Bangweulubassin

Das Bangweulubassin liegt 915 m (Luapulatal), 1.140 m (Bangweuluseespiegel in der Trockenzeit) bis 1.520 m hoch, stellenweise mit Bergen auch höher, auf dem nordsambischen Plateau zwischen dem Muchinga-Gebirge im Osten, dem Fluss Luapula im Westen, der Mporokosoberge, den Ausläufern des südtansanischen Hochlandes im Norden und dem Copperbelt im Süden. Das Bassin selbst ist geprägt vom Bangweulusee und einem riesigen ihn umgebenden, mit zahllosen Wasserarmen durchzogenen Feuchtgebiet mit vielen Inseln, den Bangweulusümpfen. Das Bassin in seinen tieferen Lagen ist völlig unzugänglich und nur auf kleinen Wasserwegen zu erschließen. Die höheren Lagen sind im Westen durch die sogenannte "Chinese Road" Serenje - Samfya - Mansa - Nchelenge halbwegs erschlossen, in Norden und Osten durch die TAZARA verkehrstechnisch über Kasama, dem regionalen Zentrum schlecht zu erreichen, im Süden ist der Kasanka-Nationalpark mit Flugpiste ausgestattet, im Südwesten liegt Samfya als zentraler Marktplatz dieses Gebietes und Standort des Postbootes. Alle Wege sind nur mit Allradantrieb und großem Bodenabstand in geringem Tempo zu passieren. Als Teerstraße gibt es nur die "Chinese Road". Kasama und Kasanka am äußersten Rand sind die letzten Vorposten der Zivilisation. Ab dort ist der Einbaum das zuverlässigste Fortbewegungs- und Transportmittel.

Geologisch gesehen ist das fast kreisrunde Bengweulubassin anders die umliegenden Gebiete wie Tanganyika, Malawisee. Karibasee; Mwerusee. Rukwa aseismisch und unempfindlich für Erdbeben. Anders als in der Sambesi- oder Luangwarift gibt es kaum heiße Quellen und Geisire. Trotzdem gilt sein vulkanischer Ursprung als evident. Das Bassin besteht überwiegend aus Granit (Palaeoproterozoic Granitoide) und einigen Katanganfelsen. Sein Alter wird auf 1,8 Mrd. Jahre geschätzt und ist als Bangweulublock ein feststehender geologischer Fachbegriff. Das Bassin ist zu den Rändern hin deutlich höher als im Zentrum, was dies zu einem Sammelbecken der Niederschläge macht. Seine Grundstruktur bilden Kreise wie bei Meteoritenkratern. Selbst die Inseln wie Mbawala oder Chishi Island folgen mit ihren Uferlinien solchen Kurven und exakt dem Nordostufer des Sees wie konzentrische Kreise.

Das Bangweulubassin ist Teil von Sambias Wildem Norden und im Vergleich zum Süden des Landes eine völlig andere Welt. Hier bleibt Afrika, wie vor allem die Gegend um Luwingu zeigt, sich selbst überlassen, da nur der Lufttransport eine Versorgung ermöglicht. Der ist nicht bezahlbar. Dafür ist die Infektionsquote mit HIV deutlich unter dem Landesdurchschnitt, dennoch gravierend. Das Bassin ist in verschiedenen Teilen dicht besiedelt, faktisch in allen Auen, also den Gebieten, die trocken fallen und Ackerbau erlauben. Bis auf seltene Zuckerrohrplantagen am Luapula wird ausschließlich Subsistenzlandwirtschaft betrieben. Die Stromerzeugung für das gesamte Gebiet von 50.000 km² beträgt 5 MW am Luapula und 6 MW am Kalungwishi. Selbst die in Afrika sonst überall gebräuchlichen Mobiltelefone bleiben hier ohne Kontakt.

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