Barbara Buchholz
Barbara Buchholz spielt auf einem TVox von G.Pavlov.

Barbara Buchholz (* 8. Dezember 1959 in Duisburg) ist eine deutsche Bassistin, Live-Elektronikerin und Komponistin. Die in Berlin lebende Musikerin zählt zu den weltweit renommierten Theremin-Spielern.[1]

Inhaltsverzeichnis

Leben

Buchholz studierte Querflöte, Gitarre, Bass und Gesang an der Universität Bielefeld. Seit Beginn der 1980er Jahre arbeitet sie als Performerin und Komponistin in interdisziplinären Projekten und im Bereich der Theatermusik. Im deutschen Frauen-Jazzorchester Reichlich Weiblich machte sie sich einen Namen als Bassistin.[2] Sie produzierte Tap It Deep - „midifizierter“ Stepptanz und Musik, sowie Human Interactivity und Theremin: Berlin-Moskau.

Ende der 1990er Jahre lernte sie Lydia Kavina kennen, die Großnichte des Theremin-Erfinders, und erlernte bei ihr in Moskau das Thereminspiel. Buchholz setzt das Theremin als vollwertiges Instrument innerhalb von Jazz, Improvisierter Musik und Neuer Musik ein. In zeitgenössischem Kontext entwickelt sie neue Klangmöglichkeiten und Spieltechniken.

Zusammen mit Lydia Kavina gründete Barbara Buchholz 2005 die Plattform Touch! Don't Touch! für das Theremin in der Neuen Musik. Für die beiden Thereministinnen und Ensemble komponierten unter anderem Moritz Eggert, Michael Hirsch, Caspar Johannes Walter, Juliane Klein, Peter Gahn, Gordon Kampe und Sidney Corbett.

Im Bereich des Jazz und der Improvisierten Musik tritt sie mit diversen Ensembles auf. Auf ihrem Album "Moonstruck" (2008) wirkten die Jazzmusiker Arve Henriksen und Jan Bang mit, seit 2008 ist Barbara Buchholz Mitglied der Jazz Big Band Graz, mit der sie beim JazzFest Berlin 2010 konzertierte. Bei Auftritten mit ihrem Soloprogramm Theremin: Russia with Love lässt sich Barbara Buchholz vom Projektionskünstler pedda Borowski unterstützen.

Barbara Buchholz bei der jazzahead in Bremen

In diversen zeitgenössischen Orchester-Werken spielte sie die Thereminstimme, unter anderem „Die kleine Meerjungfrau“, einem Ballett von John Neumeier mit Musik von Lera Auerbach, der Oper „Linkerhand“ von Moritz Eggert oder der „Bestmann-Oper“ von Alex Nowitz.

Barbara Buchholz trat 2009 bei der Talentshow Das Supertalent auf, wo sie das Theremin spielte und einem Millionenpublikum vorstellte.[3] Sie erreichte mit ihrem Instrument das Halbfinale.[4]

Preise und Auszeichnungen

1989 war sie Preisträgerin bei der „Jazzszene NRW“ mit dem Duo Wilde Ehe spielen Jazz und 1995 erhielt sie einen Silbernen Amadeus beim Wettbewerb „Musik Kreativ“ für das Duo Blech, Bass und Bellaphonie. 1996 bekam sie den ersten Preis beim Jazz-Wettbewerb der Stadt Herford mit der Gruppe Tap It Deep. 1998 folgte ein zweiter Preis beim Kompositionswettbewerb für Jazz und Improvisierte Musik in Ostwestfalen-Lippe für das Trio der Zukunft mit Matthias Muche, Posaune und Frank Wingold, Gitarre. 2002 erhielt Buchholz einen Sonderpreis der Stadt Bielefeld beim Kompositionswettbewerb NRW für ihr interaktives Video-Musik-Projekt Waves mit dem Video-Filmer Zeha Schröder und dem Toningenieur Sascha Kramski. Ein Stipendium des Kultur-Ministeriums NRW 2003 ermöglichte ihr einen Arbeitsaufenthalt am Theremincenter Moskau. Am 8. Januar 2011 erhält Barbara Buchholz den Westfalen-Jazzpreis auf dem Jazz-Festival Münster für ihre Neupositionierung des Theremins in der Musik.[5]

Diskografie (Auswahl)

  • Touch! Don't Touch! (2006; wergo), zusammen mit Lydia Kavina & Kammerensemble Neue Musik Berlin
  • Theremin: Russia with Love (2006; intuition)
  • Moonstruck (2008; intuition)

Weblinks

Anmerkungen

  1. Vgl. http://www.visionae.de/2010/12/jazz-preis-fur-barbara-buchholz/
  2. Presseartikel Spiegel Online - Ätherwellen-Geige im Krawall-TV
  3. Vgl. Presseartikel taz - Die Urgroßmutter aller Synthesizer
  4. Buchholz bei RTL-Show Supertalent ausgeschieden
  5. Begründung der Preisverleihung

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