Banderbach
Banderbach
Stadt Zirndorf
Koordinaten: 49° 27′ N, 10° 56′ O49.44833333333310.925277777778Koordinaten: 49° 26′ 54″ N, 10° 55′ 31″ O
Eingemeindung: 1978
Postleitzahl: 90513
Vorwahl: 0911
Karte

Lage von Banderbach im Landkreis Fürth

Banderbach ist ein Ortsteil der Stadt Zirndorf im mittelfränkischen Landkreis Fürth.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Banderbach Ortsdurchfahrt (West)

Banderbach befindet sich im Rangau zwischen den Städten Fürth, Ansbach und Rothenburg ob der Tauber. Durch die Ortschaft fließt der gleichnamige Banderbach, welcher kanalisiert und von seinem ursprünglichen Bachbett vor Zirndorf in die Bibert umgeleitet wird. Der Banderbach sorgte fast jährlich im Frühjahr für Hochwasser in der Zirndorfer Altstadt.

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung war im Jahr 1316 im Gültbuch des Klarissenkloster St. Klara Nürnberg; dort wird ein Ort „Banderpach“ genannt. Ein Hermann von Banderbach wurde 1325 als Klosteramtmann von St. Klara in Nürnberg beschrieben. Im selben Jahr kaufte der Bruder Walther ein Almosen vom Kloster St. Klara in „Panderpach“. Das Kloster St. Klara bzw. deren Äbtissin Elsbeth ließ 1339 den Brüdern „Cunrad und Hermann den Heulern“ das Erbrecht zu ihren Gütern in „Panderbach“. Der Ort blieb lange mit dem Kloster verbunden. Zahlreiche weitere Urkunden aus diesen Jahren belegen dies. Im Jahr 1380 besaß das Kloster mittlerweile den ganzen Ort. Es werden nur drei Anwesen genannt. In das bergsche Reichslehenbuch wurde 1396 ein gewisser „Hübener zu Bonderbach“ eingetragen.

In den Jahren 1373 und 1398 unterzeichnete Bischof Lambert von Bamberg eine Urkunde über Novalzehnt in „Banderbach“ (dies ist schon die heutige Bezeichnung, wechselt dennoch im weiteren Verlauf immer wieder). Banderbach taucht 1414 unter dem Namen „Wanderbacher Weyer“ auf. Das Dorf wurde 1430 in der Pfarrei Roßtal als „Bandersbach“ geführt. Im Jahre 1432 handelte es sich wieder um das Kloster St. Klara, wobei es sich um ein Morgen Ackerland in „Panderbach“ als Erblehen an einen Hans Kugler dreht. Der Ort nennt sich 1504 „Pannderpach“. Eine Kaufurkunde aus dem gleichen Jahr bescheinigt dem Zirndorfer Contz Auerhammer den Verkauf über einen Trieb Kühe und Schafe an das Dorf „Panderpach“.

Der Einfluss des Klosters St. Klara in Nürnberg bestand noch lange über die Reformationszeit hinweg. Banderbach erging es wie allen Orten um die Alte Veste in Zirndorf: In diesem Schiksalsjahr 1632 wurde es ebenfalls verwüstet. Genaue Berichte darüber sind aber nicht vorhanden. Banderbach gehörte 1678 noch zur Pfarrei Roßtal, ab 1711 gehörte der Ort zur Pfarrei Zirndorf. Im Jahr 1732 ist in einer Urkunde von einem „Wannenbach“ die Rede.

Das Fürstentum Ansbach ging 1792 in das Königreich Preußen über; es wird von 15 Anwesen in Banderbach berichtet. Die Gerichtsbarkeit übte Cadolzburg aus, aber die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte Nürnberg (Landalmosenamt) aus. Besitzer waren: Cadolzburg (Kastenamt), Kaplanei Zirndorf, Landalmosenamt Nürnberg, Klaraamt Nürnberg, Spitalamt Nürnberg, Familie Behaim, Familie von Harsdorf.

Banderbach gehörte im Jahr 1808 zur gegründeten Gemeinde Bronnamberg. Im Jahr 1824 wurden 16 Wohngebäude und 111 Einwohner gezählt.

Eine Zählung 1950 ergab, 26 Wohnhäuser und 175 Einwohner. Im Gegensatz zu seinen Nachbarorten Bronnamberg und Weiherhof setzte in Banderbach in den 70er Jahren kein großer Bauboom ein und daher blieb die Ortschaft bis zum heutigen Tage auf etwa diesen Einwohnerstand. Im Jahr 1977 wurde ein neues Feuerwehrhaus eingeweiht. Die Gemeinde Bronnamberg wurde 1978 im Rahmen der Gebietsreform in Bayern aufgelöst und in die Stadt Zirndorf eingegliedert. Eine Erweiterung des Feuerwehrhauses fand 1983 statt. Banderbach zählte 1987, 170 Einwohner. 1989 wurde die neue Ortsverbindungsstraße Bronnamberg-Banderbach eröffnet, welche Banderbach als Umgehungsstraße vom Durchgangsverkehr entlastet. 2007 hatte Banderbach 213 Einwohner.

Verkehr

Banderbach wird mit der Buslinie (150) über Weiherhof an die Rangaubahn (R 11) sowie an die Nürnberger Stadtbuslinien (70und 72) sowie an Linien des OVF angebunden. Banderbach liegt im Geltungsbereich des Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN).

Banderbacher Verwerfung

Banderbacher Verwerfung
Banderbacher Verwerfung Erklärung

Auf einem Banderbach Richtung Nordosten verlassenden Fußweg kann am Ortsrand bei einem Hangeinschnitt eines Hohlweges die so genannte „Banderbacher Verwerfung“ besichtigt werden.

Hierbei handelt es sich um eine Anomalie von sich überlagernden Ton- und Sandsteinen im Blasensandstein des Mittelfränkischen Beckens. So wurde bei der Formung der Sandsteinkeuperregion zwischen zwei eng beieinander liegenden, nach Nordosten einfallenden Störungen, eine kleine Scholle um etwa einen Meter angehoben, was in der offen liegenden Verwerfung bei dem Hangeinschnitt zu sehen ist.

Aus geowissenschaftlicher Perspektive ist dieses Geotop als wertvoll eingestuft und im Umweltobjektkatalog des Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit aufgelistet und Geologenkreisen auf der ganzen Welt bekannt.

Seit Mitte der 80er Jahre kümmert sich mit dem „Verein zur Förderung und Erhaltung der Banderbacher Verwerfung e. V.“ eine örtliche Vereinigung um die Pflege des Denkmals.

Literatur

  • Festschrift „75 Jahre Stadt Zirndorf“, 1987

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