Banater Militärgrenze
Karte der Banater Militärgrenze (Banater Vojna Krajina) im Jahr 1849

Die Banater Militärgrenze war ein Abschnitt der Habsburger Militärgrenze (kroat. und serb. Vojna krajina) welche sich in der Region Banat (heute Teil Rumäniens) und der Vojvodina (heute Teil Serbiens) befand.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die Banater Militärgrenze wurde in Serbische (Illyrische), Deutsche (Volksdeutsche) und Rumänische (Walachen) Abschnitte unterteilt.

Dieser Teil der Militärgrenze grenzte im Süden an Serbien, die Vojvodina, im Norden an Siebenbürgen, im Osten an die Walachei und im Westen an die Slawonische Militärgrenze. In der Banater Militärgrenze befand sich auch der südöstliche Teil der Batschka.

Ortschaften

Zu den bedeutendstene Orten der Banater Militärgrenze gehörten Pančevo, Bela Crkva, Titel, Žabalj, Alibunar, Kovin, Caransebeș.

Geschichte

Die Militärprovinz des Habsburgerreiches wurde im Jahr 1718 geschaffen. Im Jahr 1751 führte Kaiserin Maria Theresia im nördlichen Teil die Zivilverwaltung ein (Temescher Banat), das Gebiet wurde dann 1849 dem Kronland Woiwodschaft Serbien und Temeser Banat (Wojwodina und Banat) zugeilt, und mit dem Oktoberdiplom 1860 Ungarn angegliedert. Der Süden der Banater Militärgrenze blieb bis zu seiner Auflösung im Jahr 1873 Teil der Militärgrenze.

Organisation

Das Grenzgebiet wurde in unterschiedliche Lehen aufgeteilt, für Infanterie, für Soldaten, für Offiziere. Die Grenzlehen wurden zur freien Nutzung verliehen. Bei Alarm hatten sich die Männer ab 17 Jahren in den Alarmstationen einzufinden. Die einzelnen Lehen durften weder geteilt noch vergrößert werden. Kriegsuntauglichen wurden keine Lehen vererbt oder geschenkt. Das Einkommen aus der freien Nutzung der Lehen nahm die Stelle des Wehrsoldes ein.

Unter Maria Theresia erlangte die Militärgrenze eine perfekte Organisation. Die Grenzer wurden in Regimentern zusammengefasst. Ein Regiment umfasste ein genau abgestecktes Gebiet. Die Grenzer waren Bauernsoldaten. Ein Drittel der Wehrbauern versah 135 Diensttage gegen Sold auf Wache oder Manövern, die Restzeit stand zur Bestellung der Felder frei. Zwei Drittel waren in Friedenszeiten ganz frei für die Feldarbeit. Jedes Grenzhaus genoss Steuerermäßigung. Bei Alarm und in Kriegszeiten fanden sich sämtliche Waffenträger ab 17 Jahren binnen weniger Stunden in den Alarmstationen ein.

Die Offiziere der Militärgrenze waren nicht nur Befehlshaber sondern auch Verwaltungsbeamte. Die Befehls- und Verwaltungssprache war Deutsch. Das Schulwesen umfasste jeden Ort der Militärgrenze. Jedes Grenzerkind lernte neben seiner Muttersprache auch Deutsch. Die Zahl der Ungarn und Szekler, Kroaten und Serben sowie die der Rumänen, die in den Grenzregimentern dienten, war erheblich.

Regimenter

  • Deutsch-Banater Regiment (1769 No. 71) > Grenzinfanterie-Regiment Nr. 12
  • Walachisch-Illyrisches Regiment (No. 72) > Grenzinfanterie-Regiment Nr. 13

Siehe auch

Literatur

  • Franz Marschang: Das Banat und die Banater Deutschen im Wandel der Zeit, Heinz W. Holler Druck und Verlag GmbH, 2002, Karlsruhe, ISBN 3-929431-15-7

Weblinks


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