Theodor Pfizer

Theodor Pfizer (* 19. Februar 1904 in Stuttgart; † 17. Juli 1992 in Stuttgart) war ein deutscher Kommunal- und Bildungspolitiker und von 1948 bis 1972 Oberbürgermeister der Stadt Ulm.

Pfizer besuchte mit den Brüdern Alexander, Berthold und Claus Schenk Graf von Stauffenberg das humanistische Eberhard-Ludwigs-Gymnasium in Stuttgart. Nach dem Studium in Tübingen, Berlin und München war er von 1927 bis 1929 Geschäftsführer der Tübinger Studentenhilfe. In der Wirtschaftskrise bemühte sich Pfizer beim Landesarbeitsamt Württemberg um Notstandsarbeiten und Maßnahmen des freiwilligen Arbeitsdienstes. Von 1932 bis 1948 stand er im Dienst der Deutschen Reichsbahn. Bei der ersten Ulmer Oberbürgermeisterwahl nach dem Zweiten Weltkrieg am 21. März 1948 wurde er zum Oberbürgermeister gewählt. Seine Amtszeit sollte nach mehreren Wiederwahlen 24 Jahre währen.

Die Amtszeit von Theodor Pfizer war geprägt vom Wiederaufbau der Stadt, der Erschließung neuer Wohngebiete sowie der Gründung der Hochschule für Gestaltung Ulm (1953), der Universität (1967) und der Staatlichen Ingenieurschule (1960, seit 1972 Fachhochschule). Unter Pfizer begannen die Eingemeindungen von Ortschaften im Rahmen der Gebietsreform und Ulm gewann seine Position als Zentrum der Region zurück. Pfizer erweckte die Schwörmontagstradition erstmals 1949 wieder zu neuem Leben, indem er vom Balkon des Rathauses (seit 1954 vom Schwörhausbalkon) aus zu der Ulmer Bürgerschaft sprach und ihnen einen Rechenschaftsbericht über das abgelaufene Stadtjahr erstattete.

Theodor Pfizer war neben seiner kommunalpolitischen Tätigkeit insbesondere bildungspolitisch engagiert. 1966 bis 1975 war er Mitglied des Deutschen Bildungsrates, ferner Präsident der Studienstiftung des Deutschen Volkes.

Pfizer war Mitglied der Tübinger Studentenverbindung A.V. Igel.

Würdigung

Nach Pfizer sind ein Platz und eine Halle in Ulm benannt, ferner die Theodor-Pfizer-Stiftung. Er ist Ehrenbürger der Stadt Ulm.

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