Baragan
Der Bărăgan in Rumänien mit den zwei Untereinheiten
(1) Bărăganul Călmăţuiului
(2) Bărăganul Ialomiţei

Der Bărăgan ist eine Tiefebene im südöstlichen Teil Rumäniens (ein Abschnitt der Walachischen Tiefebene) der die Kreise Călăraşi, Ialomiţa und teilweise Brăila umfasst. Er wird geomorphologisch durch den Fluss Ialomiţa in den im Norden gelegenen Abschnitt Bărăganul Călmăţuiului und den Bărăganul Ialomiţei im Süden unterteilt.

Der Bărăgan wird die „Kornkammer Rumäniens” genannt, da er wegen der dortigen nährstoffreichen Schwarzerdeböden (die meist auf Löss liegen) ein großes Getreideanbaugebiet ist. Geographisch gesehen ist er eine dünn besiedelte Steppenlandschaft, in der unter anderem die unter Naturschutz stehende Trappe noch einen kleinen Lebensraum findet.

Das Klima ist kontinental geprägt. Die Sommer sind heiß und trocken, die Winter frostig. Berüchtigt ist im Winter der Crivăţ, ein kalter kontinentaler Wind, der aus nordöstlicher Richtung weht (der Ursprung liegt im südlichen Ural-Gebirge) und Dauerfrost und Schneestürme mit sich bringt.

Der Bărăgan wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs Ziel von Verschleppungen politisch verfolgter Personen (darunter auch deutschstämmiger Familien aus dem rumänischen Teil des Banats), die größtenteils ihr Eigentum verloren, aber nach einigen Jahren wieder in ihre Heimat zurückkehren konnten. Nicht nur Rumäniendeutsche wurden verschleppt: im Juni 1951 wurden 12.791 Familien aus einer Grenzzone zwischen Rumänien und Jugoslawien - wegen des Zerwürfnisses zwischen Stalin und Tito - in die Bărăgan-Steppe zwangsumgesiedelt. Von 40.320 Personen waren 9.410 Deutsche, die anderen 30.000 waren Rumänen, Serben, Bulgaren und Ungarn. Zur Erinnerung wurde am 23. Juni 2001 ein Denkmal in Fundata (bei Slobozia) mit den Namen der Umgesiedelten eingeweiht.

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