Bandfilter
Schema eines Bandfilters: Schlamm vom Fülltrichter fließt zwischen zwei Filtertuchen (grün und lila). Flûssigkeit entweicht zuerst durch die Schwerkraft, dann durch Walzen welche die Tücher zusammendrücken. Das Filtrat wird unten abgelassen. Der Filterkuchen fällt in den Behälter rechts.

Bandfilter sind kontinuierlich arbeitende horizontale Filter, die mittels Vakuum oder Gravitation arbeiten und in der mechanischen Fest-Flüssig-Trennung Verwendung finden. Man unterscheidet zwischen mit Vakuum arbeitenden Taktbandfiltern und Traggurtfiltern sowie Schwerkraftfiltern.

Bandfilter werden in Größen von 1 m² bis über 250 m² Filterfläche gebaut. Sie zeichnen sich durch gute Filterleistung, effektive Waschmöglichkeit für den Feststoff und eine gute Reinigbarkeit des Filtermediums aus[1]. Bandfilter sind gut geeignet für die Trennung von Suspensionen mit 3 bis 40% Feststoff bei Partikelgrößen von 1µm bis 100µm. Die Suspensionstemperatur sollte dabei 95°C nicht überschreiten. Aufgrund ihrer vielseitigen Anwendbarkeit kommen sie unter anderem in der chemischen Industrie, in der Pharmazie, der Nahrungsmittelindustrie, der Umwelttechnik, der Farb- und Pigment- sowie der Mineralstoffindustrie und im Bergbau zum Einsatz.

Inhaltsverzeichnis

Traggurtfilter

Ein kontinuierlich umlaufender, elastischer Traggurt wird zwischen zwei Umlenkwalzen geführt und bildet an der Oberfläche mittels seitlicher Stege eine wannenförmige Mulde. In der Mulde läuft synchron ein endloses Filtertuch, das auf der Unterseite über getrennte Walzen zurück geführt wird. Am Bandanfang erfolgt die gleichmäßige Suspensionsaufgabe. Das Filtrat fließt aufgrund der Schwerkraft durch das Filtertuch oder es wird durch ein anliegendes Vakuum durch dieses hindurchgesaugt und dann abgeleitet. Auf dem Filtertuch verbleibt der Feststoff und bildet den Filterkuchen. Am Bandende trennt sich an der hinteren Umlenkwalze das Filtertuch vom Traggurt. Der Traggurt läuft zur vorderen Umlenkwalze zurück. Das Filtertuch wird zu einer weiteren Walze transportiert, dort umgelenkt und der Filterkuchen wird abgeworfen. Anschließend wird das Filtertuch gewaschen und zurückgeführt.

An den Umlenkwalzen kommt es zu einer intensiven Verformung des Traggurtes. Deshalb muss der Traggurt aus dauerelastischem Material mit ausreichender Zugfestigkeit gefertigt sein. Zusätzlich soll er ausreichend chemisch, gegebenenfalls auch thermisch beständig sein. Früher wurden Traggurte aus Gummi hergestellt, heute kommen auch beständigere, besser zu reinigende Materialien zum Einsatz. Auch das Filtertuch muss gegen die herrschenden chemischen und thermischen Bedingungen beständig sein. Zusätzlich dürfen sich die Filtrationseigenschaft und die mechanische Stabilität im Einsatz nicht verändern. Traggurtfilter erreichen sehr hohe Feststoffleistungen und eignen sich insbesondere für die Filtration von Suspensionen mit grobkörnigen Stoffen.

Taktbandfilter

Ein umlaufendes textiles Band, das taktweise oder kontinuierlich bewegt wird, dient als Filtermedium. Die Suspension wird gleichmäßig auf das Band aufgegeben, das Filtrat nach unten abgesaugt, der entstandene Filterkuchen bleibt auf der Oberseite des Bandes zurück und kann anschließend auf dem Filter gewaschen, extrahiert, entfeuchtet, mechanisch verdichtet oder thermisch entfeuchtet werden. Am Ende des Filters wird das Filtertuch auf einer Walze umgelenkt und der Filterkuchen abgeworfen. Nach der Kuchenabnahme erfolgt eine Reinigung des Filtertuches. Dabei wird das Filtertuch von der Kuchenseite, der Rückseite oder von beiden Seiten gespült.

Taktbandfilter werden je nach Anwendungsfall in Metall-, Edelstahl- oder Kunststoffausführung gebaut. Sie können in offener Rahmenbauweise, mit einer Abdeckhaube als Schutz gegen Staub und in gas- oder druckdichter Kastenbauweise ausgeführt werden. Dadurch lassen sich unterschiedliche Anwendungsfälle abdecken: Von der Mineralstoffindustrie mit grobkörnigen und abrasiven Produkten über die Farbstoffindustrie mit sehr feinen Partikeln bis hin zur Lebensmittel- und Pharmaindustrie mit GMP-Anforderung (Good Manufacturing Practice) und steriler Atmosphäre.

Man unterscheidet Taktbandfilter mit stationären und oszillierenden Vakuumschalen.

Taktbandfilter mit stationären Vakuumschalen

Mehrere meist gleichgroße Vakuumschalen liegen hintereinander auf dem Filterrahmen und sind fest an das Vakuum- und Filtratsystem angeschlossen. Die Länge des Bandtransportes pro Intervall entspricht der Zonenlänge einer Vakuumschale. Während des Arbeitstaktes liegt Vakuum an, das Filtertuch steht still und wird durch das Vakuum und das Gewicht des Filterkuchens auf dem Stützgitter der darunterliegenden stationären Vakuumschale fixiert. Anschließend wird das Vakuum mit schnell öffnenden und schließenden Absperrorganen unterbrochen und die Vakuumschalen mit Umgebungsdruck belüftet. Dadurch wird das Filtertuch freigegeben und kann weitertransportiert werden. An der Abnahmewalze wird der Filterkuchen abgeworfen. Sobald das Filtertuch auf die neue Zone transportiert worden ist, wird wieder Vakuum angelegt und der nächste Arbeitstakt beginnt. Die Tuchreinigung findet während des Bandrücktransportes statt.[2]

Taktbandfilter mit oszillierenden Vakuumschalen

Die Vakuumschalen sind beweglich ausgeführt. Ein Hubzylinder führt sie periodisch in die Ausgangsposition zurück. Durch das Vakuum und das Gewicht des Filterkuchens sind die Vakuumschalen mit dem Filtertuch fixiert und bewegen sich synchron mit diesem in Richtung Kuchenabnahme. Die Schalen sind über elastische Filtratablauf-Schläuche mit dem Vakuumsystem verbunden. Eine neue Variante dieses Typs kommt ohne elastische Schläuche aus, sie besitzt eine Art linearen Steuerkopf, auf dem die Vakuumschalen gleiten und der die oszillierenden Vakuumschalen mit dem statischen Vakuumsystem verbindet.[3]. Nach der Unterbrechung des Vakuums befördert der Hubzylinder die Vakuumschalen in Ihre Ausgangslage zurück, während das Filtertuch mit stufenlos regelbarer Geschwindigkeit kontinuierlich weitertransportiert wird. Nach Erreichen der Ausgangslage beginnt der nächste Arbeitstakt. Der Abwurf des Filterkuchens und die Reinigung des Filtertuches erfolgt kontinuierlich.

Schwerkraftfilter

Schwerkraftfilter dienen der vollautomatischen kontinuierlichen Reinigung von Flüssigkeiten, besonders Emulsion und Öl aus der Metallbearbeitung bei normalen Ansprüchen an den Reinheitsgrad. Ein endloses Metallgurtband läuft zwischen einer Antriebs- und einer Umlenkwalze und dient als Träger für das eigentliche Filtermedium. Gurtband und Filtermedium bilden eine Mulde, in die Suspension fließt. Auf dem Filtermedium baut sich hydrostatischer Druck auf und das Filtrat fließt durch das Filtermedium nach unten. Auf dem Filtermedium lagert sich der Feststoff ab. Der Vortrieb mittels Getriebemotor und damit der Verbrauch des Filtermediums wird über einen Schwimmerschalter, abhängig von der Verschmutzung, gesteuert.

Der Flüssigkeitsspiegel steigt bis zu einem Maximalniveau an. Wird dieses erreicht, löst ein Schwimmerschalter einen Bandtakt aus. Gleichzeitig wird verbrauchtes Filtermedium in den Schmutzkasten befördert und frisches eingezogen. Unter dem Filter wird das Filtrat gesammelt und von dort weitergefördert.[4]

Bandfilter für Zwischenfrequenzen in der Elektronik

Diese Filter stellen mindestens zwei bis vielkreisige LC-Schwingkreisanordnungen zur elektrischen Frequenzselektion dar. Die jeweiligen abgestimmten Einzelfrequenzen der Bandfilterschwingkreise sind leicht gegen die genormte Mittenfrequenz, z.B. 455 kHz oder 10,7 MHz nach oben und unten verstimmt. Die Kopplung zwischen den Bandfilter-Schwingkreisen erfolgt magnetisch als Transformator oder kapazitiv bzw. durch einzelne Transistorverstärkerstufen. Durch die Verstimmung der einzelnen Filterschwingkreise wird erreicht, dass um die Normfrequenz von z.B. 455 kHz ein bestimmtes benachbartes Frequenzband (455 kHz, +/- 4,5 kHz) mit fast gleich hoher Verstärkung dieses Bandfilter passieren kann; andere Frequenzen werden dagegen sehr stark unterdrückt. Neben LC-Schwinkreisen können auch Quarz- oder Piezokreise - je nach Aufgabenstellung - verwendet werden. Eine Bandfilteranordnung mit Verstärkerbauelementen wird Zwischenfrequenz- oder ZF-Verstärker genannt und befindet sich in allen modernen Rundfunkempfangsgeräten. Siehe auch Bandpass.

Einzelnachweise

  1. englische Internetseite zur Beschreibung von Bandfiltern
  2. Internetseite der BHS-Sonthofen GmbH
  3. Klaus Luckert: Handbuch der mechanischen Fest-Flüssig-Trennung (2004); S. 222 ff.
  4. Internetseite der Leiblein GmbH

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  • Bandfilter — Bạnd|fil|ter 〈m. 3〉 zur Erhöhung der Trennschärfe von Rundfunkempfängern miteinander gekoppelte Schwingkreise, die nur für einen schmalen Frequenzbereich durchlässig sind * * * Bandfilter,   zum Aussieben eines Frequenzbandes oder (als… …   Universal-Lexikon

  • Bandfilter — juostinis filtras statusas T sritis automatika atitikmenys: angl. band filter; bandpass filter; wave band filter vok. Bandfilter, n; Bandpaßfilter, n rus. полосовой фильтр, m pranc. filtre à bande, m; filtre passe bande, m …   Automatikos terminų žodynas

  • Bandfilter — juostinis filtras statusas T sritis fizika atitikmenys: angl. band filter; band pass filter vok. Bandfilter, n rus. полосный фильтр, m; полосовой фильтр, m pranc. filtre de bande, m; filtre passe bande, m …   Fizikos terminų žodynas

  • Bandpassfilter — Als Bandpass (auch Bandbreitenfilter) wird ein Filter bezeichnet, das in einem Signalweg nur die Frequenzen eines bestimmten Bereiches durchlässt und die Frequenzbereiche unterhalb bzw. oberhalb des Durchlassbereiches sperrt bzw. deutlich… …   Deutsch Wikipedia

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