Barbara Mayer

Barbara Mayer (* 27. Juni 1926 in Leipzig) wirkt als Artistin unter dem Namen Babette. Besonders bekannt ist sie für ihre Hunderevue.

Leben

Barbara Mayer wächst in einem einfachen Arbeiterhaushalt mit zahlreichen Geschwistern auf. Schon früh beginnt sie, mit ihren Geschwistern und Freunden artistische Kunststücke einzuüben; dazu treffen sie sich zumeist auf ödem Gelände am zu dieser Zeit im Bau befindlichen Lindenauer Hafen oder auf der Freifläche hinter ihrer Wohnsiedlung im Leipziger Westen, wo auch gelegentlich der Zirkus Proscho gastiert.

Im Anschluss an ihre Schulausbildung beginnt sie in den 1940er Jahren zunächst eine hauswirtschaftliche Ausbildung; sie verbringt ein Jahr als Pflichtjahrmädchen bei einer Familie außerhalb der Stadt. Den Kindern bringt sie artistische Figuren bei.

Eine professionelle Ausbildung der Akrobatik gibt es zu dieser Zeit in Leipzig noch nicht. Dies soll sich Mitte der 1940er Jahre ändern: In der sogenannten Milchinsel (ehemalige Milchverteilungsstelle) errichtet der Artist Heinz Matloch eine Schule, die dem Zirkus Aeros angegliedert ist. Barbara Mayers Geschwister sind zu dieser Zeit in alle Richtungen verstreut: Ihr Lieblingsbruder (ein angehender Trapezkünstler) ist zu Fuß auf dem Weg von Frankreich zurück nach Deutschland, ihre Schwester vollbeschäftigt als Pflegekraft im Klinikum Dresden.

In den Fünfziger Jahren formiert sich B. Mayer mit zwei Kolleginnen zu dem Artistentrio „Romanis“. Sie treten in verschiedenen Zirkussen und Varietés auf, auch im Westteil des Landes, so zum Beispiel 1952 im Riverside-Club in Bamberg. Höhepunkte der gemeinsamen Tourneen sind die Shows im Friedrichstadtpalast Berlin. Die Auftrittsorte konzentrieren sich in den 1960er Jahren auf Leipzig und Umgebung, Erfurt, Magdeburg und Dresden.

1958 kommt ihr Sohn Frank auf die Welt, der später eine bedeutende Tigerzucht betreiben soll. Nebenher beginnt sie unter dem Künstlernamen „Babette“ eine Solokarriere und spezialisiert sich auf eine Hunderevue mit ihren beiden Terrier-Mischlingen Juri und Laika in Kombination mit anspruchsvollen Akrobatikformationen. Saisonal tritt sie in Gasterholungsheimen und Betriebsferienlagern auf, in den 1970ern jährlich zu den „Ostseewochen“ im Hotel Neptun / Ostseebad Warnemünde.

Ihr Sohn Frank Mayer, der 1980 von der BRD freigekauft wurde, führt mit seiner Lebensgefährtin Marion Wessel, die Tochter des bekannten Westberliner Tigerzüchters Siegfried Wessel, dessen Tigerzucht weiter. Seine Vorliebe und sein Interesse gilt schon in frühen Kindertagen den Raubkatzen, geweckt durch die berühmte Leipziger Löwenzucht des Zoodirektors Karl Max Schneider. Viele von Siegfried Wessels Tigern sind in namhaften Zirkussen (zum Beispiel Circus Renz) untergebracht.

In der zweiten Hälfte der 1980er Jahre macht sich Babette rar, in der Öffentlichkeit ist von keinen Auftritten mehr zu erfahren. Vermutlich handelt es sich um Babette, die noch kurze Zeit im Berliner Kulturpark Plänterwald (Spreepark Berlin) zweimal täglich mit „Carmens Hunderevue“ zu sehen ist, wo auch andere ehemalige Kollegen des Staatszirkus der DDR bis zu dessen vollständiger Auflösung arbeiteten. Im Jahr 2001 gab es im Spreepark letztmalig „Carmens Hunderevue“. Seitdem verliert sich ihre Spur.

Auszeichnungen

Literatur

  • Bodo Liese und Dietmar Winkler: Es kamen 60 Millionen. Der Staatszirkus der DDR in Zahlen und Fotos. ISBN 3-8334-4142-9
  • Franz Wedemann: Erlebnisse einer Leipziger Akrobatin. 1996, Verlag Volk und Welt Berlin
  • Anne Schumann und Rebecca Wilton: Album. 2006
  • Im Leipziger Elsterland. Plagwitz, Schleussig, Kleinzschocher, Grosszschocher, Knauthain, Knautkleeberg, Windorf. Hartmannsdorf Verlag Haikal 1997, ISBN 3980536831

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