92FS
Beretta 92
Allgemeine Information
Zivile Bezeichnung: Beretta 92 FS
Militärische Bezeichnung: M9 (US Armee)
Einsatzland: Italien, USA
Entwickler:/Hersteller: Pietro Beretta,
Gardone (Italien)
Produktionszeit: 1976 bis heute
Waffenkategorie: Pistole
Maße
Gesamtlänge: 217 mm
Gesamthöhe: 137 mm
Gesamtbreite: 38 mm
Gewicht:
(mit leerem Magazin):
0,975 kg
Lauflänge:

109 mm

Technische Daten
Kaliber:

9 mm Parabellum

Mögliche Magazinfüllungen: 15 Patronen
Munitionszufuhr: Stangenmagazin
Effektive Reichweite: 50 m
Mündungsgeschwindigkeit
Projektil (V0):
365 m/s
Anzahl Züge: 6
Drall: rechts
Liste der Handfeuerwaffen

Die Pistole Beretta 92 der italienischen Fabbrica d’Armi Pietro Beretta S.p.A., ist eine halbautomatische Selbstladepistole im Kaliber 9 x 19 mm (9 mm Parabellum).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Beretta 92 ist eine Weiterentwicklung des Vorgängermodells Beretta M951, deren Verschlusssystem übernommen wurde. Von einer gewissen Ähnlichkeit abgesehen, bestehen aus technischer Sicht keine weiteren Verwandtschaftsmerkmale. So besitzt das Modell 92 im Gegensatz zur M951 einen Spannabzug, ein doppelreihiges Magazin mit einer Kapazität von 15 Patronen, sowie eine Sicherung in Form eines Hebels am Griffstück. Die Pistole wurde bei der italienischen Armee und Polizei eingeführt und ins Ausland exportiert. Die Käufer der Beretta 92 wünschten sich eine bessere Sicherung, daraufhin präsentierte Beretta das Modell 92S, dessen Sicherung sich auf dem Schlitten befand und nicht nur als solche fungierte, sondern auch ein gefahrloses Entspannen des Hahns ermöglichte.

1978 fand in den USA eine Ausschreibung der Luftwaffe für eine neue Dienstpistole statt, an der Beretta mit dem Modell 92S-1 teilnahm. Die neue Pistole hatte eine beidseitige Sicherung, sowie einen Magazinauslöseknopf, der sich hinter dem Abzugsbügel befand und mit dem Daumen bedient werden konnte. Ende 1980 gewann Beretta die Ausschreibung und die Pistole wurde bei der amerikanischen Luftwaffe eingeführt.

1983 startete die US-Armee eine ähnliche Ausschreibung mit dem Ziel, die technisch etwas überholte Pistole M1911 durch eine moderne Waffe im Kaliber 9 × 19 mm zu ersetzen. Auch diesmal war Beretta dabei, jedoch mit dem Modell 92SB-F. Diese Pistole unterschied sich durch einen überarbeiteten Abzugsbügel, der es erlaubte, den Zeigefinger der zweiten Hand darauf ruhen zu lassen. Außerdem wurde der Lauf innen verchromt und die Griffschalen durch neue ersetzt.

Am 14. Januar 1985 erhielt Beretta den Zuschlag und die Pistole wurde unter der Bezeichnung „M9“ in der US-Armee eingeführt.

Einige Zeit später wurden erste Probleme in Verbindung mit den in den USA hergestellten Pistolen gemeldet. So soll es zu Brüchen der Verschlüsse gekommen sein, was damit begründet wurde, dass die Amerikaner stärkere Munition verwendeten. Beretta reagierte und baute eine Sperre ein, die den hinteren Teil des Schlittens fängt, sollte dieser platzen. Eine weitere Schwierigkeit bereitete der Schwenkriegel, dessen Verriegelungsansätze angeblich abbrachen. Dieses Problem wurde gelöst, indem man eine festere Stahlsorte zur Herstellung der Schwenkriegel nutzte. Die so modifizierten Waffen erhielten die Bezeichnung Modell 92FS. Keines der beiden Probleme trat bei den in Italien gefertigten Pistolen auf.

Technik

Die Pistolen der 92er Serie, deren Nachfolger und Derivate funktionieren nach dem Prinzip des Schwenkriegelverschlusses, der zum ersten Mal in der Pistole Walther P38 Verwendung fand. Dabei verbindet ein unter dem Lauf angebrachter Riegel den Lauf mit dem Verschluss, indem die Verriegelungsansätze des Riegels in Aussparungen im Schlitten greifen. Zusätzlich befindet sich unter dem Lauf ein Stift, der den Entriegelungsvorgang einleitet. Nach dem Schuss bewegt sich der bewegliche Lauf zusammen mit dem Verschluss zurück. Nach einem kurzen gemeinsamen Weg trifft der Stift auf das Griffstück und wird zwischen den Lauf und den Riegel geschoben. Dadurch wird der Riegel nach unten gedrückt und seine Verriegelungsansätze treten aus den Aussparungen im Verschluss. Jetzt stoppt der Lauf und der Verschluss bewegt sich alleine zurück, wobei die Hülse ausgeworfen und der Hahn gespannt wird. Nach dem Abfeuern der letzten Patrone wird der Verschluss vom Verschlussfanghebel in hinterer Position gehalten, was einen schnellen Magazinwechsel ermöglicht.

Die Pistolen verfügen über einen Spannabzug und sind somit auch im entspannten Zustand sofort einsatzbereit, sofern entsichert. Auf Wunsch lässt sich der Hahn auch vorspannen.

Die Visiereinrichtung besteht aus Kimme und Korn und lässt sich nicht verstellen.

Die Magazinkapazität variiert je nach Kaliber und Ausführung, die Standardversion im Kaliber 9 × 19 mm fasst 15 Patronen.

Die Pistole ist für ihre extreme Zuverlässigkeit bekannt; Besitzer berichten, dass auch nach 15.000-20.000 Schuss keine Ladehemmungen vorkamen.

Sonstiges

US Marine Corps Security Guards trainieren den Einsatz ihrer M9 auf dem Schießstand

Nach der US-Armee führten zahlreiche Polizeidienststellen der USA diese Pistole ebenfalls ein. Dies und nicht zuletzt der Auftritt der Beretta 92 in mehreren Filmen oder Serien (wie Miami Vice in den 1980er-Jahren), verhalfen der Patrone 9-mm-Parabellum und weiteren Pistolen im gleichen Kaliber zum Siegeszug in den USA. Das Design des Beretta Modells 92 zählt zu den erfolgreichsten der modernen Handfeuerwaffen. Die Pistole wird in verschiedenen Ausführungen und Kalibern nicht nur von Beretta selbst angeboten, auch andere Firmen stellen Abarten und Kopien her. Das französische Unternehmen MAS fertigt eine modifizierte Version des Modells 92F, die „Pistole Automatique de la Manufacture d'Armes de St. Etienne“, kurz PA MAS G1. In Brasilien wird die Taurus PT 92 in Lizenz hergestellt, sowie weitere Modelle welche auf dem Ur-Modell 92 basieren, z.B. in Südafrika die Vektor Z88.

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