Bandförderer
Ein Förderband in einem Braunkohletagebau
Ehemaliges Förderband zwischen einer Lehmgrube und einem Ziegelwerk
Förderband an einer Supermarktkasse

Das Förderband (auch Bandförderer, Gurtbandförderer oder Gurtförderer) ist eine meist stationäre Förderanlage, die zur Familie der Stetigförderer gehört. Der Fördergurt, das wichtigste Konstruktionselement der Gurtbandförderer, ist ein endloses, auf Tragrollen oder Gleitbahnen umlaufendes Band, das als Trag- und gleichzeitig auch Zugmittel dient („Stetigförderer mit Zugmitteln“).

Inhaltsverzeichnis

Aufbau und Funktion

Es wird über Reibschluss einer oder mehrerer Antriebstrommeln angetrieben. Das Förderband wird sowohl für Schüttgüter (z.B. Erz) als auch für Stückgüter (Pakete) verwendet. Es ist neben Rollenförderern und Rollenbahnen der am meisten verbreitete mechanische Stetigförderer.

Das Förderband besteht im Wesentlichen aus:

  • Tragkonstruktion aus Stahlbauprofilen; sie trägt die Tragrollenlager des Ober- und Untertrums, die Antriebs- und die Spannvorrichtungen
  • Antriebstation (Antriebsrolle, oft gummiert, Lager, Getriebe, Motor, mit oder ohne Kupplung)
  • Umlenkstation
  • Tragrollen, meist dreiteilig und mit Vorspur, die an der Aufgabestation auch gepolstert sein können
  • Untergurtrollen
  • Führungsrollen
  • Fördergurt
  • Spannstation: Die Spannstation kann als Spindelspannstation oder als Gewichtsspannstation mit oder ohne Spannwagen ausgeführt sein
  • Aufgabestation
  • Abwurfstation mit Übergabetrichter. Da oft schleißende Materialien gefördert werden müssen, ist eine Schleißauskleidung notwendig.
  • Abstreifer, manchmal zusätzlich auch Vorabstreifer, Innenabstreifer; vor den Umlenkrollen meist innen am Untergurt als keilförmiger Pflugabstreifer
  • Sicherheitseinrichtungen wie Reißleine, Drehzahlwächter, Schieflaufwächter

Gurtbandförderer, die in zwei Richtungen fördern können werden Reversierbänder genannt. Sie werden z.B. zum Beschicken von Silogruppen eingesetzt.

Zu den Bandförderern zählen Stahlbandförderer (für höhere Temperaturen und schleißende Fördergüter) und Drahtbandförderer (für heiße bis glühende Stückgüter, als Kühlbänder), bei denen ein endloses Stahlband bzw. ein endloses Rund- oder Flachdrahtgeflecht als Zug- und Tragmittel dienen. Weitere Beispiele aus einer Vielzahl von Varianten der Bandförderer sind Magnetbandförderer zur Ausscheidung von magnetischen Bestandteilen aus dem Schüttgut (Sortierbänder von Verschrottungsanlagen) oder Teleskopbandförderer, bei denen die Förderlänge variiert werden kann.

Das heute weltweit längste Förderband befindet sich in der Westsahara: Dadurch werden über eine Strecke von ca. von 100 km Phosphate von Bou Craa an die Küste des Atlantiks transportiert.

Arbeitssicherheit

Die größte Gefahr an Gurtbandförderern ist, dass Körperteile zwischen dem Gurt und den Rollen eingezogen und abgerissen werden können. Da die Gurte in der Regel relativ schnell laufen, reicht die Reaktionszeit des Menschen nicht aus, rechtzeitig die Not-Aus-Reißleine zu betätigen. Gurtbandförderer besitzen in der Regel Antriebsenergien, die es nicht erlauben, den Gurt mit der Hand anzuhalten (typisch für einen Gurtbandantrieb in einem Steinbruch ist eine Antriebsleistung über 100 kW). Für Gurtbandförderer gelten daher strenge Sicherheitsregeln (Aufzählung nicht abschließend):

  • leicht erreichbare Not-Aus-Einrichtung neben dem Gurtbandförderer, in der Regel ist das eine Reißleine
  • Einzugstellen an Antriebs- und Umlenkrollen müssen verkleidet sein
  • Tragrollen, über denen der Gurt nicht um mindestens 5 cm ausweichen kann, müssen verkleidet sein, dies gilt insbesondere für die Tragrollen unter der Aufgabestation und für Tragrollen, bei denen sich die Richtung des Bandes um mehr als 3° ändert (Knickrollen)
  • Untergurtrollen bis zu einer Höhe von 2,5 m über der Zugangsebene müssen gegen Eingriff gesichert sein
  • Ebenso müssen Einzugstellen an Spanneinrichtungen im Untergurt, Druckrollen, Bandführungsrollen und Untergurtwendestationen abgesichert werden.


Eigenschaften von Bandförderern gegen über anderen Stetigförderern

Vorteile:

  • große Förderlängen, Fördermengen und Fördergeschwindigkeiten bei kleiner Antriebsleistung
  • geringer Verschleiß und geringe Wartungs- und Investitionskosten
  • bester Wirkungsgrad aller Stetigförderer für Schüttgut

Nachteile:

  • Empfindlichkeit gegen heiße und stark schleißende Fördergüter
  • nur geradlinige Förderstrecken (Ablenkungen in horizontaler Richtung sind wegen der großen Ablenkradien und des großen Führungsaufwandes nur begrenzt möglich.)
  • Steigungswinkel der Förderung begrenzt
  • Staubdichte Ausführung nur mit permanenter Wartung oder zusätzlichen mechanischen Ausrüstungen möglich

Sonderausführungen von Bandförderern

  • Stahlbandförderer: Stahlbänder sind besonders biegesteif => große Trommeldurchmesser)

Anwendung: heiße, stark schleißendes oder klebriges Fördergut

  • Drahtbandförderer : ist besonders für Kühl- und Trocknungsbänder geeignet (kleine Trommeldurchmesser, gute Kurvenführung)
  • Magnetbandförderer: für Trennung von metallischen und nichtmetallischen Fördergütern (Sortierung in Verschrottungsanlagen).

Das Gummiband wird über Plattenmagnete geführt und metallische Gegenstände werden abgelenkt.

  • Teleskopbandförderer (Förderlänge stufenlos verstellbar)

Anwendung: Be- und Entladeförderer

  • Kunststoffgliederförderer (gute horizontale Auslenkung)
  • Zahnriemenförderer (formschlüssiger Antrieb)
  • Mobile Bandförderer (auf einem LKW montiertes, teleskopierbares Förderband)

Literatur

  • Walter Bischoff, Heinz Bramann, Westfälische Berggewerkschaftskasse Bochum: Das kleine Bergbaulexikon. 7. Auflage, Verlag Glückauf GmbH, Essen, 1988, ISBN 3-7739-0501-7
  • Reinald Skiba: Taschenbuch Betriebliche Sicherheitstechnik. 3. Auflage, Erich Schmidt Verlag, Regensburg und Münster, 1991, ISBN 3-503-02943-5

Siehe auch

Weblinks


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