Bangalore (Waffe)
Bangalore im Batey ha-Osef Museum, Israel

Bangalores sind an langen, zusammensteckbaren Röhren befestigte Stabbomben. Sie werden von Pionieren zum Zerstören von Stacheldraht-Verhauen und zum Räumen von Minenfeldern eingesetzt.

Die Bangalores wurden 1912 vom Captain McClintock der British Army in der indischen Stadt Bengaluru (damaliger Name: Bangalore), wonach auch die Waffe benannt wurde, entwickelt. Sie wurden als Räummittel für im Zweiten Burenkrieg und Russisch-Japanischen Krieg hinterlassene Sprengfallen und Stacheldrahtsperren verwendet. Der große Vorteil war, dass sich der Minenräumer in etwa drei Meter Abstand, aus einer geschützten Position (z. B. Schützengraben), eine Gasse in das Minenfeld sprengen konnte. Dieses Vorgehen erlaubte auch eine Minenräumung unter feindlichem Feuer.

Im Ersten Weltkrieg bestanden die Bangalores aus identischen 1,5 m langen, zusammenschraubbaren Stangen, von denen die erste den Sprengsatz enthielt. An den Anfang konnte ebenfalls eine konische Nase aufgeschraubt werden, die ein Steckenbleiben verhindern sollte.

Im Zweiten Weltkrieg wurden die Waffen als M1A1 Bangalore Torpedo in großen Umfang am D-Day bei der Landung der alliierten Truppen eingesetzt, um die von den Deutschen abgesperrten Strände für die Infanterie passierbar zu machen. In einer leicht veränderten M1A2-Version werden sie immer noch verwendet.

Bei der Bundeswehr ist eine ähnliche Konstruktion unter dem Namen Sprengrohr im Einsatz.


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