Bamberger Ulanen
Rittmeister des Königlich-Bayerischen 1. Ulanen-Regiments in Parade

Das 1. Königlich Bayerische Ulanenregiment „Kaiser Wilhelm II., König von Preußen“ (auch als „Bamberger Ulanen“, „Kaiser-Ulanen“ oder unter dem Spitznamen „Sekt-Ulanen“ bekannt) war ein Ulanenregiment der bayerischen Armee, das in Bamberg stationiert und 1914 der 4. Kavalleriebrigade unterstellt war.

Das Regiment, das neben dem Leibregiment und dem 1. Schweren-Reiter-Regiment als eines der drei „vornehmen“ Regimenter der Bayerischen Armee galt, wies einen überdurchschnittlich hohen Anteil an adeligen Offizieren auf. Mitglieder der Familien Egloffstein, Guttenberg, Stauffenberg und Wittelsbach (z. B. Max Emanuel in Bayern) dienten in diesem Verband. Dazu gibt es die folgende Anekdote: Da zeitweise bis zu sechs Mitglieder der Familie Gebsattel in der Einheit dienten, soll Wilhelm II. das Regiment als Gebsattel-Regiment bezeichnet haben.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Vorläufer zur Zeit der Befreiungskriege

Das Kgl. Bayr. 1. Ulanen-Regiment wurde von König Maximilian I. Joseph am 19. August 1813 während der Befreiungskriege in Aschaffenburg aufgestellt und am 30. Juni 1822 wieder aufgelöst. Ulanen hatten sich als Lanzenreiter nach polnischem Vorbild während der napoleonischen Kriege vielfach bewährt und wurden nun von vielen Armeen in Europa in großer Zahl aufgestellt. Das Regiment erlebte seine Bewährung an der Front während der Campagne von 1815, als es am 11. Juni aus der Garnison Aschaffenburg nach Frankreich verlegt wurde, wobei es allerdings an keiner Schlacht mehr teilnahm.

Aufstellung und Entwicklung

Das Regiment wurde am 21. Dezember 1863 auf Befehl Königs Maximilian II. in Dillingen und Augsburg aufgestellt. Es wurde aus der 3. Division (5. und 6. Eskadron) des 3. Chevaulegers-Regiments sowie der 3. Division (5. und 6. Eskadron) des 4. Chevaulegers-Regiments gebildet. Zum ersten Regiments-Kommandanten wurde der Bürgerliche Georg Korb ernannt. Am 29. Mai 1864 wurde König Ludwig II. von Bayern Inhaber des Regiments, das schon am 25. Mai 1864 die Bezeichnung 1. Ulanen-Regiment „König Ludwig II.“ trug. Bereits am 6. Juli 1864 wurde jedoch Nikolaus Alexandrowitsch, Großfürst von Russland, zum Inhaber ernannt, was am selben Tag zur Umbenennung in 1. Ulanen-Regiment „Großfürst Nikolaus“ führte. Nach dem frühen Tod des Großfürsten am 24. April 1865 hieß es ab demselben Tag 1. Ulanen-Regiment „vacant Großfürst Nikolaus“.

Krieg gegen Preußen 1866

Am 2. Juni 1866 trat das Regiment mit 4 Eskadronen mit 443 Pferden an; die 5. Eskadron war als Depot-Eskadron mit 170 Mann und 175 Pferden vorgesehen. Eine 6. (Reserve-)Eskadron mit 205 Mann und 150 Pferden wurde aufgestellt. Es war der 1. leichten Kavallerie-Brigade unter Generalmajor Herzog Ludwig in Bayern/dem Reserve-Kavallerie-Korps unter General der Kavallerie Fürst von Thurn und Taxis unterstellt. Das Regiment war nur am 10. Juli 1866 bei der Affaire zu Hammelburg beteiligt. Dort verlor es beim Saale-Übergang durch preußischen Artilleriebeschuss 12 Verwundete, von denen 4 später verstarben, sowie 24 Pferde. Am 1. September kehrten die 1. Ulanen nach Dillingen zurück ohne an weiteren Kampfhandlungen teilgenommen zu haben.

Im Jahre 1867 wurde die 3. Eskadron des 3. Ulanen-Regiments aufgenommen. Das Regiment war nun in 5 Eskadrons mit 962 Ulanen und 626 Pferden gegliedert. Am 11. Oktober 1868 wurde Moritz Graf von Ysenburg-Philippseich zum Kommandanten des Regiments ernannt.

Krieg gegen Frankreich 1870/1871

In den Krieg von 1870/71 gegen Frankreich zog das Regiment unter Oberst Graf von Ysenburg am 2. August 1870 mit 20 Offizieren, 5 Beamten, 528 Ulanen, 22 Trainpferden und 7 Fahrzeugen. Die Säbel wurden in der Schleifmühle von Donau-Altheim kriegsmäßig geschliffen. Verladen auf der Bahnstation Offingen wurde es in 3 Zügen nach Bruchsal transportiert, von wo die bayerische Ulanenbrigade (1. und 2. Ulanen-Regiment) unter Generalmajor Freiherr von Mulzer nach Frankreich marschierte. Die Ulanenbrigade war dem II. bayrischen Armee-Korps unter General der Infanterie von Hartmann im Verband der III. Armee (Kronprinz Friedrich Wilhelm) unterstellt, welche in das Nordelsaß einmarschierte.

In der Schlacht bei Wörth, in der die III. Armee am 6. August 1870 das I. Armeekorps der französischen Rheinarmee unter Marschall Mac Mahon besiegte, kamen die 1. Ulanen – als Reserve eingesetzt – zu keinem Feindkontakt außer wirkungslosem französisches Artilleriefeuer. Zu spät zur Verfolgung der geschlagenen Franzosen angesetzt, konnte das Regiment am 7. August 1870 im Nachsetzen nur mehr vereinzelte französische Versprengte gefangen nehmen.

Die III. Armee verlor den Kontakt zu den Franzosen und marschierte nach Westen Richtung Chalon, wo Mac Mahon die Reste seines geschlagenen Armeekorps und weiterer französischer Korps zu einer neuen Armee sammelte. Im Zug des allgemeinen Vormarsches erreichten die 1. Ulanen am 13. August die Gegend von Dieuze und nahmen am 14. August an der Kapitulation von Marsal teil. Danach marschierte das Regiment weiter auf Toul (16. August), das Widerstand leistete und von der reitenden Batterie Massenbach beschossen wurde. Am nächsten Tag umging die Ulanenbrigade Toul südlich durch Durchschwimmen der Mosel und marschierten weiter nach Westen Richtung Bar-le-Duc.

Die Lage änderte sich grundlegend, als vom 16. bis 18. August die französische Rheinarmee unter Marschall Bazaine bei Metz in mehreren Schlachten von der I. und II. preußischen Armee geschlagen wurde und sich in der Festung Metz einschließen lassen musste. Nach mehrtägigem Aufklärungs- und Vorpostendienst im Zusammenhang mit dem weiterem Vormarsch erreichte die Ulanenbrigade dem II. Korps voraus am 25. August die Gegend 30 km südöstlich Chalon.

Nun wurde dem deutschen Oberkommando klar, dass sich Mac Mahon mit seiner Armee nicht mehr in Chalon aufhielt, sondern von Norden her versuchte, die französische Rheinarmee in Metz zu entsetzen. Das II. bayerische Korps, das am 25. August Charmont erreicht hatte, wurde ab 26. August im Verbund der III. Armee als Teil einer groß angelegten Zangenbewegung nach Norden angesetzt. Das 1. Ulanen-Regiment sammelte nach Gewaltmärschen am 27./28. Augustin in Ripont, um sich bei Binorville wieder dem II. bayerischen Korps anzuschließen.

Am 30. August war Mac Mahon bei Sedan von den deutschen Armeekorps eingekreist. Die 1er Ulanen nahmen am 1. September als Teil des südlichen Einschließungsrings an der Schlacht von Sedan teil, hatten aber jedoch keine wesentliche Feindberührung. Sie wurden vom II. Armeekorps zunächst in Bereitschaftsstellung hinter den nördlichen Waldstücken des Bois de la Marfee gehalten und dann während der letzten Durchbruchsversuche französischer Truppen gegen 2:30 nachmittags mehr nach dem linken Flügel an die Straße von Sedan nach Mezieres herangezogen.

Nach der Schlacht von Sedan marschierte das Regiment als Teil des allgemeinen Vormarschs auf Paris, sicherte und klärte dabei auf und hatte mehrmals Kontakt mit Franctireurs. Am 17. September wurde das linke Seine-Ufer bei Corbeil erreicht. Am 19. September wurde der Ring um Paris vollständig geschlossen. Für die nächsten Monate bis Kriegsende waren die 1. Ulanen zur Sicherung des südlichen Einschließungrings von Paris eingesetzt und hatten in Massy Quartier.

Nach der Kapitulation von Paris durfte das Regiment am 1. März 1871 an der Siegesparade in Paris teilnehmen. Die 1. Ulanen traten anschließend den Rückmarsch an, wobei die 1. Eskadron als Teil der Okkupationsarmee bis August 1873 in Frankreich verblieb, wo sie in Donchery und zeitweilig in Sedan untergebracht war. Das Gros des Regiments marschierte über Sezanne, Vitry nach Maxau, verlud dort am 27. Juni 1871 in 3 Eisenbahnzüge und erreicht in der Nacht vom 27./28. Juni Günzburg, wo entladen wurde. Am 28. Juni kehrte das Regiment nach Dillingen zurück.

Die Verluste des Regiments waren in diesem Krieg gering: 7 Tote, 3 Verwundete und 96 Erkrankte. Bei den Pferden wurden 3 durch Schusswunden getötet, 7 wegen Krankheiten eingeschläfert und 52 erkrankten.

Zwischen Deutsch-französischem Krieg und Erstem Weltkrieg

Am 17. Juli 1871 wurde Generalfeldmarschall Kronprinz Friedrich Wilhelm von Preußen zum Inhaber des Regiments ernannt, das am selben Tage in 1. Ulanen-Regiment „Kronprinz Friedrich Wilhelm“ umbenannt wurde. Im September 1872 wurde das Regiment nach Bamberg verlegt. Von 1872 bis 1887 befand sich eine Eskadron im zweijährigen Wechsel in Neustadt an der Aisch. Am 4. Juli 1882 erhielt das Regiment seine Standarte. Nachdem Kronprinz Friedrich Wilhelm seinem verstorbenen Vater Wilhelm I. als Kaiser der Deutschen nachgefolgt war, änderte das Regiment am 9. März 1888 seine Bezeichnung in 1. Ulanen-Regiment „Kaiser Friedrich III., König von Preußen“. Nachdem Friedrich III. bereits am 15. Juni 1888 verstorben war, wurde am 19. Juni 1888 dessen Sohn, Kaiser Wilhelm II., zum Inhaber des Regiments ernannt, das ab sofort die Bezeichnung 1. Ulanen-Regiment „Kaiser Wilhelm II., König von Preußen“ führte. Im Jahre 1890 wurde Max Emanuel Herzog in Bayern à la suite des Regiments gestellt, der einen Betrag von 3000 Reichsmark stiftete, dessen Zinsen für die Unterstützung von Offizieren und Unteroffizieren des Regiments verwendet werden sollten. Am 8. Februar 1896 gab es 3 Unteroffiziere, 24 Ulanen und 27 Pferde an das Meldereiter-Detachement des II. Armee-Korps nach Nürnberg ab. Im Jahre 1897 wurde Friedrich Wilhelm, Kronprinz von Preußen, à la Suite des Regiments gestellt. Am 16. Juli 1900 meldeten sich 1 Trompeter und 5 Mann, am 23. August 1 Lieutenant freiwillig zur China-Expedition. Am 28. September 1900 wurden 2 Unteroffiziere und 5 Mann mit 15 Pferden zur Eskadron Jäger zu Pferde des I. Armee-Korps abgegeben. Am 15. Oktober 1911 wurde Oberst Eduard Freiherr von Crailsheim zum Regimentskommandeur ernannt.

Erster Weltkrieg

1914

Das Regiment trat am 3. August 1914 in Stärke 33 Offiziere, 654 Ulanen, 729 Pferde und 19 Fahrzeuge an. Es war in 4 Feld-Eskadrons gegliedert, die 2. Eskadron war die Ersatz-Eskadron. Zudem wurden im August die 2. und 3. Landsturm-Eskadron des II. Armee-Korps errichtet. Als Teil der 6. Armee wurde es zunächst an der Westfront eingesetzt. Am 11. August 1914 nahmen 3 Eskadronen unter der Bayerischen Ulanen-Brigade an der Attacke bei Lagarde teil, wobei die Ulanen-Brigade 11 Geschütze, mehrere Maschinengewehre und 1 Adler erbeutete; sie nahm zudem 1400 Franzosen gefangen. Das Regiment verlor im Zuge der Attacke an Gefallenen 4 Offiziere, 31 Ulanen und 29 Pferde, an Verwundeten 3 Offiziere, 61 Ulanen und 13 Pferde sowie an Vermissten 32 Ulanen und 87 Pferde. Am 20. August wurde der Ulanen-Brigade der Ersatz von 4 Offizieren, 88 Ulanen und 120 Pferden zugeteilt. Im September 1914 trafen 2 Ersatztransporte mit 3 Offizieren, 93 Ulanen und 139 Pferden ein. Beim Gefecht bei Hazebrouck am 9. Oktober 1914 nahm es im Rahmen der Kavallerie-Division teil. Es hatte dabei Verluste an 10 Gefallenen, 38 Verwundeten und 8 Vermissten zu beklagen. Die Regimentsgeschichte erwähnt das Eindringen von einigen Ulanen in Ypern im Oktober 1914 – damit wären sie die einzigen deutschen Truppen, denen das gelungen ist. Im Gefecht bei Partyntie Ferme am 21. Oktober 1914 traf es besonders die 4. Eskadron, die nur noch 28 Ulanen einsatzbereit hatte. Am 19. November 1914 wurden mit Freuden Ersatz von 180 Ulanen, 156 Pferden und „2 Waggon Liebesgaben“ übernommen.

1915

Anfang 1915 wurde das Regiment mit der bayerischen Kavallerie-Division an die Ostfront nach Kielmy verlegt. Am 8. Februar traf Ersatz von 41 Ulanen und 63 Pferden ein. Am 20. März 1915 hatte das Regiment 1 Offizier, 2 Unteroffiziere und 19 Ulanen zur Radfahrer-Kompagnie der Kavallerie-Division abzugeben. Im Gefecht bei Kielmy am 28. April 1915 kämpfte es im Rahmen der Kavallerie-Division und verlor 14 Offiziere, 145 Ulanen und 83 Pferde. Am 19. Mai 1915 meldete sich 1 Oberlieutenant mit 200 Ulanen als Ersatz beim Regiment. Generalmajor Freiherr von Crailsheim, der letzte Friedenskommandeur, der an der Spitze der Kaiserulanen die Attacke von Lagarde geritten und nun Kommandeur der Bayerischen Ulanen-Brigade war, fiel am 8. Mai 1915 bei einem Nachhutgefecht mit Kosaken bei Krakinow durch einen Lanzenstich in die Seite. Freiherr von Crailsheim wurde für seine Tapferkeit am 8. Mai 1915 posthum mit dem Ritterkreuz des Militär-Max-Joseph-Ordens ausgezeichnet. Als sein Nachfolger wurde am 14. Juli 1915 Major Maximilian Zürn zum Regiments-Kommandeur ernannt. Das Regiment stieß bis Oktober 1915 weiter in Kurland vor. Nach Märschen kreuz und quer durch Litauen konnten sich die Kaiserulanen bei der Einnahme der Stadt Soloki am 14. September 1915 besonders auszeichnen. Nach dem Ende des großen Vormarsches von 1915 war das Regiment dann im Stellungskrieg an der Komaika (Nebenfluss der Disna) in Litauen bis zum April 1916 eingesetzt.

1916

Im Laufe des Jahres 1916 wurde General der Kavallerie Ludwig Freiherr von Gebsattel à la suite des Regiments gestellt. Am 1. Mai 1916 betrug die Verpflegungsstärke des Regiments 18 Offiziere, 816 Unteroffiziere und Ulanen sowie 860 Pferde. Im Juli 1916 wurde der Etat des Regiments herab gesetzt: 31 Unteroffiziere und 139 Ulanen wurden zur Ersatz-Eskadron versetzt. Als die Brussilow-Offensive der Russen die österreich-ungarische Front im Süden fast zusammenbrechen ließ, wurde das 1. Ulanenregiment nach Wolhynien transportiert und war dort bis Februar 1918 am Stochod im infanteristischen Einsatz im Stellungskrieg. Sie nahmen dann am 4. April 1917 an der Erstürmung des Brückenkopfes von Toboly im selben Kampfabschnitt teil und nahmen 5 russische Offiziere und 270 Mann gefangen. In den Abwehrgefechten bei Toboly von 18. bis 20. August 1916 konnte sich das Regiment im Kampf gegen überlegene Kräfte aller Waffen behaupten, dabei fielen 14 Ulanen, 59 wurden verwundet. Die Verluste wurden durch den am 25. August 1916 ankommenden Ersatz von 2 Offizieren, 5 Unteroffizieren und 95 Ulanen ausgeglichen. 4 Unteroffiziere und 20 Ulanen wurden zum Schutz der Ernte abkommandiert. Im September 1916 gab es 481 Pferde zur Kartoffelernte ins Deutsche Reich ab. In weiteren Gefechten bei Toboly von 9. bis 11. September 1916 musste das Regiment nochmals 16 gefallene und 86 verwundete Ulanen hinnehmen.

1917

Am 3. und 4. April 1917 nahm das Regiment an der Erstürmung des Brückenkopfes von Toboly teil, dabei erbeutete es 4 Maschinengewehre und 7 Minenwerfer, 5 russische Offiziere und 275 Mann wurden in Gefangenschaft geführt.

1918/1919

Ab 19. Februar 1918 wurde das Regiment aus der Front gezogen. Am 1. März 1918 wurde das Regiment in 4 Schützen-Eskadronen zu 740 Mann sowie in 2 berittene Eskadronen mit 160 Ulanen umgegliedert. Am 8. März 1918 meldete das Regiment eine Verpflegungsstärke von 32 Offizieren, 96 Unteroffizieren und 664 Ulanen sowie 533 Reitpferde. Zudem verfügte es über 260 Beutepferde und 32 Ankaufpferden. Die Kaiserulanen nahmen nun am Vormarsch in der Ukraine teil und kämpften sich im Bahnkrieg vornehmlich gegen die Bolschewiki über Kiew bis April 1918 nach Nowomoskowsk vor. Dort konnte das Regiment unter Verwendung russischer Kavalleriepferde wieder voll beritten gemacht werden. Bis Mai 1918 wurde weiter nach Südosten marschiert und an der Einnahme von Rostow mitgewirkt. Im Juni wurde das Regiment dann in die Kernukraine südlich von Kiew zurücktransportiert, um dort bis September einen Aufstand niederzuschlagen und die Aufständischen zu entwaffnen. Im Oktober und November 1918 erfolgten dann die Verlegungen in den Süden in die Nogaische Steppe und die Krim als Besatzungstruppen. Am 1. November 1918 wurde Berthold Freiherr von Bibra zum Regimentskommandeur ernannt. Nach der Nachricht über den Ausbruch der Revolution in Deutschland marschierten die Kaiserulanen dann ab 28. November 1918 bis 4. Februar 1919 1800 km vom Schwarzen Meer durch die Ukraine, Litauen und Polen bis nach Ostpreußen. Der Rückmarsch erfolgte unter großen Schwierigkeiten bei bis zu −30 Grad Kälte, schlechter Unterkunft und Verpflegung und andauernden Kämpfen mit Banden und halbregulären feindlichen Truppen. Am 8. Januar 1919 fand das letzte Gefecht bei Zaslaw statt. Am 10. Februar 1919 kehrte das Regiment mit Bahntransport von Ostpreußen nach Bamberg zurück und ritt ein letztes Mal bejubelt von den Bambergern durch die Stadt.

Gesamtverluste während des Ersten Weltkriegs:

  • Gefallene/an Verwundung Verstorbene: 16 Offiziere, 17 Unteroffiziere und 191 Mann
  • Vermisste: 17 Mann

In Gefangenschaft gerieten 4 Unteroffiziere und 29 Mann.

Nach Unterzeichnung des Versailler Vertrages und nach Übergang der Wehrhoheit von Bayern auf das Reich (1919) wurde das Regiment aufgelöst, wie auch das Schwesterregiment, 2. Bayerisches Ulanenregiment „König“, das in Ansbach stationiert war.

Tradition nach 1918/1919

Alle bayerischen Kavallerie-Regimenter gingen im (Bayerischen) Reiter-Regiment 17 in Bamberg auf. Dieses einzige bayerische Kavallerie-Regiment der Reichswehr führte also auch die Tradition der ehemaligen Chevaulegers und der Schweren Reiter der alten Armee fort. Das Regiment wurde 1936 in Kavallerie-Regiment 17 umbenannt und 1939 zur Aufstellung von Aufklärungsabteilungen aufgelöst. Die Tradition des 1. Ulanen-Regiments übernahm die Ausb.-Schwadron des 17. (bayerischen) Reiter-Regiments.

Kommandeure des Regiments

  • 1813–1822: Oberst Georg Freiherr von Seckendorff
  • 1863–1866: Oberst Georg Korb
  • 1866–1873: Oberst Moritz Graf von Ysenburg
  • 1873–1875: Oberstleutnant Friedrich Faber
  • 1875–1883: Oberst Albrecht Negrioli
  • 1883–1886: Oberst Karl von Kraft
  • 1886–1889: Oberst Karl Trombetta
  • 1889–1892: Oberstleutnant Ludwig von Poschinger
  • 1892–1894: Oberstleutnant Karl Horadam
  • 1894–1899: Oberst Günther von Le Suire
  • 1899–1904: Oberst Hugo Bouhler
  • 1904–1907: Oberst Hermann Freiherr von Gebsattel
  • 1907–1910: Oberstleutnant Karl von Staudt
  • 1910–1911: Major Maximilian Braun
  • 1911–1915: Oberst Eduard Freiherr von Crailsheim
  • 1915–1918: Major Maximilian Zürn
  • 1918–1919: Major Bertold Freiherr von Bibra

Märsche des Regiments

  • Parademarsch zu Fuß: Revue-Marsch, AM II 151 von August Reckling
  • Parademarsch im Schritt: Geschwindmarsch (Marsch des Garde-Kürassier-Regiments), AM III 55 von Erbprinzessin Charlotte von Sachsen-Meiningen
  • Parademarsch im Trab: Amboß Polka, HM III B 42 von Albert Parlow
  • Parademarsch im Galopp: Bayerische Galopp-Fanfare, AM III 140 von Max Böhme
  • Präsentiermarsch: Parademarsch Nr. 1, AM III 51 von Julius Möllendorf

Literatur

  • Karl Schmidt, Mein Regiment, Königlich-Bayerisches 1. Ulanen-Regiment „Kaiser Wilhelm II. König von Preussen“: Germania Verlag, Bamberg 1911
  • Oskar Renz, Geschichte des K. B. 1. Ulanen-Regiments, Kaiser Wilhelm II., König von Preußen, 1863–1898″: W. Gärtners Buchdruckerei, Bamberg 1898
  • Ludwig Freiherr von Gebsattel, Das K. B. 1. Ulanen-Regiment „Kaiser Wilhelm II. König von Preußen“, Verlag der Buch- und Kunstdruckerei J. P. Himmer, Augsburg 1924
  • Karl Müller, Die Organisation, Bekleidung, Ausrüstung und Bewaffnung der Königlich Bayerischen Armee von 1806 bis 1906, A. Oehrleins Verlag, München 1906
  • Lilier, Kriegs-Gedenkbuch der 1. Eskadron K. B. 1. Ulanen-Regiments „Kaiser Wilhelm II., König von Preußen“, Buch- und Kunstdruckerei Dr. J. Kirsch, Bamberg 1920
  • Günter Wegner, Deutschlands Heere bis 1918, Band 11: Bayern; Biblio Verlag, Osnabrück 1984
  • Konrad Krafft von Dellmensingen, Friedrichfranz Feeser, Das Bayernbuch vom Weltkriege 1914–1918, Chr. Belser AG, Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 1930

Siehe auch

Weblinks


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