Barbara Köhler

Barbara Köhler (* 11. April 1959 in Burgstädt) ist eine deutsche Lyrikerin.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Werk

Barbara Köhler wuchs im sächsischen Penig auf und besuchte in Plauen die Oberschule, an der sie auch ihr Abitur ablegte. Danach ließ sie sich zur Facharbeiterin für textile Flächenherstellung ausbilden, arbeitete dann aber in Karl-Marx-Stadt als Altenpflegerin und als Beleuchterin am städtischen Theater.

Zwischen 1985 und 1988 absolvierte sie ein Literaturstudium am Literaturinstitut Johannes R. Becher. Zu dieser Zeit lebte sie auf dem Kaßberg in Chemnitz. Erste Werke Köhlers erschienen in Zeitschriften, zwei Jahre war sie anschließend am Bezirksliteraturzentrum Karl-Marx-Stadt wissenschaftlich aktiv.

Barbara Koehler, Deutsches Roulette. Gedichte 1984-1989 (1991)

Nach der Wiedervereinigung wurde Köhler arbeitslos und versuchte sich deshalb als freie Autorin. Sie veröffentlichte 1991 ihren ersten Gedichtband Deutsches Roulette, schrieb für diverse Zeitungen und verfasste Essays sowie Katalogbeiträge zur bildenden Kunst. Seit 1994 lebt Barbara Köhler in Duisburg.

Die formal sehr unterschiedlichen Gedichte Köhlers lassen das Ich im sprachlichen Raum als übergeordnetes Thema erkennen. Seit 1996 erzeugt sie auch Textinstallationen, beispielsweise im November 1997 die Ausstellung „words for windows 2“ im Landtag Nordrhein-Westfalen.

Ich harre aus im Land und geh, ihm fremd,
Mit einer Liebe, die mich über Grenzen treibt,
Zwischen den Himmeln. Sehe jeder, wo er bleibt;
Ich harre aus im Land und geh ihm fremd.

(aus Rondeau Allemagne, geschrieben 1988)

Werke (Auswahl)

  • Retrospektive (1991)
  • Deutsches Roulette. Gedichte 1984-1989 (1991)
  • Blue Box. Gedichte (1995)
  • In Front der See (Gedichte, 1995)
  • Wittgensteins Nichte. Vermischte Schriften, Mixed Media (1999)
  • Mit Osmar Osten: Ungarisches Wasser (2000)
  • Rondeau Allemagne i inne wiersze (2005)
  • Niemands Frau. Gesänge zur Odyssee (2007)

Übersetzungen

  • Gertrude Stein: zeit zum essen. eine tischgesellschaft. objects, food and portraits by Gertrude Stein (Audio-CD, 2001)
  • Gertrude Stein: Tender Buttons. Zarte knöpft (2004)
  • Samuel Beckett: Trötentöne / Mirlitonnades. Gedichte (2005)

Auszeichnungen

Für ihre Arbeiten wurde Barbara Köhler mehrfach ausgezeichnet, erstmals 1990 mit dem Literaturförderpreis der Jürgen-Ponto-Stiftung, später mit dem Förderpreis zum Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis (1994), dem Clemens-Brentano-Preis (1996), dem Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen (1997), dem Literaturpreis des Ruhrgebietes (1999), dem Förderpreis zum Lessing-Preis des Freistaates Sachsen (2001), dem Samuel-Bogumil-Linde-Preis (2003), dem Spycher: Literaturpreis Leuk (2007) und dem Joachim-Ringelnatz-Preis (2008). 1995 war sie Stadtschreiberin zu Rheinsberg, 1997 „writer in residence“ an der University of Warwick. 2009 erhielt sie den Poesiepreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft und gemeinsam mit Ulf Stolterfoht den Erlanger Literaturpreis für Poesie als Übersetzung. Eine Schreibwerkstatt für Studierende führte sie 2009 als Poet in residence an der Universität Duisburg-Essen durch.

Literatur

  • Georgina Paul, Helmut Schmitz (Hrsg.): Entgegenkommen - dialogues with Barbara Köhler. Amsterdam, Atlanta 2000
  • Mirjam Bitter: Sprache, Macht, Geschlecht. Lyrik und Essayistik von Barbara Köhler. Trafo Verlag, Berlin 2007

Weblinks


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