Bantingkur

William Banting (* 1797; † 16. März 1878 in London) war ein englischer Bestattungsunternehmer, der das erste bekannte Buch über eine Low-Carb-Diät geschrieben hat, die ihm sein Arzt zur Gewichtsabnahme verordnet hatte. Er war ein entfernter Verwandter von Sir Frederick Grant Banting, dem Nobelpreisträger und Mitentdecker des Insulins. Das Buch mit dem Titel Letter on Corpulence, das 1864 erschien, wurde in mehrere Sprachen übersetzt und löste Ende des 19. Jahrhunderts eine Diätwelle in Europa aus. Banting wurde im Englischen damals als Synonym für eine Diät machen verwendet; im Schwedischen wurde daraus der offizielle Begriff bantning.

Banting-Diät

1862 begann Banting, der zu dieser Zeit über 100 Kilogramm wog, mit einer speziellen kohlenhydratarmen Diät, zusammengestellt von dem Londoner Arzt William Harvey. Damit nahm er innerhalb eines Jahres angeblich 23 kg ab. Die Ernährung bestand vor allem aus Fleisch. Das Frühstück bestand zum Beispiel aus 400 bis 500 Gramm Rindfleisch, Hammel, Nieren oder Speck und einer Tasse ungesüßtem Tee. Mittags gab es 500 bis 600 Gramm Fisch, dazu Gemüse und Rotwein, abends dann 300 bis 400 Gramm Fleisch oder Fisch und dazu Sherry, Gin oder Whisky.[1]

Ende des 19. Jahrhunderts war die Diät unter dem Namen Banting-Kur auch in Deutschland populär. In Meyers Konversationslexikon wurde sie als „neue Methode zur Heilung der übertriebenen Wohlbeleibtheit und der Fettsucht“ bezeichnet.[2] Unter Medizinern war diese Diät umstritten. Sie ist ein Vorläufer moderner Low-Carb-Diäten wie der Atkins-Diät.

Quellen

  1. Christian Pfister/Kaspar Staub: Der alte Streit um die "richtige" Diät (pdf)
  2. Artikel Bantingkur in Meyers Konversationslexikon von ca. 1890
  • Artikel über William Banting in der englischsprachigen Wikipedia

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