Bamberger Löwe
Karte
Karte Erzbistum Bamberg
Basisdaten
Staat Deutschland
Diözesanbischof Ludwig Schick
Weihbischof Werner Radspieler
Emeritierter Diözesanbischof Karl Braun
Generalvikar Georg Kestel
Fläche 10.290 km²
Dekanate 21 (31. Dezember 2007 / AP 2009)
Pfarreien 310 (31. Dezember 2007 / AP 2009)
Einwohner 1.954.000 (31. Dezember 2007 / AP 2009)
Katholiken 742.989 (31. Dezember 2007 / AP 2009)
Anteil 38 %
Diözesanpriester 378 (31. Dezember 2007 / AP 2009)
Ordenspriester 138 (31. Dezember 2007 / AP 2009)
Ständige Diakone 43 (31. Dezember 2007 / AP 2009)
Katholiken je Priester 1.440
Ordensbrüder 268 (31. Dezember 2007 / AP 2009)
Ordensschwestern 595 (31. Dezember 2007 / AP 2009)
Ritus Römischer Ritus
Liturgiesprache Deutsch
Kathedrale Bamberger Dom
Webpräsenz www.erzbistum-bamberg.de
Suffraganbistümer Eichstätt
Speyer
Würzburg
Kirchenprovinz
Karte der Kirchenprovinz {{{Kirchenprovinz}}}

Das Erzbistum Bamberg (lat.: Archidioecesis Bambergensis) ist eine Diözese in Bayern und umfasst große Teile der Regierungsbezirke Oberfranken und Mittelfranken, einen kleinen Teil der Regierungsbezirke Unterfranken (Iphofen) und Oberpfalz (Auerbach). Suffraganbistümer sind Eichstätt, Speyer und Würzburg.

Inhaltsverzeichnis

Gründung

Auf der Reichssynode in Frankfurt (Main), die am 1. November 1007 begann und die von acht Erzbischöfen und 27 Bischöfen besucht war, erwirkte König Heinrich II., der 1014 die Kaiserwürde erlangte, die Gründung des Bistums Bamberg aus Teilen von Würzburg und Eichstätt. Noch auf der Synode wurde Eberhard, des Königs Kanzler, vom Mainzer Erzbischof Willigis zum Oberhirten des neuen Grenzlandbistums geweiht. Ebenfalls noch auf der Synode wurden dem Bistum reiche Schenkungen verbrieft, um es auf eine solide Basis zu stellen. Heinrich wollte in seiner Lieblingsstiftung Bamberg die mönchische Strenge des Hildesheimer Domstiftes – dort war er selbst erzogen worden – und den damals gefeierten Studieneifer der Kirchen von Lüttich miteinander verbunden wissen. Das Bistum war Rom unmittelbar unterstellt (exemt) und erlangte eine besondere Bedeutung bei der Christianisierung der zwischen Main und Regnitz wohnenden Slaven. Suitger, der zweite Bamberger Bischof, wurde 1046 zum Papst gewählt und nahm bei seiner Inthronisation den Namen Clemens II. an. Im Bamberger Dom wurde er beigesetzt – als einziger Papst nördlich der Alpen.

Mittelalter

Unter Bischof Otto I., dem Heiligen, 1102–1139, erlebte die Domschule eine neue Blütezeit. Zahlreich waren die Klöster, die er gegründet oder erneuert hatte; man zählt etwa 27 in sieben Diözesen von Kärnten bis Halberstadt. Mit der Einrichtung des Aegidienspitals und des Gertrudenhospitals begann Bischof Otto I. die karitative Tätigkeit der mittelalterlichen Kirche auch in Bamberg, sie ist noch heute in den Spitälern alter Städte erkennbar. Gottesdienste und Seelsorge, Bildung und Kultur, wirtschaftliche Entwicklung und soziale Aktivitäten, Glaubensverbreitung und Friedensförderung waren Aufgaben und Ziele der Bamberger Kirche im Mittelalter.

Reformation

Die Reformation hat im fränkischen Land tiefe Spuren hinterlassen: So fielen damals beispielsweise von 190 Pfarrkirchen im Laufe des 16. Jahrhunderts 105 mit den meisten Filialkirchen dem Protestantismus zu, und 1648 standen für 110 Pfarreien noch 64 Priester zur Verfügung.

Neuzeit

Die Bischöfe der Barockzeit, zugleich Landesherren des Hochstiftes mit über 200 000 Einwohnern, waren Freunde und Förderer der Künste und Wissenschaften. Die Nachwelt verdankt ihnen großartige Kirchenbauten, repräsentative Schlossanlagen, eine allgemeine kulturelle Hochblüte, was aber keinesfalls heißt, dass die pastoralen Aufgaben (Neuordnung der Pfarreien, Förderung der Klöster, Berufung der Jesuiten) von ihnen vernachlässigt worden wären. So führte Fürstbischof Franz Ludwig von Erthal (1779–1795) den barocken Lebensstil bewusst nicht weiter. Er wollte als „Fürst für das Volk“ dessen Wohl. Er sorgte für die Kranken und Armen durch Gesetze und Einrichtungen, die dem modernen Sozial- und Versicherungswesen den Weg bereiteten. So schuf er das Armeninstitut, das sich in Form einer ständigen Kommission systematisch in Bamberg, Forchheim, Kronach, Lichtenfels und Weismain der Notleidenden annahm. Im Jahre 1789 errichtete er das Allgemeine Krankenhaus in Bamberg und förderte die Einführung einer Krankenkasse.

Bamberger Löwe

Bamberger Löwe im Wappen vom Landkreis Haßberge (alles rechtsgewendet)

Der Bamberger Löwe, als Wappentier und gemeine Figur in der Heraldik, hat einen Eigennamen und war im Wappen des Hochstiftes Bamberg. Er reihte sich in die Liste der Wappenlöwen ein. Für die Region ist die Erkennung aus der festen Darstellung wichtig. In vielen Wappen ist seine Hauptrichtung aufsteigend und linksgewendet. Er ist gewöhnlich in Gold ein linksgewandter, mit einer silbernen Schräglinksleiste überdeckter, rot bewehrter schwarzer Löwe. Am Spalt im Wappen steht er seit dem 16. Jahrhundert.

Der Bamberger Löwe ist in vielen Wappen nachzuweisen, wenn der Einfluss des Stiftes bedeutend war, so in den Wappen von Weisendorf (linksgewendeter), Scheßlitz (linksgewendeter), Litzendorf (rechtsgewendet), Bezirk Oberfranken, Landkreis Bamberg, Landkreis Erlangen-Höchstadt, Landkreis Haßberge, Landkreis Forchheim. Der aktuelle Erzbischof von Bamberg, Ludwig Schick führt den Löwen auch heute im Wappen[1] .

Säkularisation und Neubeginn

Die Säkularisation des Jahres 1803 beendete die weltlichen Regierungsaufgaben der Kirchenfürsten: Das Hochstift Bamberg fiel an Bayern. Im Jahr 1818, bei der Neueinteilung der kirchlichen Sprengel nach der Säkularisation wurde Bamberg Sitz eines Erzbischofs mit den Suffraganbistümern Eichstätt, Speyer und Würzburg.

Bistumsgliederung – Regionen, Dekanate und Seelsorgebereiche

Das Erzbistum Bamberg gliedert sich in 6 Regionen, 21 Dekanate und 96 Seelsorgebereiche. Die Obhut über die Regionen, die im Jahr 2000 errichtet wurden, haben Regionalsdekane inne, die hierarchisch über den Dekanen stehen. Für die Seelsorgebereiche sind Seelsorgebereichsleiter bestimmt.

Region I- Regionaldekan Dr. Josef Zerndl, Bayreuth

  • Dekanat 1: Auerbach
    • Seelsorgebereich 1: Pfarreienverbund Pegnitz Stadt und Land
    • Seelsorgebereich 2: Pfarreiengemeinschaft Pottenstein und Umland
    • Seelsorgebereich 3: Pfarreienverbund Auerbach
  • Dekanat 2: Bayreuth
    • Seelsorgebereich 1: Pfarreienverbund Schlosskirche-Hl. Kreuz-St. Benedikt
    • Seelsorgebereich 2: Pfarreienverbund Heilig Geist – St. Johannes Nepomuk
    • Seelsorgebereich 3: Pfarreienverbund St. Salvator Hollfelder Land
    • Seelsorgebereich 4: Pfarreienverbund Bayreuth Süd/Hummelgau
    • Seelsorgebereich 5: Pfarreienverbund Fränkische Schweiz Nord
  • Dekanat 3: Hof
    • Seelsorgebereich 1: Pfarreiengemeinschaft Kath. Pfarreien Verkündigung Christi, Dekanat Hof
    • Seelsorgebereich 2: Pfarreienverbund St. Heinrich, Dek. Hof
    • Seelsorgebereich 3: Pfarreienverbund Dreifaltigkeit, Dek. Hof
    • Seelsorgebereich 4: Pfarrei St. Konrad, Hof
    • Seelsorgebereich 5: Pfarrei St. Marien, Hof
  • Dekanat 4: Kulmbach
    • Seelsorgebereich 1: Pfarreiengemeinschaft Main-Schorgast-Tal
    • Seelsorgebereich 2: Pfarreienverbund Marienweiher
    • Seelsorgebereich 3: Pfarreienverbund Kulmbach Stadt und Land
    • Seelsorgebereich 4: Pfarreiengemeinschaft Steinacher Land

Region II- Vakant (Regionaldekan Günther Hübner, Kronach, verstarb am 24. November 2008)

  • Dekanat 5: Coburg
    • Seelsorgebereich 1: Pfarreiengemeinschaft Coburg St. Marien/Bad Rodach St. Marien
    • Seelsorgebereich 2: Pfarreiengemeinschaft Seßlach
    • Seelsorgebereich 3: Pfarreienverbund Ebersdorf – Neustadt/Cbg. – Rödental
    • Seelsorgebereich 4: Pfarrei St. Augustin, Coburg
  • Dekanat 6: Kronach
    • Seelsorgebereich 1: Pfarreienverbund Oberes Rodachtal
    • Seelsorgebereich 2: Pfarreiengemeinschaft Corpus Christi
    • Seelsorgebereich 3: Pfarreiengemeinschaft Kronach
    • Seelsorgebereich 4: Pfarreienverbund Kronach Süd
  • Dekanat 7: Lichtenfels
    • Seelsorgebereich 1: Pfarreienverbund Ebensfeld
    • Seelsorgebereich 2: Pfarreienverbund Banzer Stift – Staffelstein – Lautergrund
    • Seelsorgebereich 3: Pfarreienverbund Sankt Bernhard von Clairvaux, Dek. Lichtenfels
    • Seelsorgebereich 4: Pfarreienverbund Steinach-Rodach-Main
    • Seelsorgebereich 5: Pfarreienverbund Obermain – Jura
  • Dekanat 8: Teuschnitz
    • Seelsorgebereich 1: Pfarreienverbund Oberer Frankenwald
    • Seelsorgebereich 2: Pfarreienverbund Rennsteig

Region III- Regionaldekan Dr. Gerhard Förch, Bamberg

  • Dekanat 9: Bamberg
    • Seelsorgebereich 1: Pfarreiengemeinschaft Bischberg-Viereth-Trunstadt
    • Seelsorgebereich 2: Pfarreiengemeinschaft Dom/Obere Pfarre
    • Seelsorgebereich 3: Pfarreienverbund St. Martin und St. Josef
    • Seelsorgebereich 4: Pfarreienverbund St. Gangolf – St. Otto – Maria Hilf
    • Seelsorgebereich 5: Pfarreienverbund Seelsorgebereich Bamberg-Ost
    • Seelsorgebereich 6: Pfarreienverbund Stegaurach – Lisberg
  • Dekanat 10: Burgebrach
    • Seelsorgebereich 1: Pfarreienverbund Ebrachgrund
    • Seelsorgebereich 2: Pfarreienverbund St. Marien Steigerwald
  • Dekanat 11: Hallstadt-Scheßlitz
    • Seelsorgebereich 1: Pfarreienverbund Hallstadt-Oberhaid
    • Seelsorgebereich 2: Pfarreienverbund Breitengüßbach – Kemmern
    • Seelsorgebereich 3: Pfarreiengemeinschaft Memmelsdorf mit Lichteneiche, Gundelsheim und Merkendorf
    • Seelsorgebereich 4: Pfarreiengemeinschaft St. Peter und Paul Rattelsdorf/Zapfendorf
    • Seelsorgebereich 5: Pfarreienverbund Scheßlitz – Jura
  • Dekanat 12: Hirschaid
    • Seelsorgebereich 1: Pfarreienverbund Amlingstadt, Geisfeld, Litzendorf, Lohndorf, Mistendorf und Strullendorf
    • Seelsorgebereich 2: Pfarreienverbund Buttenheim – Heiligenstadt – Tiefenpölz
    • Seelsorgebereich 3: Pfarreienverbund Hirschaid – Sassanfahrt – Seußling

Region IV- Regionaldekan Georg Holzschuh, Forchheim

  • Dekanat 13: Ebermannstadt
    • Seelsorgebereich 1: Pfarreienverbund Ehrenbürg
    • Seelsorgebereich 2: Pfarreienverbund Feuerstein
    • Seelsorgebereich 3: Pfarreienverbund Fränkische Schweiz Süd
  • Dekanat 14: Forchheim
    • Seelsorgebereich 1: Pfarreienverbund Eggolsheim – Unterer Aischgrund
    • Seelsorgebereich 2: Pfarreienverbund Forchheim-West
    • Seelsorgebereich 3: Pfarreienverbund Hausen/Heroldsbach
    • Seelsorgebereich 4: Pfarreienverbund Effeltrich – Langensendelbach – Poxdorf
    • Seelsorgebereich 5: Pfarreienverbund Seelsorgebereich St. Augustinus
    • Seelsorgebereich 6: Pfarreienverbund Forchheim-Ost
    • Seelsorgebereich 7: Pfarreienverbund Forchheim-Mitte
  • Dekanat 15: Höchstadt/Aisch
    • Seelsorgebereich 1: Pfarreiengemeinschaft Maria im Dreifrankenland
    • Seelsorgebereich 2: Pfarreiengemeinschaft Adelsdorf – Aisch
    • Seelsorgebereich 3: Pfarreienverbund Höchstadt und Umgebung

Region V- Regionaldekan Hubertus Förster, Nürnberg

  • Dekanat 16: Erlangen
    • Seelsorgebereich 1: Pfarreienverbund Erlangen Nord-West
    • Seelsorgebereich 2: Pfarreienverbund Erlangen Nord-Ost
    • Seelsorgebereich 3: Pfarreiengemeinschaft Kath. Seelsorgebereich Erlangen-Süd
    • Seelsorgebereich 4: Pfarreienverbund Herzogenaurach
    • Seelsorgebereich 5: Pfarreienverbund Erlangen-West
    • Seelsorgebereich 6: Pfarreienverbund Erlanger Mitte
    • Seelsorgebereich 7: Pfarreienverbund Eckenhaid, Stöckach-Forth und Weißenohe
  • Dekanat 17: Fürth
    • Seelsorgebereich 1: Pfarreienverbund Cadolzburg, Langenzenn und Wilhermsdorf
    • Seelsorgebereich 2: Pfarreienverbund Heinrich-Nikolaus Fürth
    • Seelsorgebereich 3: Pfarreienverbund Fürth-West
    • Seelsorgebereich 4: Pfarreienverbund Kath. Seelsorgebereich Fürth Mitte-Nord
    • Seelsorgebereich 5: Pfarreienverbund St. Johannes – Heilig Kreuz
    • Seelsorgebereich 6: Pfarrei St. Josef, Zirndorf
  • Dekanat 18: Neunkirchen a. Sand
    • Seelsorgebereich 1: Pfarreiengemeinschaft St. Bonifatius – Hl. Apostel Paulus mit St. Josef – St. Martin
    • Seelsorgebereich 2: Pfarreienverbund Lauf, Neunkirchen/Sand, Kersbach
    • Seelsorgebereich 3: Pfarreienverbund Bühl – Kirchröttenbach – Schnaittach
    • Seelsorgebereich 4: Pfarreienverbund Hartenstein-Hersbruck-Neuhaus/Peg.
  • Dekanat 19: Nürnberg
    • Pfarrei Herz Jesu
    • Pfarrei St. Karl
    • Pfarrei St. Martin, Nürnberg
    • Seelsorgebereich 1: Pfarreienverbund Nürnberg Gibitzenhof – Gartenstadt
    • Seelsorgebereich 2: Pfarreienverbund St. Bonifaz und St. Wolfgang
    • Seelsorgebereich 3: Pfarreienverbund St. Theresia – Verklärung Christi – St. Willibald
    • Seelsorgebereich 4: Pfarreienverbund St. Kunigund – St. Stefan
    • Seelsorgeberiech 5: Pfarreiengemeinschaft Katholische Innenstadtkirche
    • Seelsorgebereich 6: Pfarreiengemeinschaft Nürnberg West
    • Seelsorgebereich 7: Pfarreienverbund St. Josef – Allerheiligen
    • Seelsorgebereich 8: Pfarreienverbund Sebalder Reichswald Nord-Ost
    • Seelsorgebereich 9: Pfarreienverbund Kath. Gemeindeverband St. Clemens – St. Hedwig – St. Thomas

Region VI- Regionaldekan Hans Kern, Ansbach

  • Dekanat 20: Ansbach
    • Seelsorgebereich 1: Pfarreienverbund Ansbach
    • Seelsorgebereich 2: Pfarreienverbund Frankenhöhe
  • Dekanat 21: Neustadt/Aisch
    • Seelsorgebereich 1: Pfarrei St. Johannes, Neustadt a. d. Aisch
    • Seelsorgebereich 2: Pfarreiengemeinschaft St. Martin Westmittelfranken
    • Seelsorgebereich 3: Pfarreiengemeinschaft Iphofen – Seinsheim – Willanzheim
    • Seelsorgebereich 4: Pfarreiengemeinschaft Südlicher Steigerwald

Kirchen

Aktuelle Entwicklungen

Briefmarke 2007

Im Februar 2005 gab die Bistumsleitung bekannt, dass ab sofort rigide Sparmaßnahmen notwendig seien, um das Erzbistum Bamberg vor einer Insolvenz zu bewahren. 2007 müsse ein ausgeglichener Haushalt vorliegen, sonst drohe bis zum Jahr 2010 der Bankrott. Angesichts der finanziell schwierigen Situation der Bistümer Aachen und Berlin zog die Bistumsleitung (schon im Sommer 2004) ein Unternehmensberatungsinstitut heran, um alle Geschäftsbereiche des Bistums durchleuchten zu lassen.

Ursachen

Dramatisch rückläufige Kirchensteuermittel zwangen das Bistum, immer mehr Rücklagen zu entnehmen, um den Haushalt auszugleichen. Im Jahr 2010 wären die Rücklagen aufgebraucht. Die Zahl der Priester ist infolge des Priestermangels immer geringer. Wenige Priesterseminaristen stehen großen Weihejahrgängen gegenüber, die ab dem Jahr 2007 in den Ruhestand gehen werden und die Zahl der Diözesanpriester fast auf die Hälfte schrumpfen lassen. Zudem sind immer mehr aktive Priester nur noch bedingt einsatzfähig (aufgrund physischer und psychischer Gebrechen). Pastorale Überlegungen aufgrund des seit 2005 geltenden Pastoralplanes haben Überlegungen und Diskussionen in Gemeinden, Sonderseelsorgsbereichen und Diözesanleitung ausgelöst, über neue Wege der Pastoral im Netzwerk eine postmoderne Kirche zu gestalten und dabei z. B. über die Bildung von Pfarreiverbünden oder die Fusionierung von kleinen Kirchenstiftungen nachzudenken. Die Tatsache, dass die Katholikenzahlen insgesamt rückläufig seien, spielte eine eher untergeordnete Rolle, aber war auch ein Punkt in den Überlegungen.

Folgen allgemein

Bei allen Folgen, vor allem, wenn es um Personal geht, versucht die Erzdiözese Bamberg das moralische Gesicht zu wahren. Entlassungen werden kaum ausgesprochen, sondern es wird versucht, Stellen umzuschichten, anstehende Ruheständler etwas früher zu pensionieren oder ein freiwilliges Ausscheiden aus dem kirchlichen Dienst mit einer finanziellen Abfindung aufzufangen.

Auswirkung für die Pfarreien

Die Pfarreien mussten die größten Einschnitte hinnehmen. Bislang gewährte das Bistum einen großen Zuschuss bei Personalkosten für das so genannte Folgepersonal (Sekretärinnen, Hausmeister, Mesner, Organisten) und bei Renovierungs- und Baumaßnahmen. Die Konsolidierungsmaßnahmen brachten eine neue Berechnung dieser Zuschüsse mit sich: Katholikenzahl und Fläche eines Seelsorgebereichs ist jetzt ausschlaggebend für dieses Geld. Dies bedeutete für viele Pfarreien, sich Gedanken über die weitere Anstellung des Folgepersonals zu machen, denn kaum ein Pfarreihaushalt war für dessen Finanzierung ausgelegt. Kündigungen und Änderungskündigungen waren die Folge.

Einstellungsstopp für pastorales Personal

Pastoralreferenten, Gemeindereferenten, Sozialpädagogen im kirchlichen Dienst werden bis auf weiteres nicht mehr angestellt. Die Stellen sind „gedeckelt“, das heißt, die Zahl der im Augenblick Angestellten bleibt erhalten (es wird erst wieder jemand angestellt, wenn ein Anderer ausscheidet). Allerdings haben sich die Planstellen, wie es Pastoral- und Personalplan vorsehen, auch geändert. So wird jetzt eine flächendeckende Verteilung des Personals Wirklichkeit.

Im Jahr 2007 lockerte die Bistumsleitung diese Regelung. Insgesamt werden acht neue Pastoral- bzw. Gemeindereferenten in zwei Jahren wieder eingestellt. Diese Lockerung ist ein Zugeständnis an die Realität, dass junges Personal gebraucht wird und nicht alle Angestellten auch tatsächlich im Dienst sind (Mutterschutz, Erziehungsurlaub, Sonderurlaub, Sabbatzeit, Auslandsaufenthalt, Krankheit etc.).

Im Jahr 2008 wurde diese Regelung noch einmal verändert. Nun werden innerhalb von 5 Jahren 10 Personen für den pastoralen Dienst eingestellt.

Seelsorge vor Ort

Das Bistum wird wohl schleichend wieder ein zunehmend klerikaleres Gesicht erhalten, Ansprechpersonen und nicht-ordinierte Seelsorger vor Ort werden zunehmend fehlen, ohne durch Geweihte ersetzt werden zu können. Ein seelsorglicher Rückzug aus der Fläche der Diözese ist zwingend.

Errichtung von Seelsorgebereichen

Mit den Einsparungsmaßnahmen wurden alle Pfarreien aufgefordert, Seelsorgeeinheiten zu bilden. Die Richtgröße lag bei 8000 Katholiken. Was in den Städten meist problemlos lief, gestaltete sich auf dem Land (dem Großteil des Bistums) schwierig. Mit der Richtgröße 8000 Katholiken ist die Verteilung des Personals verknüpft. Pro 4000 Katholiken hat ein Seelsorgebereich Anspruch auf einen Priester und pro 6400 Seelen gibt es einen hauptberuflichen Mitarbeiter (z. B. Gemeindereferenten). Die Entscheidung, ob Pastoralreferent oder Gemeindereferent, ergibt sich aus der Fläche und der Struktur des Seelsorgebereichs.

Die so entstandenden 96 Seelsorgebereiche wurden Pfingsten 2006 installiert und sollen seitdem pastoral zusammenarbeiten. Vor Ort hat sich aber vielerorts kaum etwas geändert und die Pfarreien arbeiten weiter wie bisher. Bei Seelsorgeeinheiten mit bis zu einem Dutzend Kirchen (und mehr) und jahrhundertealten Traditionen ist dies für die Menschen allerdings auch nicht leicht.

Das jeweilige Seelsorgeteam (Priester und Mitarbeiter) ist seit Pfingsten 2006 nicht mehr nur für eine Pfarrei zuständig, sondern für den gesamten Seelsorgebereich. In der Praxis beschränkt sich dies aber hauptsächlich auf die Mitarbeiter und kaum auf die Priester, die immer noch einer bestimmten Pfarrei zugeordnet sind. Ungefähr ab dem Jahr 2010 stehen faktisch für jede Seelsorgeeinheit noch zwei Priester zur Verfügung. Bei der momentanen Entwicklung des Priesterstandes ist es ca. 2020/2025 noch ein Priester.

Im Herbst/Winter 2008/09 müssen alle Seelsorgeteams eine gemeinsame Fortbildung besuchen. Hierbei wird das gemeinsame Arbeiten beleuchtet und neue Weichen für die Zukunft gestellt. In diesen Tagen sollen die leitenden Pfarrer mit mehr Rechten gestärkt werden und die Seelsorgeeinheiten angehalten werden mindestens ein Projekt gemeinsam durchzuführen.

Verschlankung der Verwaltung

Im Verwaltungsbereich wird die Kirche von Bamberg mit weniger Personal auskommen müssen. Wieviele von den rund 200 Stellen davon betroffen sind, ist nicht seitens der Kirchenleitung deutlich gemacht worden.

Kategorialseelsorge und Sonderseelsorge

Die Zahl der Dekanatsbüros (Volksbüros) und der dort angestellten Mitarbeiter/innen wurde von den 21 Dekanaten auf 6 (nun für die Regionen zuständig) gekürzt. Die Sonderseelsorge in Krankenhäusern, Altenheimen, Justizvollzugsanstalten und anderen Einrichtungen wurde vermindert.

Jugendarbeit

In den Konsolidierungsbeschlüssen aus dem Jahr 2005 wurde die Jugendarbeit faktisch ausgenommen. Vor allem, weil die Jugendarbeit des Erzbistums bereits in den 90ern und Anfang des neuen Jahrtausend jeweils eine Million DM eingesparen musste. Allerdings wurde dringend angeraten, weitere 400.000 Euro bis zum Jahr 2010 einzusparen.

Gebäudekonzept

Das teilweise umgesetzte Gebäudekonzept beleuchtet alle Gebäude auf ihre Wirtschaftlichkeit und Ausnutzung hin. Kirchen, Pfarrhäuser und Pfarrzentren werden überprüft. In Zukunft wird nur noch ein Komplex von der Diözese aus bezuschusst. Vor allem die Pfarrzentren müssen sich mit ihrer Versammlungsfläche an der Katholikenzahl orientieren. Dies hat zur Folge, dass manche Pfarreien ihre Pfarrzentren schließen oder teilweise an Fremdmieter dauerhaft vermieten müssen.

Alle Gebäude, die nicht mit der Katholikenzahl harmonieren, müssen von den Stiftungen vor Ort getragen werden. Dies ist allerdings kaum vorstellbar, wenn eine größere Investition (z. B. Dacherneuerung, Heizungsinstalltion) ansteht. Alternativ bietet die Bistumsleitung an, auch diese Gebäude zu vermieten, zu verpachten, umzuwidmen oder abzureißen.

So bringt die zweifellos bestehende finanzielle Krise des Erzbistums auch grundlegende kirchenpolitische Entscheidungen mit sich. Die geplanten Umstellungen werden das Gesicht des Erzbistums grundlegend verändern: Widerstände sind zu erwarten, wenn dauerhaft kein personelles Angebot vor Ort mehr vorhanden ist, und im Extremfall Kirchen, Pfarrämter, Jugend- und Bildungseinrichtungen geschlossen werden, kommt es doch nach Meinung vieler einer „zweiten Säkularisation“ gleich. Eine Entlassungswelle von kirchlichen Angestellten oder Änderungskündigungen mit verringertem Stundenumfang durch die kirchlichen Arbeitgeber bringen zwar finanzielle Einsparungen, aber verändern das Bild der bis jetzt volksnah präsenten katholischen Kirche im Erzbistum Bamberg.

Stand der Konsolidierung im Jahr 2008

Im Jahr 2008 gab die Bistumsleitung an, dass die vorgesehenen Einsparungen längst erreicht sind. Zugute kam dem Erzbistum Bamberg auch die Tatsache, dass die Arbeitslosenzahlen zurückgingen und weniger Kirchenaustritte zu verzeichnen waren. Voraussichtlich kann im Jahr 2008 sogar wieder Geld für die Rücklage bereitgestellt werden. Dennoch werden alle Maßnahmen beibehalten.

Siehe auch

Literatur

  • Christine und Klaus van Eickels (Hrsg.): Das Bistum Bamberg in der Welt des Mittelalters (= Bamberger interdisziplinäre Mittelalterstudien. Vorlesungen & Vorträge 1). University of Bamberg Press, Bamberg 2007, ISBN 978-3-923507-28-3 (Volltext)
  • Luitgar Göller (Hrsg.): 1000 Jahre Bistum Bamberg. 1007-2007. Unterm Sternenmantel. Katalog zur Ausstellung im Diözesanmuseum Bamberg. Imnhof, Petersberg 2007, ISBN 978-3-86568-261-1
  • Michael Kleiner (Hrsg.): Unterm Sternenmantel. 1000 Jahre Bistum Bamberg - die Geschichte in Lebensbildern. Heinrichs, Bamberg 2006, ISBN 978-3-89889-051-9
  • Johann Looshorn: Die Geschichte des Bisthums Bamberg. 7 Bände (in 8 Bänden). Bamberg 1886–1910
  • Thomas Breuer: Verordneter Wandel? Der Widerstreit zwischen nationalsozialistischem Herrschaftsanspruch und traditionaler Lebenswelt im Erzbistum Bamberg. Mainz 1992.

Einzelnachweise

  1. Wappen des Erzbischofs

Weblinks


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