Banyanbaum
Banyan-Feige
Banyan-Baum (Ficus benghalensis), die „Mehrstämmigkeit“ ist für die Art typisch.

Banyan-Baum (Ficus benghalensis), die „Mehrstämmigkeit“ ist für die Art typisch.

Systematik
Klasse: Dreifurchenpollen-
Zweikeimblättrige
(Rosopsida)
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Maulbeergewächse (Moraceae)
Gattung: Feigen (Ficus)
Untergattung: Urostigma
Art: Banyan-Feige
Wissenschaftlicher Name
Ficus benghalensis
L.
Banyan in Vanuatu.

Die Banyan-Feige (Ficus benghalensis), auch Banyanbaum oder Bengalische Feige genannt, ist eine Art der Untergattung Urostigma aus der Gattung der Feigen (Ficus) in der Familie der Maulbeergewächse (Moraceae). Die Art, ursprünglich in Süd- und Westindien beheimatet, ist mittlerweile in den gesamten Tropen zu finden. Fälschlicherweise werden auch andere Arten der Untergattung Urostigma, z. B. die Großblättrige Feige, gelegentlich als Banyanbaum bezeichnet.

Beschreibung

Der Banyan wächst epiphytisch auf einem beliebigen Wirtsbaum, der zunächst keinen Schaden nimmt, da der Banyan kein Schmarotzer ist. Er sendet Luftwurzeln aus, die sich mit der Zeit zu einem dichten Netz entwickeln. Haben die Wurzeln den Boden erreicht, kommt es zu einem Wachstumsschub, da die Pflanze nun nicht mehr ausschließlich auf das Substrat, das sich auf dem Wirtsbaum angesammelt hat, angewiesen ist. Mit zunehmendem Wachstum wird der Wirtsbaum erdrückt und stirbt schließlich ab.

Banyanbäume können gewaltige Dimensionen erreichen. Sie werden über 30 Meter hoch. Die zunehmende Zahl der Luftwurzeln entwickelt sich zu mehreren Stämmen mit zum Teil beträchtlichem Umfang. Auf diese Weise kann der Banyanbaum mit der Zeit eine Bodenfläche von mehreren Hundert Quadratmetern bedecken. Der außergewöhnlich umfangreiche Baum in dem untenstehenden Bild hat eine mannsgroße Öffnung und wird als Portal zu einem Dorf benutzt.

Der Banyanbaum hat große, ledrige Blätter. Nebenblätter sind ausgebildet, pro Blatt jedoch nur ein Nebenblatt wie bei allen Ficus-Arten (es wird aber entwicklungsgeschichtlich auch aus zwei Nebenblättern durch Verwachsung gebildet). Blüten und Früchte sind nur unscheinbar. Die Feigen werden gerne von Vögeln gefressen, was zur Verbreitung der Bäume über den Vogelkot beiträgt. Das Holz ist nur von geringem wirtschaftlichen Nutzen.

Bei vielen Völkern gilt der Banyanbaum als Sitz von Geistern. Die Batak auf der Insel Sumatra pflanzen Banyanbäume in der Nähe ihrer Dörfer, um den Geistern ihrer Ahnen eine Wohnstätte zu bieten.

In Indien wird der Banyanbaum als heiliger Baum verehrt. Sein Holz wird für die im hinduistischen Glauben übliche Verbrennung der Toten verwendet.

Ein naher Verwandter des Banyan ist der Bodhi-Baum (Ficus religiosa), der in Indien und Sri Lanka als Ort der Erleuchtung Buddhas verehrt wird.

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