,9 103,6 104,4 75,7 62,4 70,5 56,6 Σ 905
Sonnenstunden (h/d) 1,3 2,8 4,2 5,6 6,5 7,5 8,1 7,2 6,0 3,4 1,9 1,2 Ø 4,6
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Quelle: DWD Klimadaten Deutschland[2]

Nachbargemeinden

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Überlingen. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Westen genannt und gehören mit Ausnahme von Bodman-Ludwigshafen und Stockach, die zum Landkreis Konstanz gehören, alle zum Bodenseekreis:

Sipplingen, Bodman-Ludwigshafen, Stockach, Owingen, Frickingen, Salem und Uhldingen-Mühlhofen.

Mit den Nachbargemeinden Owingen und Sipplingen hat die Stadt eine Verwaltungsgemeinschaft vereinbart.

Stadtgliederung

Überlingen um 1900

Das Gemeindegebiet Überlingens besteht aus der Kernstadt und den im Rahmen der Gemeindereform der 1970er Jahre eingegliederten ehemalig selbständigen Gemeinden Bambergen, Bonndorf, Deisendorf, Hödingen, Lippertsreute, Nesselwangen und Nußdorf. Die eingegliederten Orte sind heute zugleich Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung, das heißt, sie haben jeweils einen von den Wahlberechtigten bei jeder Kommunalwahl neu zu wählenden Ortschaftsrat mit einem Ortsvorsteher als Vorsitzenden. In jeder der Ortschaften gibt es eine Ortsverwaltung, deren Leiter der Ortsvorsteher ist.

Überlingen mit Bodensee

Zu fast allen Stadtteilen und zur Kernstadt gehören noch viele räumlich getrennte Wohnplätze mit eigenem Namen, die oft wenige Einwohner haben oder Wohngebiete mit eigenem Namen, deren Bezeichnung sich im Laufe der Bebauung ergeben hat und deren Grenzen dann meist nicht genau festgelegt sind. Teilweise handelt es sich um ehemals selbständige Gemeinden oder Gemeindeteile, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eingemeindet oder mit anderen Gemeinden zusammengeschlossen wurden. Im Einzelnen sind zu nennen:

in der Kernstadt: Altbirnau, Andelshofen, Aufkirch, Brachenreute, Brünnensbach, Goldbach, Höllwangen, Hohenlinden, Kogenbach, Rengoldshausen, Restlehof, Reutehöfe, Weiherhöfe
zu Bambergen: Forsthaus Hohrain, Heffhäusle, Neuhof, Ottomühle, Reuthemühle, Schönbuch
zu Bonndorf: Buohof, Eggenweiler, Fuchsloch, Haldenhof, Helchenhof, Kaienhof, Negelhof, Talmühle, Walpertsweiler
zu Deisendorf: Hasenweide, Katharinenhof, Klammerhölzle, Königshof, Nonnenhölzle, Scheinbuch, Wilmershof
zu Hödingen: Länglehof, Spetzgart
zu Lippertsreute: Bruckfelder Mühle, Ernatsreute, Hagenweiler, Hebsack, Hippmannsfelderhof, In der hohen Eich, Neues Haus, Oberhof, Schellenberg, Steinhöfe, Wackenhausen
zu Nesselwangen: Alte Wette, Fischerhaus, Hinterberghof, Katzenhäusle, Ludwigshof, Mühlberghof, Reutehof, Sattlerhäusle, Vorderberghof, Weilerhof
zu Nußdorf: Untermaurach

Raumplanung

Überlingen bildet ein Mittelzentrum innerhalb der Region Bodensee-Oberschwaben, deren Oberzentren die Städte Ravensburg, Weingarten und Friedrichshafen (in Funktionsergänzung) sind. Zum Mittelbereich Überlingen gehört der westliche Bereich des Bodenseekreises, im Einzelnen neben Überlingen noch die Städte und Gemeinden Daisendorf, Frickingen, Hagnau am Bodensee, Heiligenberg, Meersburg, Owingen, Salem, Sipplingen, Stetten und Uhldingen-Mühlhofen.

Schutzgebiete

Im Gebiet der Stadt Überlingen sind zurzeit (Stand: 30. April 2009) drei Landschafts- und vier Naturschutzgebiete ausgewiesen.

  • Naturschutzgebiete
Der „Aachtobel“ (72 Hektar (ha), Teilgebiet), der „Hödinger Tobel“ (28 ha, Teilgebiet) zwischen Hödingen und Sipplingen, der „Katharinenfelsen“ (4 ha) und der „Spetzgarter Tobel“ (12 ha) zwischen Goldbach und Spetzgart
  • Landschaftsschutzgebiete
Das „Württembergische Bodenseeufer“ (Teilgebiet), „Drumlin Biblis“ (15 ha) und das „Lippersreuter Umland“ (Teilgebiet)

Geschichte

Überlingen wurde erstmals 770 als Iburinga urkundlich erwähnt. Möglicherweise war die Gunzoburg in der Oberstadt zuvor (641) Sitz des alemannischen Herzogs Gunzo. Um 1180 verlieh Kaiser Friederich Barbarossa dem Ort das Marktrecht, 1211 wurde Überlingen das Stadtrecht verliehen.

Freie Reichsstadt

Überlingen um 1650, Kupferstich von Merian

Ende des 14. Jahrhunderts wurde die Stadt freie Reichsstadt. Das Heilige Geist Spital zu Überlingen gelangte an große Besitzungen im Oberen und Unteren Linzgau, sowie im Hegau.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt 1632 und 1634 erfolglos von schwedischen Soldaten belagert.

Badische Zeit

Mit dem Reichsdeputationshauptschluss verlor Überlingen 1803 die Reichsunmittelbarkeit und wurde Teil des Kurfürstentums bzw. späteren Großherzogtums Baden. Überlingen wurde Sitz eines Amts bzw. Bezirksamtes. Ab 1918 wurde Überlingen nach Abdankung des badischen Großherzogs Teil des republikanischen Freistaates Baden.

Im Jahr 1895 erfolgte der Anschluss an das Eisenbahnnetz. Dieser Anschluss wurde 1901 nach Osten erweitert durch die Eröffnung der Strecke Überlingen–Friedrichshafen.

Zeit des Nationalsozialismus

Im Jahr 1939 wurde der Landkreis Überlingen gebildet.

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde von Häftlingen des KZ Dachau nahe von Überlingen eine Außenstelle des Konzentrationslagers (KZ Aufkirch) errichtet. Die Häftlinge arbeiteten in Überlingen von Oktober 1944 bis April 1945 an ausgedehnten unterirdischen Anlagen. So auch am Goldbacher Stollen, in dem Friedrichshafener Rüstungsbetriebe vor Bombardierung geschützt sein sollten. Von den mindestens 168 Häftlingen, die die Bauzeit nicht überlebten, liegen 97 auf einem Friedhof in der Nähe der Wallfahrtskirche Birnau begraben. Die Namen der toten KZ-Häftlinge sind soweit bekannt im Buch von Burger („Der Stollen“) zum Gedenken und zum Nachforschen für unbekannte Angehörige aufgeführt. Durch den Goldbacher Stollen an der Oberen Bahnhofstraße wird einmal im Monat eine Führung durchgeführt.[3]

Etwa 200 Meter östlich der Wallfahrtskirche Birnau, oberhalb der B 31, befindet sich eine Gedenkstätte und ein Friedhof für KZ-Häftlinge, die beim Bau des Goldbacher Stollens ums Leben kamen. Der KZ-Friedhof Birnau ist ab dem Parkplatz oberhalb der Klosterkirche Birnau und der B 31 zu Fuß zu erreichen. Aus Überlingen selbst hat es keine Deportationen gegeben.[4]

Überlingen im Land Baden-Württemberg

Überlingen

1972 führte die Stadt Überlingen als erste Stadt der Bundesrepublik eine Zweitwohnungssteuer ein („Überlinger Modell“).

Bis zur Kreisreform zum 1. Januar 1973 war Überlingen Kreisstadt des Landkreises Überlingen, der dann im Bodenseekreis aufging. 1990 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt die Grenze von 20.000. Daraufhin stellte die Stadtverwaltung den Antrag auf Erhebung zur Großen Kreisstadt, was die Landesregierung von Baden-Württemberg dann mit Wirkung vom 1. Januar 1993 beschloss.

In die internationalen Schlagzeilen geriet die Stadt durch das Flugzeugunglück am 1. Juli 2002: Über dem Stadtgebiet stieß eine Passagiermaschine mit einem Frachtflugzeug zusammen. 71 Menschen starben bei dem Unglück. Die Trümmer gingen im weniger dicht besiedelten nördlichen Umland der Stadt nieder, am Boden gab es keine Verletzten. Zum Gedenken an die Opfer wurde ein Denkmal in Form einer zerrissenen Perlenkette in Überlingen-Brachenreuthe bei Owingen nahe dem Absturzort errichtet.

2003 wurde die direkt am See gelegene Bodensee-Therme eröffnet.

2005 erreichte die Stadt, unter Mitwirkung der Ortsteile Deisendorf und Lippertsreute, eine Goldmedaille beim Wettbewerb Unsere Stadt blüht auf.

Geschichte der Stadtteile

Andelshofen wurde 1239 als Andelsowe erstmals erwähnt. Der Ort war Besitz des Johanniter-/Malteserordens. 1552 und 1634 brannte der Ort nieder und wurde danach jeweils wieder aufgebaut. Die Obrigkeit lag bei Überlingen. 1805 kam der Ort an Baden und bildete zunächst eine eigene Gemeinde innerhalb des Bezirksamts Überlingen. 1927 wurde die Gemeinde aufgelöst. Andelshofen kam zu Überlingen. Der zugehörige Ort Hagenweiler kam zur Gemeinde Lippertsweiler, Schönbuch zur Gemeinde Bambergen.

Aufkirchner Stadttor von 1452

Aufkirch wurde 1242 als Ufkilche erstmals erwähnt. Der Ort war Standort der ursprünglichen Pfarrkirche von Überlingen, St. Michael. Die Kirche mit dem zugehörigen Ort wurde 1311 dem Kloster Engelberg und 1343 dem Deutschen Orden auf der Insel Mainau übertragen. Dieser trat die Kollatur 1557 an Überlingen ab. Danach sank die Kirche zur Filiale herab und der zugehörige Ort blieb nur ein kleiner zu Überlingen gehöriger Weiler.

Bambergen wurde 1268 erstmals erwähnt. Der Ort war wohl im 13./14. Jahrhundert Sitz derer von Regentsweiler, deren Besitz 1352 an das Spital in Überlingen kam. Die Stadt Überlingen übte die Niedergerichtsbarkeit und auch die Landeshoheit über Bambergen und einige kleinere Weiler, darunter auch Reuthemühle, aus. Dazu war der Ort Sitz eines Amtes, zu dem auch umliegende spitalische Ort gehörten. 1803 kam der Ort an Baden und wurde dem Bezirksamt Überlingen zugeordnet.

Bonndorf wurde 800 als Pondorf erstmals erwähnt. Im 12. Jahrhundert tauchen Edelfreie von Bonndorf auf, deren Nachfolger die Herren von Hohenfels wurden. 1423 und 1479 wurde der Ort an das Spital Überlingen verkauft. Somit gelangte die Herrschaft an die Stadt Überlingen. 1803 kam der Ort an Baden und wurde eine Gemeinde im Bezirksamt Überlingen.

Deisendorf wurde 972 und 1040 als Besitz der Abtei „Meginradescella“ (Maria Einsiedeln) in der Schweiz als Tyzindorf erstmals erwähnt. Im 13. Jahrhundert bestand ein Ortsadel. Ein Graf Mangold von Rohrdorf übertrug 1202 sein Gut an das Kloster Reichenau zu Lehen auf. Später kaufte das Kloster Salem und 1363 die Dombruderschaft Konstanz Güter am Ort. 1402 gelangte der Ort an das Spital Überlingen. Von 1469 bis 1811 war Deisendorf Poststation der Österreichischen, später Thurn und Taxis-Postlinie Stockach-Ravensburg und Wien-Paris. 1803 kam Deisendorf an Baden und wurde dem Bezirksamt Überlingen zugeordnet.

Ernatsreute wurde 1213 erwähnt, als ein Conradus de Eradesriuti auftaucht. 1408 kam der Ort an das Spital Überlingen und war Teil des Amtes Bambergen. Die Ortsherrschaft lag somit bei Überlingen, doch hatte auch das Deutschordenshaus Mainau einen Lehnshof. 1803 kam der Ort an Baden und war zunächst Teil der Gemeinde Bambergen. 1924 wurde er der Gemeinde Lippertsreute zugeordnet.

Hagenweiler wurde 1285 als Hagenwiller erstmals erwähnt, als die Herren von Bodman ihren Besitz an den Johanniter-/Malteserorden verkauften. Der Ort gehörte dann zum Amt Andelshofen, die Steuerhoheit lag jedoch bei Überlingen. 1803 wurde Hagenweiler badisch und gehörte zunächst zur Gemeinde Andelshofen. Bei dessen Eingliederung nach Überlingen 1926 wurde Hagenweiler abgetrennt und der Gemeinde Lippertsreute zugeordnet.

Haldenhof (Hohenfels): Um 1148 taucht der Name Hohenfels auf. Sicher bezeugt ist eine kleine Herrscherfamilie von 1191 bis 1408. Deren Burg lag bei einer 1479 als Haldenhof bezeugten Ansiedlung. Damals war die Herrschaft Hohenfels bereits untergegangen. Die Herren von Hohenfels besaßen ursprünglich die Orte Sippingen, Mahlspüren und die heute zu Überlingen gehörigen Siedlungen Bonndorf und Nesselwangen. Durch Heirat konnte der Besitz auf Ittendorf vergrößert werden. 1408 wurde die Herrschaft aufgeteilt und der Großteil kam 1479 an das Spital Überlingen. Die Burg Hohenfels brannte 1633 und 1644 ab und ist nur noch als Ruine erhalten. Der Haldenhof ist heute nur noch ein Wohnplatz des Stadtteils Bonndorf.

Hödingen wurde 1242 als Hedingen erstmals erwähnt. 1297 verkaufte ein Swigger von Blankenstein den Kehlhof zu Hödingen an den Johanniter-/Malteserorden in Überlingen, später war der Ort im Besitz des Spitals Konstanz, welches die Ortsherrschaft innehatte. In neuerer Zeit hatte Überlingen die Oberhoheit über Hödingen. 1803 kam der Ort an Baden und wurde dem Bezirksamt Überlingen zugeordnet.

Lippertsreute wurde 1159 als Luiprehtisruti erstmals erwähnt. Im 12. Jahrhundert war der Ort im Besitz von St. Stefan in Konstanz, dann von St. Johann in Konstanz. 1217 erwarb das Kloster Salem Güter der Herren von Bodman, die die Ortsherrschaft über Lippertsreute ausübten. 1290 kam der Ort an die Johanniter in Überlingen und 1337 an die Deutschordenskommende Mainau, bei deren Landkomturei Altshausen der Ort bis 1805 verblieb. Dann wurde der Ort badisch und dem Bezirksamt Überlingen zugeordnet. 1924 erfolgte die Eingliederung von Ernatsreute (bisher Gemeinde Bambergen) und 1928 von Hagenweiler (bisher Gemeinde Andelshofen).

Kirche „St. Peter und Paul“ in Nesselwangen

Nesselwangen wurde 1094 als Nezzelwanc erstmals erwähnt. Zunächst war der Ort im Besitz des Klosters Allerheiligen in Schaffhausen. Später war er Teil der Herrschaft Hohenfels, von wo er 1479 an das Spital Überlingen kam. 1803 fiel der Ort an Baden und wurde dem Bezirksamt Überlingen zugeordnet.

Nußdorf wurde 1134 als Nuzdorf erstmals erwähnt. Über verschiedene Adelige, darunter Pfalzgraf Rudolf von Tübingen kamen die Besitzungen des Ortes an das Kloster Salem. 1803 wurde der Ort badisch und dem Bezirksamt Überlingen zugeordnet.

Schönbuch wurde im 13. Jahrhundert als Schonbuch erstmals erwähnt. Um 1260 kam die Siedlung derer von Gundelfingen an die Johanniter in Überlingen, die den Besitz im 15. Jahrhundert noch vergrößerten. Der Johanniterkommende stand somit bis 1803 die Niedergerichtsbarkeit zu, die Landeshoheit lag bei Überlingen. 1803 kam der Ort an Baden und wurde Teil der Gemeinde Andelshofen. Bei deren Auflösung 1928 wurde Schönbuch der Gemeinde Bambergen zugeordnet.

Walpertsweiler wurde 1160 als Waltprechtesweiler erstmals erwähnt. Der Ort gehörte dem Kloster Salem. 1415 wurde der Ort an das Spital Überlingen verkauft und gehörte nach dem Übergang an Baden als Wohnplatz zur Gemeinde Bonndorf.

Religionsgemeinschaften

Überlingen gehörte anfangs zum Bistum Konstanz. Die Bevölkerung war der Pfarrei St. Michael (Aufkirch) zugeordnet.

Münster St.Nikolaus (Blick von der „Hofstatt“)

Eine Kirche wurde in Überlingen aber wohl schon im 10. Jahrhundert erbaut. Reste dieser Kirche wurden unter dem heutigen Münster St. Nikolaus gefunden. Das Münster wurde im 14. Jahrhundert als spätgotische Basilika erbaut. Die dem Hl. Nikolaus geweihte Kirche war bereits 1360 Pfarrkirche der Stadt. Von 1357 bis 1557 war sie dem Deutschen Orden inkorporiert. Nach dem Übergang an die Stadt wurde dort 1609 ein Kollegiatstift eingerichtet. Auch nach der Reformation blieb Überlingen katholisch. Neben der Stadtgemeinde gab es auch mehrere Klöster. Eine Franziskanerkirche wurde 1348 geweiht, 1519 umgebaut und 1752 barockisiert (heute Kirche Zur Unbefleckten Empfängnis). Das Kloster wurde 1803 aufgelöst. Die St. Jakobsbruderschaft erbaute sich eine Kirche, die 1462 geweiht wurde (heute Kirche St. Jodok). Ein Kapuzinerkloster bestand von 1619 bis 1806. Die 1686 erbaute Kirche wurde danach profaniert.

Der Johanniter-/Malteserorden gründete 1257 in Überlingen eine Kommende. Die Kommende Überlingen gehörte bis 1806 zum katholischen Großpriorat Deutschland des Johanniter-/Malteserordens, mit Sitz in Heitersheim. Die zugehörige Kirche wurde 1818 abgerissen. Ein Franziskanerinnenkloster zu St. Gallen bestand von 1535 bis 1803. Die St. Gallenkapelle, die sich in der Fischerhäuservorstand befand, wurde 1849 profaniert. Von den zahlreichen Kapellen sind zu erwähnen: St. Lucia von 1462 (heute Reichlin-Meldegg-Haus), St. Leonhard in den Egerden von 1437, Heinrich-Suso-Kapelle im Altersheim St. Ulrich von 1881, St. Joseph im Krankenhaus Seeburg von 1938, St. Johann Vianney von 1954 und Hl. Geist 1960.

Nach der Pfarrkirche St. Nikolaus („Münster“) wurde 1977 eine zweite Pfarrei auf dem Burgberg errichtet. Dort war bereits 1973 die katholische Kirche Heinrich Suso erbaut worden.

Das Münster St. Nikolaus, Innenraum
St. Sylvester Goldbach

Auch in den meisten Stadtteilen gibt es jeweils katholische Gemeinden und Kirchen oder zumindest Kapellen. In Andelshofen gibt es eine neugotische Kirche St. Verena von 1885. Die alte Pfarrkirche des Ortes war von 1462 bis 1803 der Johanniterkommende inkorporiert. In Bambergen gibt es eine Marienkapelle des 17. Jahrhundert. Bonndorf hat eine Pfarrkirche St. Pelagius und Verena mit gotischem Chor und frühgotischem Turm. In Deisendorf besteht eine Kapelle St. Andreas mit romanischen Elementen. Eine eigene Pfarrei war dort bis ins 14. Jahrhundert vorhanden. Heute gehört der Ort zu Seefelden, und Birnau ist die Pfarrkirche der Orte Deisendorf und Nußdorf, welche gemeinsam die katholische Pfarrkuratie Birnau bilden. In Hödingen bestand eine Bartholomäuskirche, die im 30-jährigen Krieg zerstört wurde. Danach wurde die Kirche wieder erbaut und als Marienwallfahrt eingerichtet. Lippertsreute hat eine 1881 erbaute Kirche Mariä Himmelfahrt, doch ist hier bereits im 13. Jahrhundert eine Kirche erwähnt. In Nesselwangen wurde bereits im 11. Jahrhundert eine Kirche erwähnt. Die heutige Kirche St. Peter und Paul wurde nach der Zerstörung im 30-jährigen Krieg neu erbaut und 1861 vergrößert. Nußdorf hat eine spätgotische Kapelle des H. Kosmas und Damian. Die katholischen Kirchengemeinden kamen nach Auflösung des Bistums Konstanz zum neu gegründeten Erzbistum Freiburg. Hier wurden sie dem Dekanat Linzgau, dessen Sitz sich in Meersburg befindet, zugeordnet.

Anfang des 19. Jahrhunderts zogen auch Protestanten nach Überlingen und es entstand eine kleine Filialgemeinde von Meersburg. 1861 wurde in Überlingen eine eigene Pfarrei errichtet, die erste evangelische Kirche wurde 1867 erbaut. Sie gehörte zunächst zum Dekanat Konstanz der Evangelischen Landeskirche in Baden. Heute gibt es zwei evangelische Kirchengemeinden, die Auferstehungskirchengemeinde und die Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde, zu denen auch die meisten Protestanten der Überlinger Stadtteile gehören. Beide Kirchengemeinden gehören heute zu dem 1969 neu gegründeten Kirchenbezirk Überlingen-Stockach, der seinen Sitz in Salem hat.

Daneben gibt es in Überlingen auch mehrere evangelische Freikirchen, eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), eine Gemeinde der Evangelisch-methodistischen Kirche (Kreuzkirche), eine Mennonitengemeinde und eine Adventgemeinde. Im Stadtteil Bambergen gibt es eine Evangelische Täufergemeinde, die zum Bund Evangelischer Täufergemeinden gehört. Ferner sind auch die Zeugen Jehovas, eine Gemeinde der Christengemeinschaft und eine Neuapostolische Gemeinde in Überlingen vertreten. Seit 1983 gibt es auch eine Niederlassung der Priesterbruderschaft St. Pius X..

In den Jahren 1332 und 1349 gab es in Überlingen Judenverfolgungen. Zum Gedenken an die Judenverfolgung während der Zeit des Nationalsozialismus wurden 2005 vor dem ehemaligen Landratsamt drei Stolpersteine verlegt für den ehemaligen Landrat und seine Familienangehörigen.

Eingemeindungen

In die Stadt Überlingen wurden folgende Gemeinden bzw. Gemarkungen eingegliedert. Sie gehörten vor der Kreisreform alle zum Landkreis Überlingen.

  • 1888: Burgberg
  • 1928: Andelshofen
  • 1. Juli 1971: Bambergen
  • 1. April 1972: Lippertsreute (mit dem 1924 eingemeindeten Ernatsreute, dem 1928 eingemeindeten Hagenweiler und dem 1954 eingemeindeten Steinhöfe)
  • 1. April 1974: Deisendorf
  • 1. Juli 1974: Hödingen und Nesselwangen
  • 1. Januar 1975: Bonndorf und Nußdorf

Einwohnerentwicklung

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze).

Einwohnerzahlen
Jahr Einwohnerzahlen
1496 3.250
1676 2.338
1789 3.117
1802 2.645
1834 2.505
1861 3.280
1. Dezember 1871 ¹ 3.372
1. Dezember 1880 ¹ 3.999
1. Dezember 1900 ¹ 4.286
1. Dezember 1910 ¹ 4.550
16. Juni 1925 ¹ 5.207
16. Juni 1933 ¹ 5.613
Jahr Einwohnerzahlen
17. Mai 1939 ¹ 6.512
13. September 1950 ¹ 8.348
6. Juni 1961 ¹ 10.501
27. Mai 1970 ¹ 12.794
31. Dezember 1975 17.735
31. Dezember 1980 18.734
27. Mai 1987 ¹ 18.729
31. Dezember 1990 20.102
31. Dezember 1995 20.494
31. Dezember 2000 20.791
31. Dezember 2005 21.417
30. März 2007 21.368

¹ Volkszählungsergebnis

Politik

Gemeinderat

Nach der Kommunalwahl vom 13. Juni 2004 ergab sich folgende Sitzverteilung:

CDU 28,5 % -2,5 8 Sitze ±0
LBU 19,2 % +5,4 5 Sitze +1
FWV 14,6 % -3,0 4 Sitze ±0
ÜfA 14,6 % -3,0 4 Sitze -2
SPD 13,5 % +0,2 3 Sitze ±0
FDP/DVP 9,6 % +2,9 2 Sitze +1

Bürgermeister

An der Spitze der Stadt Überlingen standen ab dem 13. Jahrhundert der vom Stadtherrn eingesetzte Ammann sowie der Rat. Der Ammann war Verwaltungs- und Finanzbeamter und stand dem Gericht vor. Teilweise war das Gericht in ein Ober- und ein Unterstadtgericht geteilt. Dem Rat gehörten zunächst nur Patrizier an, ab dem 13. Jahrhundert waren auch die Zünfte vertreten. Ein Bürgermeister ist ab 1308 urkundlich erwähnt. Er war bald danach für die Verwaltung, der Ammann nur noch für das Gericht zuständig. 1420 gab es zwei Bürgermeister sowie einen Neuen und einen Alten Rat, später Großer und Kleiner Rat.

Nach dem Übergang an Baden leitete ein Bürgermeister die Stadt, der seit der Erhebung zur Großen Kreisstadt 1993 die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister trägt. Heute wird der Oberbürgermeister für eine Amtszeit von 8 Jahren gewählt. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats und Leiter der Stadtverwaltung. Der Oberbürgermeister hat einen 1. Beigeordneten als hauptamtlichen Stellvertreter, der die Amtsbezeichnung „Bürgermeister“ trägt.

  • 1308-XXXX: Ulrich am Ort
  • 1644-XXXX: Johann Heinrich von Pflummern
  • 1793-1810: Karl Enroth
  • 1814-1830: Johann Baptist Kugel
  • 1830-1835: Konrad Magg
  • 1835-1847: Karl Müller
  • 1847-1849: Hofacker
  • 1849: Johann Sebastian Knöpfle
  • 1849-1858: Schmalholz
  • 1858-1873: Steib
  • 1873-1879: Wilhelm Beck
  • 1879-1885: Karl Steib
  • 1885-1919: Maurus Betz
  • 1919-1933: Heinrich Emmerich
  • 1933-1945: Spreng
  • 1945: Karl Löhle (provisorisch)
  • 1946-1948: Franz Hug
  • 1948-1969: Wilhelm Anton Schelle
  • 1969-1993: Reinhard Ebersbach
  • 1993-2000: Klaus Patzel
  • 2000-2008: Volkmar Weber
  • ab 2009: Sabine Becker

Bei der Bürgermeisterwahl am 12. Oktober 2008 wurde Sabine Becker mit 40,8 Prozent der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 54 Prozent gewählt. Sabine Becker ist damit die erste Oberbürgermeisterin in der Geschichte der Stadt Überlingen.

Wappen

Das Wappen der Stadt Überlingen zeigt in Gold einen schwarzen Adler mit goldenem Brustschild, darin ein golden gekrönter und golden bewehrter roter Löwe. Das Oberwappen stellt einen aus dem Spangenhelm mit goldener Helmkrone wachsenden golden gekrönten und bewehrten roten Löwen dar, der in der rechten Pranke ein bloßes Schwert mit goldenem Griff hält. Die Helmdecken sind rot-gold. Mit der Verleihung dieses Wappens bekräftigte der Kaiser die Verurteilung der Anführer der Linzgau-Bauern im Jahr 1525, am Ende der Bauernkriege, durch den Rat der Stadt Überlingen. Die Linzgau-Bauern hatten sich gegen den Befehl der Reichsstadt Überlingen gestellt, die aufrührerischen Hegau-Bauern zu bekämpfen („Ernatinger Meuterei“).

Die Stadtflagge ist rot-gelb.

Der Reichsadler wird schon im 13. Jahrhundert im Siegel geführt. Die heutige Form des Wappens mit dem habsburgischen Löwen als Brustschild verlieh Kaiser Karl V. im Jahr 1528. Das für ein Kommunalwappen äußerst ungebräuchliche Oberwappen wird 1528 bereits beschrieben und somit bis heute beibehalten.

Partnerstädte

Stadt Land seit
Chantilly Frankreich 1987
Bad Schandau Sachsen 1990

Seit 1965 besteht eine Partnerschaft der Feuerwehr St. Valentin auf der Haide in Südtirol und der Feuerwehr Überlingen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Anlegestelle in Überlingen
Blick vom Überlinger Münster auf Altstadt und See

Mit jeweils etwa 4.000 Beschäftigten sind produzierendes Gewerbe und der Dienstleistungssektor (inklusive dem Tourismus mit 60 Restaurants und 33 Hotels) die größten Arbeitgeber der Stadt. Der Einzelhandel hat sich im WVÜ zusammengeschlossen. Regelmäßige Veranstaltungen sowie die 1997 eingerichtete Fußgängerzone sollen den Einzelhandel gegenüber den außerhalb des Ortes liegenden Einkaufszentren stärken.

Bis in das 19. Jahrhundert war Überlingen größter Getreidemarkt in Süddeutschland.

Überlingen ist ein anerkanntes Kneippheilbad. Aufgrund der Lage am Bodensee hat die Stadt über 500.000 Übernachtungen im Jahr zu verzeichnen.

Weinbau wird in der Lage Überlinger Felsengarten seit Jahrhunderten betrieben. [5]

Verkehr

  • Der nächste Anschluss an die Bundesautobahn ist in Stockach auf die A 98, die in westliche Richtung nach Singen (Hohentwiel) und weiter nach Schaffhausen führt, wo es am Autobahnkreuz Heugau einen Anschluss auf die A 81 Stuttgart-Singen und auf die Bundesstraße 33 nach Konstanz gibt. Im Osten des Bodensees gibt es bei Lindau (Bodensee) Anschluss an die A 96 in Richtung Memmingen und im weiteren Verlauf nach Ulm bzw. München und nach Österreich.
  • Die Bodensee-Schiffsbetriebe verbinden Überlingen im Personenverkehr mit Dingelsdorf, Unteruhldingen, Mainau und Meersburg.
  • Die Motorbootgesellschaft Bodman GmbH fährt im Passagierverkehr von Überlingen über Marienschlucht, Sipplingen, Ludwigshafen nach Bodmann.
  • Die Überlinger Schiffsbetriebe (ein Zusammenschluss dreier privater Betriebe) verbinden Überlingen im Pendelverkehr mit der Insel Mainau. Außerdem bieten sie im Sommerhalbjahr Ausflugsfahrten ab Überlingen (und Unteruhldingen) an viele beliebte Ziele sowie zahlreiche Rundfahrten an.

Ortsansässige Unternehmen

Produktionsgewerbe:

Dienstleistungsgewerbe:

In Überlingen war im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert die überregional tätige Orgelbauwerkstatt Wilhelm Schwarz & Sohn ansässig. Heute wird Orgelbau in Überlingen noch von dem 1875 gegründeten Unternehmen Mönch Orgelbau und Drehorgelbau Raffin betrieben.

Medien

Die Tageszeitung Südkurier berichtet im Lokalteil Überlingen über das Geschehen in der Stadt und Umgebung. Auch werden dort amtliche Bekanntmachungen veröffentlicht. Außerdem gibt es für alle Bürger kostenlos ein Mitteilungsblatt, das „Hallo Ü“ genannt wird. Dieses wird an alle Haushalte verteilt und informiert über politische, kulturelle, gesellschaftliche und geistliche Themen.

Behörden und Gerichte

Überlingen verfügt über ein Amtsgericht, das zum Landgerichtsbezirk Konstanz und zum OLG-Bezirk Karlsruhe gehört. Ferner gibt es hier ein Notariat und ein Finanzamt.

Bildungseinrichtungen

In Überlingen gibt es ein städtisches Gymnasium, eine Realschule, eine Grund- und Hauptschule (Wiestor-Schule), eine Förderschule (Franz-Sales-Wocheler-Schule) und fünf selbständige Grundschulen (Burgberg-Schule und je eine Grundschule in den Stadtteilen Deisendorf, Hödingen, Lippertsreute und Nußdorf), ferner die Krankenpflegeschule am Städtischen Krankenhaus.

Der Bodenseekreis ist Träger der drei berufsbildenden Schulen: Constantin-Vanotti-Schule (Kaufmännische Schule mit Wirtschaftsgymnasium), Justus-von-Liebig-Schule (Haus- und Landwirtschaftliche Schule mit Ernährungswissenschaftlichem Gymnasium) und Jörg-Zürn-Gewerbeschule(Gewerblich-technische Schule mit Technischem Gymnasium und BTA Berufskolleg).

Die Privatschulen Freie Heimschule Georgenhof, Freie Waldorfschule Überlingen, das Gymnasium Schloss Salem - Salem International College, die Heimsonderschule Brachenreuthe, die Janusz-Korczak-Schule Deisendorf und die Kaspar-Hauser-Schule für Erziehungshilfe runden das schulische Angebot in Überlingen ab.

Weiter sind verschiedene städtische, kirchliche (evangelisch und römisch-katholisch) und freie Kindergärten vorhanden.

Soziale Einrichtungen

Das Gemeindepsychiatrische Zentrum (GpZ) Überlingen ist Anlaufstelle für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen, die Unterstützung zur Führung eines selbständigen Lebens brauchen. Es bietet ein breites Spektrum an Hilfestellungen unter einem Dach an.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Die Stadt ist Mitglied der Cittaslow, einer 1999 in Italien gegründeten Bewegung zur Entschleunigung und Erhöhung der Lebensqualität in Städten.

Die ARD-Vorabendserie Sternenfänger aus dem Jahr 2002 spielt größtenteils im Ort.

Mundart

Überlingen gehört zum alemannischen Sprachraum. Es wird umgangssprachlich Bodenseealemannisch gesprochen.

Stadtbefestigung

Stadtgraben in Überlingen

Überlingen erhielt 1180 Stadtrecht. Um 1250 wurden Stadtgraben und Wälle durch Mauern ersetzt. Die Mauer wurde abschnittsweise von den unterschiedlichen Zünften verteidigt. Um 1300 umschloss ein innerer Mauerring den heutigen Altstadtkern auf der Linie Franziskaner Tor–Rosenobel–St. Johann. Ein äußerer Mauerring wurde 1450 begonnen und 1630 abgeschlossen. Er schützte auch die Fischerhäuser, die Vorstadt und das „Dorf“ und verlief auf der Linie Badturm–Aufkircher Tor–Wagsäulenturm–Wiestor. [6]

Museen

Das Reichlin-von-Meldegg-Haus

Das Reichlin-von-Meldegg-Haus, das älteste Renaissancegebäude Deutschlands, beherbergt heute das städtische Museum.

Gebäude

  • Das Münster St. Nikolaus ist der größte spätgotische Bau am Bodensee und Wahrzeichen der Stadt. Die Kirche hat einen monumentalen Holzaltar von Jörg Zürn aus der Zeit der Spätrenaissance. An einem Pfeiler des Innenraums befindet sich eine Figur von Jakob mit Wanderstab und Jakobsmuschel. An einem weiteren Pfeiler ist eine Kanonenkugel von 1634 befestigt mit der Aufschrift (Originalschreibweise) „Überlingen wollte bezwingen Der Schwedisch Feldmarschall HOX … Drey Stürm hatt Er verloren, Darnach müste Er weichen, MARIA, diß ist dein Sig Zaichen“
  • Die Sylvesterkapelle im Stadtteil Goldbach ist eine der ältesten Kirchenbauten im Bodenseeraum und enthält Fresken der „Reichenauer Schule“ aus dem 9. Jahrhundert.
  • Das Rathaus stammt aus der Zeit der Renaissance und hat einen prächtigen Rathaussaal, den Holzschnittfiguren von Jakob Ruß schmücken. Die Figuren stellen eindrücklich Hierarchien und Stände des Reiches vom Kurfürsten bis zum Bauern dar und geben einen Eindruck von den Machtverhältnissen zur Zeit der Erstellung (1490–1494).
  • Das einstige Handels- und Kornhaus Greth ist seit seiner Sanierung 1998 eines der markantesten Kulturdenkmäler der Stadt. Das zwischen Landungs- und Markplatz direkt am Seeufer gelegene klassizistische Gebäude lässt sich durch den Erlass der so genannten „Gredordnung“ bereits für das Jahr 1421 urkundlich nachweisen. Bauforscher datieren die tragenden Eichenpfeiler auf die Zeit um 1382. Fundamentreste weisen sogar auf wesentlich ältere Vorgängerbauten. Das heutige Erscheinungsbild der Greth geht auf einen 1788 erfolgten Umbau durch Franz Anton Bagnoto zurück und weist Stilelemente der Übergangsperiode vom Barock zum Klassizismus auf. Bereit 1936/37 wurde es nach der badischen Landesbauordnung unter Schutz gestellt.[7]
  • Die Franziskanerkirche von 1348 hat eine barocke Ausstattung.
  • Die Kapelle St. Michael (Aufkirch) außerhalb der Stadt wurde um das Jahr 1000 erbaut und war Überlingens erste Pfarrkirche.

Die Stadt hat auch die längste Uferpromenade am Bodensee sowie ein Thermalbad, die Bodensee-Therme. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Sternwarte Überlingen und der Mantelhafen.

Im Ortsteil Goldbach befindet sich die sogenannte Obere Mühle Goldbach. Sie wurde von der Denkmalstiftung Baden-Württemberg zum Denkmal des Monats März 2008“ ernannt.

Brunnen

  • Der Reiter über den Bodensee des früheren Töpfers und heutigen Künstlers Peter Lenk. Mit den drei Frauen stellt er seine Tochter, Frau und Schwiegermutter und oben Martin Walser dar. Siehe auch: Seegfrörne
  • Ein „Hänselebrunnen“ von 1934 gibt es in der Aufkircher Straße, der dem „Hänsele“, der Hauptfigur der Überlinger Fasnet gewidmet ist.
  • Der Kaiserbrunnen an der Hofstatt/Münsterstraße wurde 1553 errichtet, stellt Karl V. dar und erinnert an das 1528 „gebesserte“ Wappen.

Natur

Der Stadtgarten mit altem Baumbestand und exotischen Pflanzen umfasst auch ein Hirschgehege, einen Rosengarten und zahlreiche Kakteen. Im Stadtteil Bambergen befindet sich mit dem Haustierhof Reutemühle, einem öffentlich zugänglichen Tierpark, Deutschlands artenreichster Bauernhof.

Veranstaltungen

In Überlingen wird seit 1954 in der Regel alle zwei Jahre der Bodensee-Literaturpreis vergeben. Im Preisgericht sitzen deutsche, schweizer und österreichische Professoren.

Überlingen ist eine Hochburg der traditionellen schwäbisch-alemannischen Fasnet. Zusammen mit den Zünften aus Rottweil, Elzach und Oberndorf bildet die Narrenzunft Überlingen den Viererbund. Das Häs (die Fastnachtstracht) des „Überlinger Hänseles“ wird bereits in einem Ratsprotokoll des Jahres 1430 erwähnt. [8]

Zum Gedenken an die zweimalige Belagerung durch die Schweden im Dreißigjährigen Krieg, denen jeweils erfolgreich widerstanden wurde, findet seit 1634 zwei mal im Jahr jeweils am Zweiten Sonntag im Mai (Muttertag) und im Juli eine Schwedenprozession statt. Im Anschluss an die Zweite Schwedenprozession wird der so genannte „Schwertletanz“ durch die Schwerttanzkompanie aufgeführt.

Seit 2004 findet jeden Sommer in der Kapuzinerkirche das so genannte Sommertheater mit verschiedenen Aufführungen des Stadttheaters Konstanz statt.

Spaziergänge am See

Von Überlingen nach Birnau

Vom Landungsplatz für die Bodenseeschiffe entlang dem Seeufer nach Nußdorf, Maurach. Dies ist eine Wegführung, die seenäher verläuft als der offizielle Bodensee-Rundwanderweg, der oberhalb des Sees verläuft. Durch die Rebhänge hinauf zur Klosterkirche Birnau. Von der Haltestelle Bundesstraße zurück mit dem Bus nach Überlingen.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Die Stadt Überlingen hat folgenden Persönlichkeiten das Ehrenbürgerrecht verliehen

  • 1840: Franz Sales Wocheler, Stadtpfarrer (* 1778)
  • 1928: Adolf Schwarz, Stadtpfarrer
  • 1963: Georg Siemens, Gemeinderat (* 1882)

Söhne und Töchter der Stadt

Bekannte Personen, die in Überlingen lebten

  • Jörg Zürn (um 1583–1635/1638), Bildhauer
  • Justus Hermann Wetzel (1879–1973), Lieder-Komponist, lebte ab 1948 in Überlingen
  • Alfons Semler (1886–1960), Professor, Stadtarchivar und Leiter der „Leopold-Sophien-Bibliothek“; in Überlingen gestorben und beigesetzt.
  • Christian Lahusen (1886–1975), Komponist, lebte ab 1930 in Überlingen
  • Fred Raymond (1900–1954), österreichischer Komponist, lebte ab 1951 in Überlingen, wo auch seine Grabstätte ist
  • Leopold Ziegler (1881–1958), Philosoph, Bodensee-Literaturpreisträger 1956
  • Friedrich Georg Jünger (1898–1977) Lyriker, Essayist, Bodensee-Literaturpreisträger 1955
  • Adolf Horion (1888–1977), Geistlicher und Entomologe

Bekannte Einwohner

Literatur

  • Badisches Städtebuch; Band IV 2. Teilband aus Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte – Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages. Hrsg. von Erich Keyser, Stuttgart 1959
  • Otto Gruber: Überlinger Profanbauten des 15. und 16. Jahrhunderts, Karlsruhe, 1914
  • Stadt Überlingen (Hrsg.): Überlingen. Bild einer Stadt. In Rückschau auf 1200 Jahre Überlinger Geschichte. 770–1970. Konrad, Weißenhorn 1970
  • Hans Schleuning (Red.): Überlingen und der Linzgau am Bodensee. (Teilauflage auch als: Der Kreis Überlingen). Theiss, Stuttgart 1972, ISBN 3-8062-0102-1
  • Dieter Helmut Stolz: Geliebtes Überlingen. Ein Gang durch Geschichte und Kultur der Stadt am Bodensee. Mit Stadtrundgang. Mit zahlr. Fotos von Siegfried Lauterwasser. 2., überarb. Auflage. Konstanz: Verlag des Südkurier, 1981, 91 S.
  • Bettina Bernhard: „Kur am und im See, Alpenblick inklusive“. Das Kneippheilbad Überlingen. In: Wolfgang Niess, Sönke Lorenz (Hrsg.): Kult-Bäder und Bäderkultur in Baden-Württemberg. Markstein, Filderstadt 2004, ISBN 3-935129-16-5
  • Michael Brunner, Marion Harder-Merkelbach (Hrsg.): 1100 Jahre Kunst und Architektur in Überlingen (850–1950). Begleitbuch zur Ausstellung der Städtischen Galerie Überlingen. Imhof Verlag, Petersberg 2005, ISBN 3-86568-032-1
  • Oswald Burger: Der Stollen. Überlingen, 6. Auflage 2005. ISBN 3-86142-087-2 (Dokumentation zum KZ Aufkirch, Goldbacher Stollen, kurzer Abschnitt über KZ-Friedhof Birnau)
  • Oswald Burger, Hansjörg Straub: Die Levingers. Eine Familie in Überlingen. Eggingen 2002, ISBN 3-86142-117-8 (geschildert werden nebenbei auch die Überlinger Vereine um 1900 und die Zeit des Großherzogtums bzw. des Staates Baden)

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Bevölkerungsstand
  2. [1] Deutscher Wetterdienst
  3. Oswald Burger: Überlingen (Aufkirch). In: Wolfgang Benz, Barbara Distel, Angelika Königseder: Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Band 2. Frühe Lager. Dachau. Emslandlager. C.H. Beck, München 2006. S. 514-517. ISBN 3-406-52962-3
  4. Roland Burger: Stolpersteine genehmigt. In: Südkurier vom 3. März 2005
  5. BodenseeWein e. V. (Hrsg.): Der Bodensee-Weinführer. Meersburg ca. 2008, S. 14 und Internetseite Bodenseewein
  6. Quelle: Informationstafel zur Stadtbefestigung im Stadtgraben beim Bahnhof Überlingen
  7. Die Überlinger Greth und mit ihr das Erfolgsmodell Bürgerfonds begehen den zehnjährigen Jahrestag seit der Sanierung. Die Greth wird zehn. In: Südkurier vom 26. November 2008
  8. Narren. In: Der Badener, Februar 2009, S. 12 , gespeichert in Internetseite des Vereins der Badener von Hamburg und Umgebung e. V.

Weblinks


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