Barbarieente
Moschusente
Domestizierte Form der Moschusente (Cairina moschata), freilebender Erpel

Domestizierte Form der Moschusente (Cairina moschata), freilebender Erpel

Systematik
Ordnung: Gänsevögel (Anseriformes)
Familie: Entenvögel (Anatidae)
Unterfamilie: Anatinae
Tribus: Schwimmenten (Anatini)
Gattung: Cairina
Art: Moschusente
Wissenschaftlicher Name
Cairina moschata
Linnaeus 1758

Die Moschusente (Cairina moschata) ist eine große Entenart aus der Gruppe der Eigentlichen Enten, die in Südamerika beheimatet ist. Sie ist einer der beiden Vertreter der Gattung Cairina und die Wildform der domestizierten Warzenente.

Inhaltsverzeichnis

Aussehen

Das charakteristische Merkmal ist das unbefiederte Gesicht mit der bei Erpeln deutlichen warzenähnlichen Bildung am Schnabelgrund. Am Kopf befindet sich eine niedrige aufstellbare Federhaube.

Während die wilde Moschusente schwarz mit farbigem Schimmer und teilweise weißen Flügeldecken ist, kommen bei den Haustieren sehr viele Farbvarianten vor. Der Schwanz ist breit und flach.

Lebensweise

Moschusenten bewohnen bewaldete Gebiete mit Seen oder Flüssen. Sie ernähren sich von Pflanzen, die sie an Land oder gründelnd im Flachwasser aufnehmen.

Die Enten können bis zu drei Mal im Jahr brüten. Das Gelege besteht aus 8 bis 21 Eiern, die normalerweise in einer Baumhöhle abgelegt werden. Die Brutdauer beträgt 35 Tage. Die geschlüpften Küken sind Nestflüchter, aber noch flugunfähig. Sie verlassen das Nest unmittelbar nach dem Schlupf mit einem kühnen Sprung in die Tiefe.

Haltung in menschlicher Obhut

Ursprünge

Die Moschusente wurde von Indianern bereits vor 1492 seit Jahrhunderten gehalten. Im Jahre 1514 brachten spanische Schiffe diese Entenart das erste Mal nach Europa. Von da aus erfolgte eine rasche Verbreitung nach Afrika, Madagaskar und dem tropischen Asien. Carl von Linné beispielsweise nutzte eine Beschreibung aus Indien zur Einordnung dieser Art. Die Gattungsbezeichnung deutet auf die Stadt Kairo hin.

Die Wildform wurde wissenschaftlich erstmals 1902 beschreiben.[1]

Die Warzenente als Haustierfom der Moschusente

Warzenente, Erpel
Warzenente

Die Warzenente, auch als Stumm-, Flug-, Türken- oder Barbarie-Ente (von franz. Canard de Barberie) bezeichnet, ist die Haustierform der Moschusente.

Warzenenten gibt es in verschieden Farbvarianten. Das Gefieder der Tiere reicht von hellen Tönen (weiß, grau) zu dunklen Tönen (blau, braun, schwarz bzw. wildfarbig). Neben den einfarbigen Warzenenten existieren noch gescheckte Enten (z. B. schwarz/weiß, brau/weiß, blau (weiß, etc). Wegen dieser Farbenpracht werden Warzenenten nicht nur zu wirtschaftlichen Zwecken, sondern auch zur Zierde gehalten.

Der Geschlechtsdimorphismus ist bei der Warzenente ausgeprägter als bei der Wildform: Viermonatige Weibchen wiegen etwa 2 kg, viermonatige Erpel dagegen 3 bis 4 kg. Ausgewachsene Tiere erreichen Körpermassen bis 5 (Weibchen) bzw. 7 kg (Erpel). Ihren Namen verdankt die Warzenente einem mehrteiligen Höcker an der Schnabelwurzel.

Als „Flugente“ werden neben der domestizierten Moschusente auch Kreuzungen mit der Pekingente angeboten, so genannte „Mularden“ (von französisch: mulard), die allerdings wirtschaftlich betrachtet nur als Masttiere verwendet werden können, da diese Hybriden unfruchtbar sind.

Belege

Einzelnachweise

  1. Kolbe, S. 173

Literatur

  • Janet Kear (Hrsg): Ducks, Geese and Swans. Oxford University Press, 2005, ISBN 0198546459
  • Hartmut Kolbe; Die Entenvögel der Welt, Ulmer Verlag 1999, ISBN 3-8001-7442-1

Weblinks


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