Bank von Spanien
Bank von Spanien
Banco de España
Hauptgebäude der Bank in Madrid aus den Jahren 1884 bis 1891
Hauptgebäude der Bank in Madrid aus den Jahren 1884 bis 1891
Hauptsitz Madrid, Spanien
Gründung 1782
Präsident Miguel Ángel Fernández Ordóñez
Zentralbank für Spanien
Währung

Euro

ISO 4217 EUR
Währungsreserven 14,972 Milliarden Euro (Oktober 2006)
Website

http://www.bde.es

Vorgänger

Banco Nacional de San Carlos

Nachfolger

Europäisches System der Zentralbanken (seit 1999)

Liste der Zentralbanken

Die Bank von Spanien (Spanisch: Banco de España) ist die Zentralbank von Spanien und als solche Teil des Europäischen System der Zentralbanken.

Inhaltsverzeichnis

Organisation

Die Geschäftsführung der Bank von Spanien wird in einem Autonomiegesetz geregelt. Sie besteht wie folgt:

  • der Gouverneur
  • der stellvertretende Gouverneur
  • der regierende Gouverneur und
  • die Zentralbank-Kommission.

Der Gouverneur wird vom Spanischen König ernannt.

Geschichte

Der zweite Krieg Spaniens gegen Großbritannien (1780–83) wurde mittels eines verzinslichten Papiergeldes finanziert. Diese „Vales reale“ waren ursprünglich in Stückelungen von je 600 Pesos ausgegebene Schatzscheine, die mit 4 % verzinst waren. Ein königliches Dekret von 1780 schuf jedoch einen Annahmezwang im Handel, womit die Papiere den Charakter von Banknoten bekamen. Bedingt durch den ungünstigen Kriegsverlauf wurde die umlaufende Menge der Papiere stark erhöht, wodurch der Kurs spürbar sank. Um die Geldstabilität wieder herzustellen, wurde 1783 eine Einlösbarkeit in Metallgeld garantiert. Garant war die hierzu neu geschaffene „Banco de San Carlos“, die heutige Bank von Spanien.

Kurzfristig war die Maßnahme erfolgreich und die Papiere notierten bei Pari. Doch bereits im Folgejahr wurde die Bank gezwungen, die Regierung mit umfangreichen Darlehen zu stützen. Um eine Illiquidität der Bank zu vermeiden wurde 1784 die Einlösepflicht aufgehoben. Die Bank emittierte in großem Umfang weitere Banknoten (nun auch im Nominalwert von 300 und 150 Pesos), die im Kurs entsprechend sanken. Verschiedene Maßnahmen (wie die staatliche Festsetzung eines Zwangskurses 1799 bis 1800) zur Stabilisierung des Wertes scheiterten. Erst 1824 gelang eine Stabilisierung des Kurses, indem das Papiergeld in festverzinsliche Staatsanleihen umgewandelt wurde.

1829 wurde die Banco de San Carlos aufgelöst und an ihrer Statt die „Banco Español de San Fernando“ als Notenbank gegründet. Diese gab Banknoten à 500, 1000, 2000 und 4000 Reales aus. 1841 wurde die Bank durch eine umfangreiche Geldnotenfälschung erschüttert. In der Folge kam es zu einem Bank Run, den die Bank nur mit Unterstützung der großen Madrilenischen Handelshäuser überstand.

1844 wurde eine zweite halbstaatliche Notenbank, die „Banco de Isabel II“ in Madrid geschaffen. Die Rivalitäten zwischen beiden Häusern trugen jedoch nicht zu einer besseren Geldpolitik bei. 1847 fusionierten beide Institute zur „Nuevo Banco Español de San Fernando“.

Die Bank reduzierte in den Folgejahren die umlaufende Bargeldmenge deutlich und trug durch eine Trennung des Notenbankgeschäftes von dem Bankgeschäft zur Stabilisierung des Geldwertes bei. 1856 erhielt die Bank den Namen „Banco de España“, war aber trotz dieses Namens nur eine von vielen Privatnotenbanken Spaniens.

Erst in einem Dekret von 1874 wurde eine Zentralisierung des spanischen Geldwesens vorgenommen. Die Banco de España erhielt ein Banknotenmonopol. 11 regionale Notenbanken wurden auf sie verschmolzen[1].

Weblinks

 Commons: Bank von Spanien – Sammlung von Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Literatur und Einzelnachweise

  • Hamilton, Earl, Jay: The Foundation of the Bank of Spain; Journal of Political Economy, Vol. LIII (1945)
  1. Albert Pick: Papiergeld; 1967, Seite 329-335

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