Baptisten in Frankreich
Basisdaten
Fédération des Églises Évangéliques Baptistes de France - FEEBF
Geistliche Leitung: Präsident: Jean Dupupet (Jouy-le-Moutier)
1. Vizepräsidentin: Gwenyth Gelin (Paris)
2. Vizepräsident: Christian De la Roque
Mitgliedschaft: Baptistischer Weltbund
Europäisch-Baptistische Föderation
Fédération protestante de France
Conseil national des évangéliques de France
Gemeinden: 127
Gemeindeglieder: ca 7000 (Stand:2009)
Anteil an der
Gesamtbevölkerung:
ca. 0,01%
Offizielle Website: [1]
Baptistische Taufe in Paris (Ende des 19. Jahrhunderts)

Die Geschichte der Baptisten in Frankreich reicht in das erste Drittel des 19. Jahrhunderts zurück. Heute sind die meisten lokalen Baptistengemeinden in der Föderation der evangelischen Baptistenkirchen Frankreichs (Fédération des Églises Évangéliques Baptistes de France - FEEBF) organisiert. Daneben existiert ein kleinerer Bund, die Evangelischen Baptistengemeinden französischer Sprache, sowie auch eine Anzahl freier Baptistengemeinschaften.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die erste französische Baptistenkirche wurde 1820 in Nomain im Département du Nord gegründet. Die Bewegung breitete sich langsam in den Departements Nord, Aisne und Oise aus. Im Jahre 1834 hielt der Baptismus auch in der Bretagne Einzug, nachdem sich der walisische Pastor John Jenkins als Gemeindegründer in Morlaix niedergelassen hatte. 1836 begannen die Baptisten, überörtliche Strukturen zu entwickeln. In Douai wurde eine Ausbildungsstätte für Pastoren. Ein erstes gemeinsames Glaubensbekenntnis entstand ebenfalls in diesem Zeitraum.

Ab 1852 begann für die französischen Baptisten eine Zeit der Verfolgung. Sowohl das soziale Umfeld als die etablierten Kirchen reagierten auf die freikirchlichen Gemeindegründungen mit schroffer Ablehnung und Schikane. Dennoch kam es zu einem weiteren Wachstumsschub. Zwischen 1875 und 1900 entstanden zirka 30 weitere Gemeinden in Belgien, Frankreich sowie in der französischsprachigen Schweiz.

Im Jahre 1911 fusionierten 10 Gemeinden und gründeten den Verband der evangelischen Baptistenkirchen Nordfrankreichs (Fédération des Églises Évangéliques Baptistes du Nord de la France). Im Jahre 1913 waren 15 Pastoren in Dienst und betreuten 883 getaufte Mitglieder, die sich auf 28 Gemeinden verteilten. Der erste Weltkrieg, dessen Auswirkungen in Nordfrankreich verheerend waren, verringerte die Anzahl der Kirchen erheblich. 8 baptistische Gemeindezentren wurden zerstört. Ab 1921 weitete sich die Missionsarbeit auf ganz Frankreich aus. Theologische Unstimmigkeiten verursachten allerdings Ende der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts eine Teilung des Baptistenbundes mit dem Ergebnis, dass einige Ortsgemeinden eine neue Organisation gründeten, die Evangelischen Baptistengemeinden französischer Sprache(Églises Évangéliques Baptistes de langue française).

Im Jahr 1937 gründete die FEEBF die Baptistische Inlandsmission (Mission Intérieure Baptiste - M.I.B.). Durch sie wurden zwischen 1946 und 1960 20 neue Gemeinden in verschiedenen Großstädten gegründet, unter anderem in Lyon und Straßburg. Zwischen 1976 und 1984 stieg die Zahl der Gemeinden von 46 mit 2.300 Gemeindemitgliedern auf 71 mit 3.800 Gemeindemitgliedern an. Dieses entstand sowohl durch Gemeindeneugründungen als auch durch den Wiedereintritt abgetrennter Gemeinden.

Statistik und Ökumene

Im Jahre 2005 umfasste die FEEBF 127 autonome Ortsgemeinden mit rund 7000 gläubig getauften Mitgliedern und 20.000 Gottesdienstbesuchern[1] Zur kleineren Vereinigung der Evangelischen Baptistengemeinden französischer Sprache gehören 42 Gemeinden mit etwa 2600 Mitgliedern. Daneben existieren 62 unabhängige Baptistengemeinden mit rund 3500 Gemeindegliedern[2].

Nur die FEEBF gehört als nationale Vereinigung zur Europäisch-Baptistischen Föderation und zum Weltbund der Baptisten.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Homepage der Europäisch-Baptistischen Federation: Baptists in France: 20.000 Worshippers and Only 7.000 Members; eingesehen am 7. Juni 2010
  2. David Boydell/Klaus Rösler: Zwei Meter langer Fries zeigt baptistische Spuren in der Kirchengeschichte, Meldung auf der Homepage des Oncken-Verlages / Zeitschrift Die Gemeinde vom 9. Juni 2009; eingesehen am 9. Juni 2009

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