Bandschnallen
Bandschnallenabzeichen des Europäischen Polizei-Leistungsabzeichens in Bronze

Eine Bandschnalle, veraltet auch Bandspange, Interimsspange, kleine Ordenspange oder Feldschnalle, ist eine an einer Uniform getragene und nach Wertigkeit geordnete Zusammenfassung der von einem Hoheitsträger verliehenen oder genehmigten Auszeichnungen des Trägers. Sie besteht aus einem oder mehreren Bändern in den Farben des Ordensbandes der einzelnen Auszeichnungen, in der Regel verbunden mit einer Miniatur der Auszeichnung als Auflage.

Trotz verschiedener Gemeinsamkeiten in der Praxis weichen die Tragebestimmungen für die Bandschnalle national und international im Detail ab. Es gelten daher jeweils die Bestimmungen der Organisation, deren Uniform der Geehrte trägt. Dies kann für den Träger je nach getragener Uniform zu unterschiedlichen Kombinationen führen.

Das Tragen einer Bandschnalle an Zivilkleidung ist in den meisten Staaten unüblich.

Inhaltsverzeichnis

Geschichtliche Entwicklung

General der Kavallerie Karl von Hänisch in Paradeuniform mit großer Ordenspange.

Die Einführung der Bandschnalle hängt mit der Entwicklung der Uniform im 19. Jahrhundert zusammen. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts waren Soldaten regelmäßig nur mit einer einzigen Uniform ausgestattet, die in identischer Form sowohl in der Garnison, bei Paraden und im Einsatz getragen wurde. An dieser wurden alle dem Träger verliehenen Orden und Einsatzauszeichnungen in Originalform angelegt.

Beeinflusst von den Erfahrungen der napoleonischen Kriege, des Krimkrieges sowie der immer häufigeren Kolonialkriege entwickelten Reformer in den Folgejahren neue Uniformen, die sich an praktischen Erwägungen ausrichteten. Anstelle der bisherigen Einheitsuniform entstanden fünf Grundformen: die Paradeuniform, die Gesellschaftsuniform für Offiziere, die Arbeitsuniform für Mannschaften und Unteroffiziere, die Tagesdienstuniform und die Felduniform. Diese Einteilung besteht in Grundzügen bis heute.

Im Dienstalltag erwies es sich nunmehr als zunehmend unpraktisch, zu jeder Uniform alle Orden in Großform zu tragen. Die Auszeichnungen behinderten den korrekten Sitz der immer zahlreicher werdenden persönlichen Ausrüstung und liefen zudem Gefahr, unbemerkt verloren zu gehen. Da die Verleihung selten aktenkundig gemacht wurde und verlorene Auszeichnungen in der Regel nicht ersetzt wurden, konnte dies für den Ausgezeichneten einen großen Verlust bedeuten.

Nachdem es sich nach Einführung des Gesellschaftsanzuges - ursprünglich eine weniger förmliche Abwandlung der unbequemen Paradeuniform - einbürgerte, die Orden an einer kleinen Ordensschnalle in halber Größe zu tragen, lag eine weitere Vereinfachung für den Einsatz im Feld auf der Hand. Nach Einführung der Khakiuniform wurden die ersten Bandschnallen dann im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts von britischen Offizieren angelegt. Die Trageweise war dabei noch nicht umfassend geregelt; es bürgerte sich ein, oberhalb der rechten Brusttasche sämtliche Auszeichnungen als schmale Bänder in der Farbe des Ordensbandes zu tragen.

Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges hat sich die Bandschnalle international fast vollständig durchgesetzt. Orden in Originalgröße, das heißt als Halsorden, Steckorden oder an der großen Ordensschnalle, werden dagegen nur noch selten angelegt. Übliche Anlässe sind Hochzeiten, Familienfeiern oder Staatsempfänge. Daneben werden Auszeichnungen ebenfalls nur noch selten in verkleinerter Form als kleine Ordensschnalle (z. B. am Gesellschaftsanzug der Bundeswehr) oder in Miniaturform an einer Frackkette getragen.

Bandschnallen in deutschen Streitkräften zwischen 1871 und 1945

Bandschnalle eines preußischen Offiziers 1897; (von links nach rechts) Roter Adlerorden, IV. Klasse, Dienstauszeichnungskreuz für 25 Jahre, Zentenarmedaille und Herzoglich Sachsen-Ernestinischer Hausorden, Ritterkreuz I. Klasse
Bandschnalle eines Offiziers im Zweiten Weltkrieg

In Deutschland kam die Bandschnalle erst relativ spät auf. Sie wurde ab etwa 1900 am Interimsrock sowie seit seiner Einführung 1907 auch am feldgrauen Feldanzug getragen. Anders als in anderen Staaten Westeuropas wurden in Deutschland ausschließlich die Bänder der an der Großen Ordensschnalle getragenen (Band-)Orden angebracht. Hals- und Steckorden, bzw. eine Auswahl davon, wurden weiterhin im Original angelegt. In der preußischen Bekleidungsvorschrift von 1899 wurde zwischen der Ordensschnalle mit und ohne Orden unterschieden, im Neudruck von 1911 zwischen der 4cm breiten Großen Ordenschnalle (mit Orden) und der 1,7cm breiten "Kleinen Ordensschnalle" (ohne Orden).

Große Bandschnalle der Zwischenkriegszeit (hier: EK II und FEK) im Größenvergleich

Die ältere Version der Bandschnalle (4cm) hatte häufig auf der Rückseite Haken, um die Originale bei Bedarf dort anzuhängen.

Die bis 1945 übliche Bandschnalle war nach dem Vorbild der preußischen Ordensschnalle gestaltet und deshalb einreihig; die Bandbreite entsprach den Bändern der kleinen Frackdekoration.

In der Zwischenkriegszeit waren, vor allem für das Tragen am Zivilanzug, große Bandschnallen (ca. 30 - 35 mm hoch) beliebt, die mit dem originalen Trageband versehen wurden. Auf der Rückseite befand sich eine Vorrichtung zum Einhängen der Orden, so dass die Schnalle mit und ohne Original-Abzeichen (Ordens-Kleinod) getragen werden konnte.

Alternativen zur Bandschnalle

Richtige Trageweise des Bandes des KVK II. Klasse an der Uniformjacke

Die 2. Klassen des Eisernen Kreuzes und des Kriegsverdienstkreuzes wurden dagegen dergestalt getragen, dass das originale, 30 mm breite Band mit dem 2. Knopfloch der Uniformjacke vernäht wurde. Wurden beide Orden verliehen, waren die Bänder leicht versetzt übereinander angebracht. Die höchste mögliche Anzahl von Bändern, die im Zweiten Weltkrieg im Knopfloch getragen werden konnte, war die folgende Kombination: zwei Kriegsauszeichnungen (z.B. EK II, KVK 2. Kl., Ostmedaille) im zweiten Knopfloch dazu die Lebensrettungsmedaille ebenfalls im zweiten Knopfloch sowie das Band des Blutordens im Knopfloch der rechten Brusttasche (alle stark mit der NS-Ideologie verwobenen Abzeichen, wie eben das Deutsche Kreuz und der Blutorden, wurden auf der ungewöhnlichen rechten Seite getragen.) Das Deutsche Kreuz in Gold gab es auch in einer gestickten Fassung aus Stoff, die auf (der rechten Seite!) der Uniformjacke aufgenäht werden konnte.

Bandschnallen in den bewaffneten Organen der DDR

Während ihres vierzigjährigen Bestehens stiftete die DDR eine Vielzahl von Orden, Ehrenzeichen und Medaillen. Nahezu jeder Volksarmist oder Angehörige der Grenztruppen der DDR wurde deshalb während seiner Dienstzeit in der einen oder anderen Form geehrt.

Hinzu kamen Auszeichnungen, die von anderen Mitgliedsstaaten des Warschauer Pakts an hochrangige Mitglieder befreundeter Streitkräfte verliehen wurden. Auszeichnungen ehemaliger deutscher Staaten durften dagegen nicht an der Uniform getragen werden.

Die in der DDR übliche Bandschnalle war mehrreihig und nach sowjetischem Vorbild gestaltet. Die großzügige sozialistische Verleihungspraxis führte dazu, dass die Bandschnalle länger dienender Militärs oftmals erstaunliche Ausmaße annahm.

In der DDR erworbene Auszeichnungen können auch nach 1990 weiter getragen werden, wenn „dadurch der ordre public der Bundesrepublik Deutschland [nicht] verletzt wird. Das gleiche gilt für von der Deutschen Demokratischen Republik zur Annahme genehmigte ausländische Auszeichnungen.“[1]

Die Bandschnalle in der Bundesrepublik Deutschland

Rechtliche Grundlage

Oben: Großes Bundesverdienstkreuz; Mitte (v.l.n.r.): Ehrenkreuz der Bundeswehr, Deutsches Sportabzeichen in Gold, Deutsches Rettungsschwimmabzeichen Gold der DLRG, Deutsches Rettungsschwimmabzeichen Silber der Wasserwacht; Unten (v.l.n.r.): US Army Commendation Medal, Army Achievement Medal, Marine Corps Good Conduct, US Army Armed Forces Expeditionary Medal (vgl. Orden des US Militärs)

Die gesetzliche Grundlage für das Tragen einer Bandschnalle ist durch das Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen vom 26. Juli 1957 geregelt.

In der Praxis dürfen nicht alle von einer staatlichen oder halbstaatlichen Organisation verliehenen Auszeichnungen auch von jedem Uniformträger getragen werden. Die genauen Bestimmungen finden sich in den jeweiligen Dienstvorschriften.

In der Bundeswehr werden Bandschnallen ausschließlich zum großen und kleinen Dienstanzug und zur Ausgehuniform getragen. Die Details sind in der ZDv 37/10 geregelt. Anders als in verschiedenen ausländischen Streitkräften besteht keine Pflicht, erhaltene Auszeichnungen zu tragen.

In Hilfsorganisationen und uniformierten Behörden bestehen ähnliche Regelungen. Für das Technische Hilfswerk sind diese in der Bekleidungsrichtlinie (BeklRiLi) getroffen.

Das Tragen sämtlicher Auszeichnungen der NSDAP sowie verschiedener anderer Auszeichnungen des deutschen Reiches von 1933 bis 1945 ist in der Bundesrepublik Deutschland verboten; Ausnahmen stellen bestimmte militärische Abzeichen dar (z.B. das Eiserne Kreuz), die in speziellen Fassungen (i.d.R. ohne Hakenkreuz) getragen werden dürfen.

Das Tragen von Auszeichnungen der DDR ist unter bestimmten Bedingungen erlaubt.

Technische Aspekte der deutschen Bandschnalle

Deutsches Sportabzeichen in Bronze als Bandschnallenabzeichen

In Deutschland besteht eine Bandschnalle aus einer oder mehreren Metallschienen (Bandschnallenunterteil), auf der die verkleinerten Ordensbänder als Bandschnallenoberteil aufgeschoben werden. Die Bandschnalle hat eine Höhe von 12 mm. Die Bandbreite beträgt bei deutschen Kriegs- und Friedensauszeichnungen, die am Hals oder am Schulterband getragen werden, 40 mm. Diese Dekorationen werden für sich in der obersten Reihe getragen. Sämtliche anderen Bandstücke, einschließlich aller ausländischen Orden, haben eine Breite von 25 mm (ZDv 37/10 Anlage 13/8 5.). Somit dürfen beispielsweise die häufig getragenen NATO Auszeichnungen (32 mm) nur als selbst beschaffte 25-mm-Version getragen werden. Sie werden unter den 40-mm-Bandstücken getragen. Bei Orden und Medaillen, die in mehreren Stufen bzw. mit Agraffe verliehen werden, wird zusätzlich eine Ordensminiatur bzw. die verkleinerte Agraffe als Schriftzug als „Auflage“ auf dem Bandschnallenoberteil angebracht. Diese von der US-Bandschnalle beeinflusste Konstruktion erlaubt es, Bandschnallenoberteile bei weiteren Verleihungen wieder zu verwenden.

Üblicherweise wird bei der Verleihung neben der Auszeichnung in Originalgröße sowie einer Urkunde ein erstes Bandschnallenoberteil mit überreicht. Weitere Exemplare sowie Bandschnallenunterteile sind durch den Geehrten selbst zu beschaffen.

Reihenfolge

Die Reihenfolge der Orden und Ehrenzeichen an der Bandschnalle ergibt sich aus der Wertigkeit der Auszeichnung, dem Verleihungsdatum und dem Grundsatz, dass zunächst deutsche und anschließend ausländische Orden und Ehrenzeichen anzulegen sind (wobei die Annahme ausländischer Orden und Ehrenzeichen vom Bundespräsidenten genehmigt werden muss):

  • Orden und Ehrenzeichen der Bundesrepublik Deutschland und ihrer Organe
  • Zwischen 1871 und 1945 verliehene deutsche Orden und Ehrenzeichen, soweit im Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen vom 26. Juli 1957 aufgeführt
  • Auszeichnungen von nationalen Hilfsorganisationen, soweit im Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen vom 26. Juli 1957 aufgeführt
  • Auszeichnungen der Länder
  • Auszeichnungen internationaler Organisationen, soweit vom Bundespräsidenten genehmigt
  • Auszeichnungen ausländischer Staaten, soweit vom Bundespräsidenten genehmigt

Innerhalb der einzelnen Gruppen sind die Auszeichnungen nach Grad und Verleihungsdatum geordnet.

Bandschnallen in der Bundeswehr

Historische Entwicklung

Bei Gründung der Bundeswehr wurde 1955 auf Führungspersonal zurückgegriffen, das zuvor in der Wehrmacht, der Waffen-SS, der Reichswehr sowie vereinzelt sogar noch während des Ersten Weltkrieges gedient hatte und dafür ausgezeichnet worden war. Diese Auszeichnungen dürfen, soweit sie durch das Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen vom 26. Juli 1957 zugelassen sind, in der Nachkriegsversion an der Bandschnalle zum Dienstanzug getragen werden.

Da die Bundeswehr zunächst keine eigenen Auszeichnungen hatte, nahm die Anzahl der Bandschnallenträger im Laufe der Jahre stetig ab.

Neben dem deutschen Sportabzeichen, dem Bundesverdienstkreuz und der Hollandmarschmedaille kam es nur vereinzelt zur Verleihung von an der Bandschnalle zu tragenden Auszeichnungen:

  • das niederländische Lilienkreuz der KVNRO, für die erfolgreiche Teilnahme am TMPT
  • die Fluthilfemedaille für die während der Sturmflut 1962 eingesetzten Helfer
  • die niedersächsische Waldbrandmedaille für die Helfer während der Brandkatastrophe 1975

Die Einführung des Ehrenkreuzes der Bundeswehr im Jahr 1980 stoppte diesen Trend zunächst nicht, da diese Auszeichnung ebenfalls eher selten verliehen wird.

Ein Wandel trat erst nach der Wiedervereinigung ein; dies zum einen durch den Einsatz der Bundeswehr während der Flutkatastrophen in Ostdeutschland 1997 und 2002, zum anderen durch die Stiftung der Einsatzmedaille der Bundeswehr im Jahr 1996. Hinzu kommen Medaillen der NATO oder der Vereinten Nationen, die bei Auslandseinsätzen unter Führung dieser Organisation ebenfalls verliehen werden.

Vereinzelt wurden und werden daneben Auszeichnungen durch die in Deutschland stationierten französischen Streitkräfte oder durch die US-Armee verliehen.

Vorschriftenlage

Trageweise der Bandschnalle am Dienstanzug (Grundform) der Bundeswehr (Gen. Wolfgang Schneiderhan)

An der Bandschnalle gilt zwingend die oben aufgeführte Reihenfolge. Es besteht keine Pflicht, einzelne Auszeichnungen oder die Bandschnalle insgesamt zu tragen. Für die Bundeswehr sind die Tragebestimmungen in ZDv 37/10 Anzugsordnung für die Soldaten der Bundeswehr Nr. 583, 593, geregelt. Hiernach ist die Bandschnalle ausschließlich am Dienstanzug mittig auf der linken Brustseite unmittelbar oberhalb der Brusttaschenoberkante zu tragen. Es dürfen maximal vier Auszeichnungen in einer Reihe getragen werden. Ab der fünften Auszeichnung wird eine neue Reihe unterhalb der ersten begonnen, wobei die fünfte unter der ersten steht.

In der Bundeswehr wird die Bandschnalle weder am Gesellschaftsanzug, noch am Kampf- oder Feldanzug getragen. Die Trageweise am Diensthemd ist zwar extrem unüblich, wird aber von ZDv 37/10 Nr. 593 gedeckt.

Bundeswehrtypische Eigenarten

  • Die Bundeswehr selbst verleiht vergleichsweise wenige Auszeichnungen. Verliehene Auszeichnungen werden darüber hinaus von höheren Dienstgraden häufig nicht getragen. Beispiele hierfür:
  • Die Regelung über die Trageweise derselben Auszeichnung in mehreren Stufen ist uneinheitlich:
    • Das Bundesverdienstkreuz darf in allen verliehenen Stufen an der Bandschnalle getragen werden. Gleiches gilt für ausländische Ehrungen.
    • Verdienstorden der Bundesländer sowie das deutsche Sportabzeichen dürfen nur in der höchsten verliehenen Stufe getragen werden.
    • Das Ehrenkreuz der Bundeswehr darf gleichzeitig in jeder verliehenen Stufe (Medaille, Bronze, Silber, Gold) getragen werden.

Häufige Tragefehler

Fehlerhafte Bandschnalle mit Leistungsabzeichen, SFOR-Einsatz- (Mitte) und NATO-Medaille (Rechts)

Neben einer falschen Reihenfolge ist der häufigste Fehler das Tragen einer unzulässigen Bandschnalle. Insbesondere die folgenden Bandschnallen werden dabei häufig angelegt:

  • Europäisches Polizeileistungsabzeichen
  • Unterstützer beim Nijmegenmarsch (die Nijmegenmarschmedaille selbst ist zulässig)
  • Schießabzeichen der US-Navy und der US-Air Force
  • Verdienst- und Leistungsauszeichnungen des Deutschen Roten Kreuzes und des Bayerischen Roten Kreuzes
  • Blutspendeabzeichen des Deutschen Roten Kreuzes und des Bayerischen Roten Kreuzes
  • Zeitauszeichnung des Deutschen Roten Kreuzes und des Bayerischen Roten Kreuzes (Dauer der Mitgliedschaft)

Ein Sonderfall ist das

Laut ZDv 37/10 darf das Leistungsabzeichen am Dienstanzug ausschließlich in großer Form getragen werden.

Ein weiterer häufiger Fehler ist das Tragen des Sportabzeichens als Anstecker auf dem Dienstanzug, häufig neben einer bestehenden Bandschnalle.

Bandschnallen in den deutschen Feuerwehren

Historische Entwicklung

Bandschnallen wurden in der Feuerwehr in der Nachkriegszeit eher selten getragen und dann auch nur von höheren Funktionsträgern wie Verbandsfunktionären oder Führungsdienstgraden. Erst seit den 90ern setzen sich immer mehr die Bandschnallen auf den Uniformen aller Feuerwehr-Dienstleistenden durch. Dies mag auch dadurch begründet sein, dass mittlerweile nicht mehr nur Orden und Ehrenzeichen als Bandschnalle tragbar sind, sondern auch Leistungsabzeichen und Ehrungen auf Kreisebene als Bandschnalle verfügbar sind. Diese Entwicklung hat sich zudem durch die vermehrte Verleihung sogenannter Einsatzabzeichen, also Abzeichen, die bei längerer Teilnahme eines Naturkatastropheneinsatz verliehen werden, verstärkt.

Vorschriftenlage

Die Trageweise orientiert sich stark an der Bundeswehr: Hiernach ist die Bandschnalle ausschließlich am Dienstanzug mittig auf der linken Brustseite unmittelbar oberhalb der Brusttaschenoberkante zu tragen. Es dürfen maximal vier Auszeichnungen in einer Reihe getragen werden. Ab der fünften Auszeichnung wird eine neue Reihe unterhalb der ersten begonnen, wobei die fünfte unter der ersten steht. Bei vielen Orden und Ehrenzeichen ist in den jeweiligen Gesetzen, Verordnungen oder Richtlinien auch die Trageweise der Bandschnalle verankert. In der Feuerwehr wird die Bandschnalle lediglich auf dem sog. Dienstrock, d. h. die Uniformjacke, getragen.

Feuerwehrtypische Eigenarten

Folgende Auszeichnungen werden üblicherweise getragen:

Aufgrund der fehlenden Vorschriftenlage in einigen Bundesländern wird dort auf eine gewisse Reihenfolge (Wertigkeit der Abzeichen) kein Wert gelegt. Sind nur eine bis drei Bandschnallen auf einer Uniform vorzufinden, was nicht ungewöhnlich ist, da Auszeichnungen nur noch selten verliehen werden, so werden diese oft von rechts beginnend an der Brusttaschenoberkante befestigt, anstatt diese mittig, wie bei der Bundeswehr, zu tragen.

Häufige Tragefehler

Da es an Richtlinien für die Trageweise fehlt, stellt man oft auch bei Feuerwehr-Dienstleistenden einige Tragefehler fest:

  • Manchmal wird keine einheitliche Trageschiene für die Bandschnallen benutzt, weshalb die Abzeichen oft nicht geradlinig angeordnet sind, oder sogar an unterschiedliche Positionen an der Uniform-Jacke befestigt werden.
  • Selten passiert es auch, dass sowohl das Original-Abzeichen als auch die Bandschnalle auf der Uniform getragen werden.
  • Die Trageschiene mit den Bandschnallen wird oberhalb der Brusttaschenoberkante befestigt.
Bandschnalle an THW Dienstanzug

Vorschriften in den Hilfsorganisationen

In bei den Deutschen Hilfsorganisationen (ASB, DRK, JUH, MHD) und beim THW ist die Trageweise durch die jeweiligen Bekleidungsrichtlinien[2] definiert, entspricht aber im allgemeinen denen der Feuerwehren der Länder.

Bandschnallen international

Die deutsche Tragepraxis weicht teilweise stark von den internationalen Gepflogenheiten ab. Bei in etwa gleicher Höhe sind die deutschen Bandschnallen deutlich schmaler. Darüber hinaus werden in den meisten westlichen Streitkräften maximal drei Bandschnallen in einer Reihe zusammengefasst. Neue Reihen werden mittig unter der letzten Reihe begonnen.

Österreich

In Österreich wird die Bandschnalle als Ordensspange bezeichnet und von uniformierten Verbänden wie der Feuerwehr oder dem österreichischen Roten Kreuz sowie natürlich dem Bundesheer mittig oberhalb der linken Brusttasche getragen. Die Ordensspange darf maximal 15 Orden, Auszeichnungen und Medaillen umfassen. Es werden bis zu drei Auszeichnungen pro Reihe getragen[3].

Schweiz

Die Schweizer Armee nennt die Bandschnallenabzeichen Ribbons. Es werden dabei drei Arten unterschieden: Dienstleistungsabzeichen, Auszeichnungen und Einsatzabzeichen. Sie werden mittig, 0,5 cm oberhalb der linken Brusttasche (vom Träger aus gesehen) auf dem Ausgangsanzug („Tenü A“) getragen, wobei maximal neun Ribbons (drei Reihen zu drei Stück) getragen werden dürfen.

Frankreich

Frz. Ehrenlegion als Bandschnalle

In den französischen Streitkräften ist es üblich, im Stabsdienst die Bandschnalle zum kurzärmligen Diensthemd zu tragen. Zu feierlichen Anlässen (Appelle, Paraden, Wachdienst) wird die Bandschnalle darüber hinaus direkt am Kampfanzug getragen. Diese Traditionen werden ebenfalls von den Streitkräften ehemaliger französischer Kolonien gepflegt.

In der französischen Polizei, Feuerwehr, Gendarmerie sowie anderen uniformierten Behörden werden Auszeichnungen auch im Alltag an Uniformjacke und Diensthemd getragen.

Anders als in Deutschland tragen Zivilisten höherwertige Auszeichnungen in Frankreich in der Regel in der Öffentlichkeit deutlich sichtbar am Revers ihrer Jacke. Orden und Ehrenzeichen werden dabei weder als Miniatur noch als Bandschnalle angelegt, sondern durch einen schmalen Stofffaden in der Farbe des Ordensbandes symbolisiert. Träger höherer Stufen tragen eine kleine Rosette in der Ordensfarbe im Knopfloch. Träger der Ehrenlegion (rot), des nationalen Verdienstordens (blau) sowie des Widerstandsordens (grün) werden sowohl von ihren Mitbürgern als auch von Behörden offen respektiert und bevorzugt behandelt.

Großbritannien

In der British Army werden Bandschnallen ausschließlich zum khakifarbenen Dienstanzug sowie zum blauen Dienstanzug getragen. Zur roten Paradeuniform werden die Orden in Originalgröße angelegt. Zur Gesellschaftsuniform werden Ordensminiaturen getragen.

In der Royal Air Force sowie in der Royal Navy gelten ähnliche Regeln.

Britische Bandschnallen, wie auch die der meisten ehemaligen britischen Besitzungen, fallen dadurch auf, dass die einzelnen Bänder je nach Ordensklasse eine unterschiedliche Breite haben. Die britische Bandschnalle wirkt dadurch unregelmäßiger als die Gegenstücke anderer Nationen. Hinzu kommt eine deutlich höhere Trageweise.

Neben Polizisten, Zöllnern, Feuerwehrleuten und anderen uniformierten Beamten werden Bandschnallen während der Arbeitszeit auch von zivilen Uniformträgern wie Wachleuten, Musuemswärtern oder Offizieren der Handelsmarine getragen, sofern die Uniform einem Dienstanzug ähnelt.

Im privaten Rahmen werden Orden und Medaillen in Originalgröße zu Familienfeiern, Ehrungen und Totengedenken am zivilen Anzug getragen. Gleiches gilt für die Teilnahme an öffentlichen Gedenkfeiern. Am, in Großbritannien sehr verbreiteten, privaten Gesellschaftsanzug sowie an Frack und Smoking werden auch privat Ordensminiaturen getragen.

Vereinigte Staaten

US-Bandschnalle (Militär)

Bei den Streitkräften der Vereinigten Staaten werden entweder alle Orden und Ehrenzeichen getragen oder nur eine einzelne Reihe mit den drei jeweils höchsten Auszeichnungen. Getragen werden dürfen teilstreitkraftübergreifende Auszeichnungen sowie vom Pentagon per Vorschrift zugelassene Ordensbänder ausländischer Staaten (z. B. die Ehrenlegion) oder internationaler Organisationen (z. B. die Nato-Medaille). Auszeichnungen einer Teilstreitkraft werden teilweise nicht von allen anderen Teilstreitkräften anerkannt (z. B. das Schießabzeichen der US-Luftwaffe für Heeresangehörige) und müssen deshalb im Falle eines Teilstreitkraftwechsels abgelegt werden. Auszeichnungen der Nationalgarde der Vereinigten Staaten dürfen von aktiven Soldaten - einschließlich von zum Bundesdienst einberufenen Nationalgardisten - nicht getragen werden. Das Gleiche gilt für Auszeichnungen der US-Bundesstaaten, der Polizeibehörden oder der Feuerwehren. Bei manchen Polizeien der Vereinigten Staaten werden die Bandschnallen an der Alltagsuniform getragen.

Sowjetunion

Wie alle sozialistischen Staaten kannte die Sowjetunion eine überbordende Neigung zu staatlichen Ehrungen. Wurden diese bis in die fünfziger Jahre zumeist in Großform getragen, bürgerte sich die Bandschnalle danach für den Tagesdienst ein. Bis auf den Ordensstern des Helden der Sowjetunion wurden alle Orden, Ehrenzeichen und Auszeichnungen als Bandschnalle getragen. Mehrfach verliehene Auszeichnungen wurden mehrfach getragen.

Sonstiges

Ähnliche Miniaturen sind Miniatur-Ordensschnallen und Anstecknadeln.

Einzelnachweise

  1. Protokollvermerk zur Änderung des OrdensG durch den Einigungsvertrag 1990.
  2. http://wiki.sherz.net/index.php/Bekleidungsrichtlinie
  3. Militärische Dekorationen - Trageweisen (Punkt 2, Ordensspange)

Siehe auch

Weblinks

  • bandschnallen.de THW-Helfervereinigung Ronnenberg e.V. – Abbildungen, Übersichten und Informationen
  • www.police-mission.de Polizei NRW (Institut für Aus- und Fortbildung) – Polizeibezogene Ordensminiaturen (Auslandseinsätze)
  • www.ambos.at Österreichspezifische Informationen und Abbildungen
  • ordenskreuz.com Ritterorden/Verdienstorden/Bruderschaften in Deutschland/Österreich und der Schweiz.
  • www.bundesheer.at Anzugsordnung des Österreichischen Bundesheeres

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